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Nachrichten

Sonntag, 6. August 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

NEW YORK: Der von den USA und Frankreich im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ausgehandelte Vorschlag für eine 'vollständige Einstellung der Feindseligkeiten' im Libanon hat ein geteiltes Echo hervorgerufen. Während sich UN-Vertreter optimistisch über eine Verabschiedung der Resolution zeigten, äußerten sich die Kriegsparteien zurückhaltend bis ablehnend. Die Hisbollah stellte klar, dass sie keiner Waffenruhe zustimmen werde, so lange noch israelische Soldaten im Libanon stünden. Israels Justizminister Jaim Ramon sagte, die Offensive werde zunächst fortgesetzt. Libanons Regierung bezeichnete das Papier als unangemessen und verlangte Änderungen. Als Problem gilt, dass weder von der Hisbollah die Freilassung verschleppter israelischer Soldaten verlangt wird noch von Israel der Rückzug seiner Truppen aus dem Südlibanon.

TEL AVIV: Bei Kämpfen im Südlibanon sind nach Angaben der israelischen Armee in der Nacht zum Sonntag zwölf Hisbollah-Kämpfer getötet worden. In den eigenen Reihen habe es einen Toten gegeben, sagte ein Armeesprecher. Die libanesische Polizei erklärte, bei einem israelischen Luftangriff östlich der Hafenstadt Sidon seien fünf Zivilisten ums Leben gekommen. Israel bestätigte diese Angaben nicht, betonte aber, neben Stellungen der Hisbollah seien auch wieder Brücken bombardiert worden.--Bei dem seit knapp vier Wochen andauernden Konflikt sind bislang rund 740 Menschen im Libanon und etwa 80 Israelis getötet worden. Bei den Toten auf libanesischer Seite handelt es sich zumeist um Zivilisten.

RAMALLAH: Die israelische Armee hat im Westjordanland den palästinensischen Parlamentspräsidenten Abdel Aziz Dweik festgenommen. Die Armee bestätigte den Einsatz. Man habe Dweik in seinem Haus festgenommen, weil er ein Hamas-Mitglied sei und damit einer terroristischen Organisation angehöre. In israelischer Haft befinden sich bereits zahlreiche Hamas-Vertreter. Unter ihnen sind auch mehrere Minister. Israel hatte sie gefangen genommen, nachdem Palästinenser im Juni einen Soldaten verschleppt hatten. Die Entführer wollen mit dem Soldaten Gefangene in Israel freipressen.

TEHERAN: Der Iran will im Widerspruch zu jüngsten Forderungen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen seine Arbeiten zur Urananreicherung ausweiten. Das teilte der Chefunterhändler für Nuklearfragen, Ali Laridschani, in Teheran mit. Er fügte hinzu, dass dies unter Aufsicht der Vereinten Nationen geschehen könne. Der UN-Sicherheitsrat hatte in einer jüngst verabschiedeten Resolution verlangt, dass die politische Führung im Iran die Urananreicherung spätestens am 31. August aussetzt.

COLOMBO: Nach den wieder aufgeflammten Kämpfen in Sri Lanka bemüht sich Norwegen um eine Rettung des 2002 geschlossenen Waffenstillstands. Der norwegische Sondergesandte Jon Hanssen-Bauer traf mit Vertretern der tamilischen Rebellen in Kilinochchi im Nordosten des Inselstaats zusammen. Zuvor hatte Hanssen-Bauer mit der Regierung in Colombo über Möglichkeiten zur Wiederherstellung der Waffenruhe beraten.--Die 2002 von Norwegen vermittelte Vereinbarung zwischen der Regierung und den Befreiungstigern von Tamil Eelam ist fast hinfällig, nachdem es in den vergangenen Tagen bei Kämpfen mehr als 30 Tote gab.

HIROSCHIMA: Mehrere zehntausend Menschen haben im Friedenspark der japanischen Stadt an den Atombombenangriff der Amerikaner vor 61 Jahren erinnert und dessen rund 140.000 Opfern gedacht. Ein Glockenschlag um 8.15 Uhr markierte den Zeitpunkt, zu dem ein US-Kampfflugzeug am 6. August 1945 die Bombe abgeworfen hatte. Regierungschef Junichiro Koizumi versicherte, seine Regierung werde trotz einiger umstrittener Verfassungspläne die pazifistische Tradition seines Landes achten.

KIEL: Als erster Koalitionspolitiker hat der schleswig- holsteinische Wirtschaftsminister Dietrich Austermann eine vollständige Überarbeitung der von der Bundesregierung geplanten Gesundheitsreform gefordert. In einem Gastbeitrag für die 'Bild am Sonntag' kritisiert der CDU-Minister, dass jetzt Eckwerte der Reform vorlägen, die keiner verstehe. Klar sei nur, dass die Kassenbeiträge weiter anstiegen. Das sei schlecht für Arbeitsplätze und Wirtschaft. Ein neuer Gesundheitsfonds werde eingeführt, der fatal an die überflüssige Bürokratie der Hartz-IV-Reform erinnere, bemängelte Austermann.

DÜSSELDORF: Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt will die sieben Spitzenverbände der Krankenkassen auflösen und durch einen einzigen Dachverband ersetzen. In einem Gastbeitrag für das 'Handelsblatt' begründet sie dies damit, dass die Zersplitterung der Kassenlandschaft den heutigen Rahmenbedingungen nicht mehr gerecht werde. Niemand könne schlüssig begründen, warum noch immer rund 250 Krankenkassen benötigt würden. Die Vielzahl der Verbände führe nur zu unnötiger Bürokratie, betonte Schmidt. Nach ihren Angaben stiegen die Verwaltungskosten der Kassen in den vergangenen elf Jahren von 6,1 auf 8,2 Milliarden Euro.

HAVANNA: Der kubanische Vizepräsident Carlos Lage hat Berichte einer brasilianischen Zeitung dementiert, wonach Regierungschef Fidel Castro an Magenkrebs leide. Castro erhole sich gut von einer Darmoperation und werde die Regierungsgeschäfte in einigen Wochen wieder übernehmen. Die brasilianische Tageszeitung 'Folha de Sao Paulo' hatte berichtet, der fast 80-jährige Castro habe einen bösartigen Magentumor. Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva sei von der kubanischen Regierung darüber informiert worden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Nordwesten freundlich und trocken, sonst häufiger Schauer und Gewitter. Die Höchsttemperaturen liegen zwischen 16 und 27 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 18 Grad, wolkig;
Berlin: 18 Grad, bedeckt;
Dresden: 16 Grad, regnerisch;
Köln/Bonn: 18 Grad, bedeckt;
Frankfurt am Main: 18 Grad, regnerisch und
München: 14 Grad, regnerisch.

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