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Nachrichten

Sonntag, 5. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MÜNCHEN: Der deutsche Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate steht erneut vor dem Abgrund. Das kürzlich von Bundesregierung und Finanzbranche ausgehandelte 35 Milliarden Euro schwere Rettungspaket sei hinfällig, teilte das DAX-Unternehmen mit. Mehrere Banken hätten ihre Kreditzusagen zurückgezogen. Offenbar benötigt der Immobilienfinanzierer deutlich mehr Geld als zunächst angenommen. Die Hypo Real Estate kämpfe um ihre Existenz, sagte ein Sprecher. Die Bundesregierung betonte, dass sie weiter nach einer Lösung für das Institut suche. Zu Einzelheiten wollte sich der Sprecher des Finanzministeriums, Torsten Albig, nicht äußern. In Berlin ist unterdessen ein Krisengipfel zur Rettung des Immobilienfinanziers zusammengetreten.

LONDON: Der neue britische Wirtschaftsminister Peter Mandelson hat staatliche Alleingänge in der Finanzkrise kritisiert. Garantien für Bankeinlagen, wie sie Irland und Griechenland beschlossen hätten, könnten den Markt verzerren. Die Gefahr der Finanzkrise bestehe darin, dass sie zu neuem wirtschaftlichen Nationalismus führen könne, sagte Mandelson. Der britische Wirtschaftsminister hatte sich am Rande des EU-Krisengipfels geäußert, der am Samstag in Paris von dem amtierenden EU-Ratspräsidenten, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy einberufen worden war. An dem Treffen hatten neben Sarkozy auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, der britische Premier Gordon Brown und Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi teilgenommen. Vereinbart wurde eine engere Abstimmung. Einen europaweiten Auffang-Fonds für faule Kredite nach US-Vorbild soll es aber nicht geben.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung will den Rechtsschutz für die deutschen Soldaten in Afghanistan verbessern. Die Soldaten riskierten viel im Interesse der Sicherheit. Daraus dürften ihnen in schwierigen Situationen keine rechtlichen Nachteile entstehen, sagte er der 'Bild am Sonntag'. Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Reinhold Robbe, hatte kritisiert, dass der Feldwebel, gegen den wegen versehentlicher Tötung von Zivilisten in Afghanistan ermittelt werde, seinen Anwalt selbst bezahlen müsse. Er soll an einer Straßensperre Ende August eine Frau und zwei Kinder erschossen haben.

NEW YORK: Der jüngste Angriff der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK auf türkische Grenzsoldaten ist international scharf verurteilt worden. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, EU-Chefdiplomat Javier Solana und NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sprachen den Angehörigen der Opfer ihre Anteilnahme aus. Bei der schwersten Attacke der PKK seit der türkischen Offensive auf irakischem Gebiet vor einigen Monaten kamen mindestens 38 Menschen ums Leben. Die PKK-Kämpfer waren aus dem Nord-Irak in die Türkei eingedrungen und hatten einen Grenzposten in der südöstlichen Provinz Hakkari attackiert, wie der Generalstab in Ankara mitteilte. Unter den Toten seien 15 Soldaten und 23 Angreifer aus den Reihen der PKK.

WASHINGTON: Einen Monat vor den US-Präsidentenwahlen haben die Republikaner ihre Attacken auf den demokratischen Kandidaten Barack Obama drastisch verstärkt. Die republikanische Vizepräsidenten-Kandidatin, Sarah Palin, sagte, Obama sei mit Terroristen befreundet, die ihr eigenes Land ins Visier nehmen würden. Palin bezog sich auf einen Artikel der "New York Times". Dort hatte es geheißen, Obama habe Kontakt zu einem einst radikalen Gegner des Vietnam-Krieges gehabt, der heute als Universitätsprofessor lehre. Die Attacke auf Obama kommt nicht gänzlich unerwartet. Erst vor wenigen Tagen hatte das Wahlkampfteam von Präsidentschaftsbewerber John McCain eine sehr agressive Kampagne bis zur Wahl am 4. November angekündigt.

BANGKOK: In Thailand hat die Polizei einen der führenden Oppositionellen festgenommen. Der frühere General Chamlong Srimuang wurde abgeführt, als er gerade seine Stimme bei den Gouverneurswahlen in Bangkok abgab. Ein Polizeisprecher bestätigte die Festnahme. Chamlong hatte die wochenlangen Proteste gegen die Regierung angeführt, in deren Verlauf auch Regierungsgebäude besetzt worden waren. Bereits am Freitag hatten die Behörden einen Regierungsgegner festnehmen lassen.

SARAJEVO: In Bosnien sind drei Millionen Wahlberechtigte zur Stimmabgabe bei den Kommunalwahlen aufgerufen. Es handelt sich um die vierten Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen seit dem Ende des Bosnienkrieges von 1995. Im Wahlkampf dominierten nationalistische Töne. Seit Kriegsende besteht Bosnien aus der serbischen Teilrepublik und der Muslimisch-kroatischen Föderation. Bosnien zählt zu den ärmsten Ländern Europas, die Arbeitslosigkeit liegt bei rund 40 Prozent.

WIESBADEN: Die hessische SPD ist fest entschlossen, die von der CDU geführte Landesregierung mit Hilfe der Partei 'Die Linke' abzulösen. Die Delegierten eines SPD-Landesparteitags in Rotenburg an der Fulda beschlossen mit großer Mehrheit die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit den Grünen und parallele Gespräche mit der Linkspartei. Ziel ist die Tolerierung einer rot-grünen Minderheitsregierung durch die Linke bis zum Ende der Legislaturperiode 2013. Vor der Landtagswahl hatte die hessische SPD-Chefin Andrea Ypsilanti noch jegliche Zusammenarbeit mit der Linkspartei ausgeschlossen.

ZUM FUSSBALL: Mit einem 2:1-Sieg gegen Frankfurt ist Aufsteiger Hoffenheim wieder an die Tabellenspitze der Bundesliga gestürmt. Der deutsche Meister Bayern München fiel nach einem 3:3 gegen Bochum auf Rang 11 zurück.

Außerdem spielten am Samstag:

Stuttgart - Bremen 4:1;

Leverkusen - Berlin 0:1

und Mönchengladbach - Köln 1:2.

An diesem Sonntag wird der 7. Spieltag mit den Partien Schalke gegen Wolfsburg, Dortmund gegen Hannover und Cottbus gegen Hamburg komplettiert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Nordwesten her Aufzug von Regenwolken. In Richtung Südosten Auflockerungen. Höchsttemperaturen zehn bis 16 Grad Celsius.

Am Morgen meldeten bei zumeist stark bewölktem Himmel:

Hamburg: 8 Grad;

Berlin und Frankfurt am Main: 6 Grad;

Dresden: 5 Grad;

Köln/Bonn: 9 Grad und

München: 3 Grad.

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