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Nachrichten

Sonntag, 5. November 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BAGDAD: Ein irakisches Gericht hat den gestürzten irakischen Machthaber Saddam Hussein zum Tod verurteilt. Sein Halbbruder Barzan al Tikri sowie der frühere Vorsitzende des Revolutionsgerichtshofs, Awad al-Bandar, erhielten ebenfalls die Todesstrafe. Vizepräsident Yassin Ramadan wurde zu lebenslanger Haft; drei weitere Angeklagte wurden zu 15 Jahren Haft verurteilt, ein weiterer wurde freigesprochen. Den Angeklagten wurden unter anderem Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. In dem gut einjährigen Prozess ging es um das Massaker an 148 schiitischen Dorfbewohnern. Aus Furcht vor Ausschreitungen verhängte die irakische Regierung für diesen Sonntag eine Ausgangssperre über mehrere Städte. Der Anwalt Saddams hatte vor Unruhen im Falle eines Schuldspruchs gewarnt.

LONDON: Anlässlich des weltweiten Aktionstags für den Klimaschutz haben am Samstag mehr als 20.000 Menschen in London entschlossenere Maßnahmen gegen die Erderwärmung gefordert. Die Demonstranten verlangten vor allem ein stärkeres Engagement der Politik. Am Freitag hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einem Treffen mit dem britischen Premierminister Tony Blair eine führende Rolle Europas im Kampf gegen den Klimawandel gefordert. Wissenschaftler warnen seit Jahren vor den verheerenden Folgen der Erderwärmung. Am Montag beginnt in Nairobi der Weltklimagipfel, auf dem über ein neues weltweites Klimaschutzabkommen beraten werden soll.

BERLIN: Bundesumweltminister Siegmar Gabriel ist dagegen, mehr Atomkraftwerke zu bauen, um dem Klimawandel zu begegnen. Dem Deutschlandfunk sagte Gabriel, Atomkraftwerke produzierten nur Strom, aber keine Wärme. Dafür seien dann wieder Wärmekraftwerke notwendig, die das klimaschädliche Kohlendioxid ausstießen. Gabriel reagierte damit auf eine entsprechende Forderung der Internationalen Energiebehörde kurz vor dem am Montag in Nairobi beginnenden Klimagipfel. Als wichtigste Aufgabe des Gipfels sieht der Bundesumweltminister, die Entwicklungsländer an den Klimawandel anzupassen. Erst in einem späteren Schritt könne über Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausgase beraten werden.

ESSEN: Die Ursache für den gestrigen Stromausfall in einigen Gebieten Westeuropas ist weiter unklar. Millionen Menschen in Deutschland, Belgien, Italien und Spanien saßen am späten Samstagabend für etwa eine halbe Stunde im Dunkeln. Auslöser war eine Panne in zwei Hochspannungsleitungen in Deutschland, die Auswirkungen auf die anderen Stromnetze hatte. Der deutsche Stromerzeuger RWE teilte mit, erst im Laufe des Tages könne man feststellen, was die Panne auslöste.

BERLIN: Nach dem Vorwurf einer angeblichen Scheinhinrichtung durch Bundeswehrsoldaten in Afghanistan hat das Verteidigungsministerium konkrete Beweise verlangt. Die 'Berliner Morgenpost' hatte zuvor gemeldet, deutsche Soldaten hätten nach Aussagen eines Berliner Unteroffiziers in Afghanistan einheimische Kinder für Scheinhinrichtungen missbraucht. Der Vorfall soll sich 2002 in Kabul ereignet haben. In den vergangenen Tagen hatten unter anderem Fotos vom Umgang mehrerer deutscher Afghanistan-Soldaten mit Skelettteilen für Empörung gesorgt.

KABUL: Der UN-Sonderbeauftragte für Afghanistan, der Deutsche Tom Koenigs, hat eindringlich vor einer militärischen Niederlage der NATO in Afghanistan gewarnt. Man müsse unbedingt bedenken, dass der Konflikt zwar nicht allein militärisch zu gewinnen sei, dass die Nato aber auch nicht verlieren dürfe, sagte Koenigs der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung'. Es sei eine gewaltige militärische Anstrengung notwendig, um eine Niederlage zu verhindern. Diplomatische und humanitäre Mittel allein reichten nicht aus. Koenigs sprach sich dafür aus, dass deutsche Soldaten sich auch an der bewaffneten Isaf-Truppe im Süden des Landes beteiligten.

HELSINKI: Die Europäische Union hat sich besorgt über die wachsende Zahl ziviler Opfer durch israelische Militäraktionen im Gazastreifen gezeigt. In einer Erklärung der finnischen EU-Ratspräsidentschaft heißt es, das Recht zur Selbstverteidigung rechtfertige keinen unverhältnismäßigen Einsatz von Gewalt. Zugleich rief die EU die palästinensische Führung auf, die terroristischen Aktivitäten einzudämmen. Dies schließe auch den Raketenbeschuss des israelischen Territoriums ein. Bei der am Mittwoch begonnenen Offensive der israelischen Armee im Gazastreifen wurden bislang mindestens 44 Palästinenser getötet.

CARACAS: In Venezuela haben einen Monat vor der Präsidentenwahl hunderttausende Anhänger der Opposition gegen die Regierung von Amtsinhaber Hugo Chavez demonstriert. Der Protestmarsch in der Hauptstadt Caracas war zeitweise mehr als 20 Kilonmeter lang. Die Teilnehmer sicherten Chavez-Herausforderer Manuel Rosales ihre Unterstützung zu. Sie werfen Chavez, einem entschiedenen Kritiker der US-Regierung, vor, einen kommunistischen Staat nach dem Vorbild Kubas errichten zu wollen. Rosales steht für eine Wiederannäherung an die USA und eine Neuverteilung der Öleinnahmen. In Umfragen liegt er aber gut 20 Prozent hinter Chavez.

PEKING: China hat mit zehn der 48 Gastländer des Chinesisch- Afrikanischen Gipfeltreffens Liefer- und Kooperationsverträge abgeschlossen. Die 16 Verträge hätten ein Volumen von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro, sagte der Vorsitzende des chinesischen Rats zur Förderung des internationalen Handels, Wan Jifei, zum Abschluss der Konferenz in Peking. Ministerpräsident Wen Jiabao hatte am Samstag angekündigt, sein Land wolle die Finanzhilfen an Afrika bis zum Jahr 2009 verdoppeln und einen Teil der Schulden streichen. DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wieder überwiegend stark bewölkt, gebietsweise Regen. Tageswerte zwischen sechs und 14 Grad.

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