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Nachrichten

Sonntag, 6. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SOTSCHI: Der russische Präsident Wladimir Putin und US-Präsident George W. Bush haben ihren Streit um das geplante US-Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa nicht beigelegt. Russland bleibe bei seiner Ablehnung der für Polen und Tschechien vorgesehenen Abwehranlagen, hieß es in einer in Sotschi veröffentlichten Erklärung. Es habe keinen Durchbruch in den großen Streitthemen gegeben, sagte Putin auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bush. Bush erneuerte aber sein Angebot an Russland zur Zusammenarbeit beim Raketenschild. Putin machte auch erneut seinen Widerstand gegen die von der US-Regierung gewünschte schnelle Aufnahme der ehemaligen Sowjetrepubliken Ukraine und Georgien in die NATO deutlich. Bush traf auch mit dem zukünftigen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew zusammen. Medwedew bezeichnete dabei das Verhältnis zu den USA als besonders wichtig. In Sotschi endet für Bush eine einwöchige Europareise, in deren Mittelpunkt der NATO-Gipfel in Bukarest stand.

BERLIN: Die Ausbildung libyscher Sicherheitskräfte durch deutsche Polizisten steht offenbar im Zusammenhang mit der Freilassung der deutschen Familie Wallert im Jahr 2000. Die 'Bild am Sonntag' sowie die 'Berliner Zeitung' berichten unter Berufung auf Geheimdienstkreise, Libyen, das bei der Freilassung geholfen habe, habe als Gegenleistung den Wunsch nach deutscher Ausbildungshilfe geäußert. Der frühere Kanzler Gerhard Schröder und Staatschef Muammar Ghaddafi hätten vier Jahre später bei einem offiziellen Treffen ein entsprechendes Kooperationsabkommen geschlossen. Die Wallert-Familie und 18 weitere Ausländer waren am Ostersonntag 2000 in Malaysia von islamistischen Rebellen verschleppt und mehrere Monate auf den Philippinen gefangen gehalten worden. Libyen soll geschätzte 21 Millionen Dollar Lösegeld für die Freilassung bezahlt haben.

DUBLIN: Der irische Finanzminister und Vize-Premierminister Brian Cowen wird voraussichtlich Irlands neuer Regierungschef. Nach Ablauf der parteiinternen Nominierungsfrist sei Cowen der einzige Kandidat für die Nachfolge Bertie Aherns geblieben, teilte die Regierungspartei Fianna Fail in Dublin mit. Am Mittwoch soll der 48-Jährige zum Parteichef gekürt werden. Damit gilt als sicher, dass das Parlament Cowen am 7. Mai zum neuen Premierminister wählen wird. Nach fast elf Jahren Amtszeit hatte Premierminister Bertie Ahern am Mittwoch unter dem Druck einer Korruptionsaffäre seinen Rücktritt angekündigt. Ahern wies die Vorwürfe zurück. Cowen gilt als sein Wunschnachfolger.

PARIS: In Frankreich haben tausende Menschen gegen die Einwanderungspolitik der Regierung demonstriert. In der Hauptstadt Paris nahmen nach Angaben der Organisatoren bis zu 20.000 Menschen an einer Demonstration teil. Dagegen sprach die Polizei von 4.200 Teilnehmern. Auch in Lyon, Marseille, Toulouse und anderen Städten fanden Proteste statt. Die Demonstrationen standen unter dem Eindruck des Todes eines Immigranten aus Mali, der am Freitag auf der Flucht vor der Polizei in einen Fluss gesprungen und ertrunken war. Die Demonstranten forderten die Regierung auf, illegal eingereisten Arbeitern Ausweispapiere zu geben.

NEU DELHI: Das geistliche Oberhaupt der Tibeter, der Dalai Lama, hat die Proteste seiner Landsleute gegen die chinesische Herrschaft als entscheidenden Schlag gegen die -so wörtlich- "Propaganda" Pekings bezeichnet. Nach den Unruhen könne die Tibet-Problematik nicht länger vernachlässigt werden, sagte der Dalai Lama in einer schriftlichen Erklärung. Die jüngsten Proteste in ganz Tibet hätten die Propaganda der Volksrepublik China, wonach alle Tibeter ein zufriedenes, wohlhabendes Leben führten, nicht nur widerlegt, sondern zerstört, heißt es in der in Indien veröffentlichten Erklärung.

COLOMBO: Bei einem Anschlag in Sri Lanka sind mindestens zehn Menschen getötet worden, darunter der Verkehrsminister des Landes. Die Bombe sei am Rande einer öffentlichen Veranstaltung in dem westlichen Bezirk Gampaha in die Luft gegangen, sagte ein Regierungssprecher. Der für Autobahnen zuständige Minister Jeyaraj Fernandopulle habe die Veranstaltung besucht, als die Explosion ihn und neun weitere Menschen in den Tod gerissen habe.

HARARE: Eine Woche nach der Präsidentenwahl in Simbabwe hat die Regierungspartei von Staatschef Robert Mugabe eine Neuauszählung der Stimmen gefordert. Die Wahlkommission müsse die Veröffentlichung von Ergebnissen verschieben, weil es bei der Auszählung zu Fehlern gekommen sei, berichtete die Staatszeitung "Sunday Mail" auf ihrer Internetseite. Zur Präsidentenwahl liegt noch immer kein offizielles Ergebnis vor. Die oppositionelle "Bewegung für Demokratischen Wandel" hat ihren Kandidaten Morgan Tsvangirai zum Sieger erklärt.

NAIROBI: In Kenia verzögert sich die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit, auf die sich Präsident Mwai Kibaki und Oppositionsführer Raila Odinga nach den Ausschreitungen im Gefolge der umstrittenen Wahlen verständigt hatten. Die für Sonntag erwartete Vorstellung der 40 Kabinettsmitglieder komme nicht zustande, erklärten beide Seiten. Grund sind Differenzen über die Aufteilung der Ressorts. Kibaki forderte Odinga zu einem Treffen auf, um den Streit beizulegen.

PODGORICA: In Montegro sind rund 490.000 Bürger an diesem Sonntag aufgerufen, erstmals seit der Unabhängigkeit des Balkanstaates einen Präsidenten zu wählen. Die Abstimmung gilt auch als Richtungsentscheidung für den weiteren Kurs gegenüber dem großen Nachbarland Serbien. Montenegro hatte sich vor zwei Jahren nach einem Referendum friedlich von Serbien abgespalten. Ein Drittel der Einwohner sind ethnische Serben. Umfragen zufolge gilt Amtsinhaber Filip Vujanovic von der regierenden Demokratischen Partei der Sozialisten als Favorit. Er tritt für eine konsequente Anbindung Montenegros an die Europäische Union ein.

ST. PETERSBURG: In Russland will sich die außerparlamentarische Opposition zu einem Bündnis zusammenschließen. Führende Vertreter von politischen Gruppierungen, die nicht in der Duma vertreten sind, gründeten in St. Petersburg eine entsprechende Koordinierungsgruppe. Zu den Unterzeichnern gehört auch der frühere Schachweltmeister Garri Kasparow, der zur Präsidentenwahl Anfang März nicht zugelassen worden war.

LOS ANGELES: Die Hollywood-Legende Charlton Heston ist im Alter von 84 Jahren in Beverly Hills gestorben. Heston wurde 1959 für seine Hauptrolle in 'Ben Hur' mit dem Oscar ausgezeichnet. In den Monumentalfilmen der 50er und 60er Jahre verkörperte er Moses, Michelangelo, El Cid und andere Heldenfiguren. Auch außerhalb der Leinwand machte Heston sich einen Namen. Er war Präsident der Schauspielergewerkschaft, Vorsitzender des Amerikanischen Filminstituts und Präsident der US-Waffenlobby NRA.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Regnerisch und kühl bei vier bis zehn Grad. Im Tagesverlauf von Nordwesten her Aufheiterungen.

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