1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 6. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN/PEKING: Einen Tag vor Beginn der Weltklimakonferenz in Kopenhagen hat die Bundesregierung die chinesische Regierung an ihre Verantwortung für den Umweltschutz erinnert. Auf dem Flug nach Peking sagte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle, ohne klare Zusagen Chinas könne der Gipfel nicht erfolgreich sein. Die in Öko-Technologien führende deutsche Wirtschaft sei der ideale Partner für China, wenn es darum gehe, umweltschonender zu produzieren. Bundesumweltminister Norbert Röttgen sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", die Klimakonferenz könne nur dann als Erfolg gewertet werden, wenn sich die versammelten 192 Staaten darauf verständigten, dass die Erderwärmung um höchstens zwei Grad steigen dürfe. Am Samstag hatten Zehntausende Menschen in mehreren europäischen Städten für eine neue Klimapolitik demonstriert, darunter in London, Berlin, Paris und Brüssel.

BUKAREST: In einer Stichwahl entscheiden die Rumänen über ihren Präsidenten. Damit kann die seit fast zwei Monaten andauernde Regierungskrise beendet werden, die bisher eine dringend benötigte Milliardenhilfe des Internationalen Währungsfonds (IWF) für Rumänien blockiert. Nach Umfragen hat der Sozialdemokrat Mircea Geoana gute Chancen, den konservativen Staatschef Traian Basescu aus dem Amt zu drängen. Geoana hatte sich zuletzt die Unterstützung der Liberalen gesichert. Im Fall seiner Wahl will er den deutschstämmigen Klaus Johannis zum Regierungschef einer Mitte-Links-Koalition nominieren.

LA PAZ: In Bolivien stellt sich Präsident Evo Morales an diesem Sonntag zur Wiederwahl. Nach Umfragen kann der linkspopulistische Staatschef damit rechnen, bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit zu erhalten. Zum Abschluss seines Wahlkampfes hatte er nochmals die USA in scharfer Form kritisiert, denen er vorwarf, im Kampf gegen den Drogenhandel falsche Ziele zu verfolgen. Bei der gleichzeitigen Parlamentswahl strebt Morales mit seiner "Bewegung zum Sozialismus" (MAS) eine klare Mehrheit auch im Kongress an. - Morales ist der erste indianische Präsident Boliviens und regiert das südamerikanische Land seit 2006. Seitdem lieferte er sich Auseinandersetzungen mit der wohlhabenden Elite des Landes. Seine Kandidatur für eine zweite Amtszeit machte erst eine umstrittene Verfassungsreform möglich.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat nach den Worten von Verteidigungsminister Robert Gates seit langem keine Erkenntnisse über den Aufenthaltsort von Osama Bin Laden. Man wisse nicht, wo sich der Führer der Terrororganisation El Kaida aufhalte, sagte Gates dem US-Sender ABC. Er könne auch Medienberichte nicht bestätigen, wonach bin Laden im Januar oder Februar im Osten Afghanistans gesehen worden sein soll. - Bin Laden gilt als Hauptverantwortlicher für die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA.

ATHEN: In Griechenland ist es ein Jahr nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen jungen Demonstranten zu neuen Ausschreitungen der autonomen Szene gekommen. Am Vorabend des Jahrestags lieferten sich in der Hauptstadt linksradikale Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei, Einsatzfahrzeuge gingen in Flammen auf, Jugendliche verschanzten sich in einem Rathaus. Laut Behörden wurden insgesamt mindestens 160 Personen festgenommen. Für diesen Sonntag sind etwa 10.000 Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt worden. - Der Tod des 15jährigen Alexandros Grigoropoulos am 6. Dezember 2008 bei einem Polizeieinsatz in Athen hatte zu einer mehrwöchigen Gewaltwelle in mehreren Städten geführt. Zwei Polizisten stehen ab 20. Januar vor Gericht.

ROM: In der italienischen Hauptstadt haben zehntausende Demonstranten den Rücktritt des von Skandalen belasteten Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi verlangt. Die Veranstalter sprachen von 350.000 Teilnehmern, die Polizei von 90.000. Es war die erste fast ausschließlich über das Internet organisierte Protestkundgebung in Italien. Gewerkschaften, linke Organisationen und die Partei des früheren Anti-Korruptionsermittlers und Ministers Antonio Di Pietro unterstützten den so genannten "No Berlusconi Day". Dem rechtsgerichteten Regierungs- und Konzernchef wurden Korruption, Verfassungsbruch und zuletzt auch Verbindungen zur Mafia vorgeworfen. Er hatte sich mehrfach durch Gesetzesänderungen der Strafverfolgung entzogen. --- Auch in anderen Städten kam es weltweit zu kleineren Kundgebungen gegen Berlusconi.

MANILA: Zwei Wochen nach dem Massaker im Süden der Philippinen mit 57 Todesopfern melden die Sicherheitskräfte Erfolge im Kampf gegen die mutmaßlichen Verantwortlichen. Nach der Verhängung des Kriegsrechts in der Provinz Maguindanao seien dort mehr als 60 Verdächtige festgenommen worden, erklärte ein Polizeisprecher. Unter ihnen seien der ehemalige Provinzgouverneur Andal Ampatuan und sein Sohn. Bei Razzien in Häusern des machtvollen Ampatuan-Clanes seien etwa 50 Maschinengewehre und viele andere Waffen sichergestellt worden. - Mit dem Massaker Ende November soll der Clan versucht haben, einen politischen Rivalen auszuschalten. Der Ampatuan-Clan war lange Zeit eng mit Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verbündet. Deren Partei schloss die Ampatuan-Familie inzwischen aus.

CONAKRY: Nach dem Anschlag auf Staatschef Moussa "Dadis" Camara versucht die Militärjunta Guineas die Lage zu beruhigen. Der Präsident sei "außer Gefahr", seine Operation in Marokko "erfolgreich" verlaufen, teilte Informationsminister Idrissa Cherif in Conakry mit. Vizepräsident und Verteidigungsminister Sekouba Konate habe vorübergehend die Regierungsgeschäfte übernommen, wie es üblich sei. Für die Mithilfe bei der Festnahme des Attentäters wurde eine große Belohnung ausgesetzt. Die Machthaber meldeten zudem die Verhaftung mehrerer Militärs. Am Donnerstag hatte der Kommandeur der Präsidentengarde, Abubakar "Toumba" Diakité, den Juntaführer angeschossen. Auslöser der Revolte war offenbar ein Streit über die Festnahme mehrerer Offiziere.

BERLIN: Der angeschlagene Kaufhauskonzern Karstadt ist nach Einschätzung der Insolvenzverwaltung auf dem Weg der wirtschaftlichen Erholung. Das Unternehmen schreibe nach dem Insolvenzantrag im Juni derzeit schwarze Zahlen, sagte der Beauftragte des Insolvenzverwalters für die Karstadt-Filialen, Rolf Weidmann, der "Bild am Sonntag". Die Kaufhäuser seien wettbewerbsfähig, Karstadt sei zu retten. Für die verbleibenden 120 Kaufhäuser gebe es derzeit rund zwei Dutzend Kaufinteressenten. Ziel sei es, die Filialen mit mehr als 25.000 Arbeitsplätzen als Paket zu erhalten. Er rechne im zweiten Halbjahr 2010 mit dem Abschluss eines Kaufvertrags, sagte Weidmann.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt und zeitweise Regen. Nur am Alpenrand aufgelockert und meist trocken. Höchsttemperaturen zwischen sechs und 13 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 6 Grad, stark bewölkt;

Berlin: 4 Grad, leichter Regen;

Dresden: 5 Grad, leichter Regen;

Köln/Bonn: 10 Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: 9 Grad, stark bewölkt und

München: 5 Grad, bedeckt.

Audio und Video zum Thema