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Nachrichten

Sonntag, 5. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

PRAG: US-Präsident Barack Obama hat seine Entschlossenheit bekräftigt, für eine atomwaffenfreie Welt zu kämpfen. Die Gefahr eines nuklearen Angriffs sei trotz des Endes des Kalten Krieges gestiegen, sagte Obama in einer grundsatzpolitischen Rede vor rund 30.000 Menschen an der Prager Burg. Gerade die USA hätten hier eine große moralische Verantwortung. Deshalb strebe er für sein Land unter anderem die Ratifizierung des Abkommens über ein Atomwaffentestverbot an. Dies wird seit Jahren im US-Senat blockiert. Zugleich bekräftigte Obama seinen Willen, weitere Staaten, vor allem aber Terroristen vom Bau oder Erwerb nuklearer Waffen abzuhalten. - Nach seiner Rede kommt Obama mit den Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder zusammen. Zu den Themen des Treffens dürften der Afghanistan-Einsatz, der Nahost-Konflikt und auch der Klimaschutz gehören.

PJÖNGJANG: Trotz aller internationalen Warnungen hat Nordkorea eine Rakete gestartet und damit die Spannungen in der Region abermals verschärft. Die Rakete flog über Japan hinweg in Richtung Pazifik. Mit ihr wurde nach Meldungen der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap tatsächlich ein Satellit transportiert, so wie dies Pjöngjang angekündigt hatte. Die USA, Japan und Südkorea werfen dem kommunistischen Regime allerdings vor, unter dem Deckmantel eines Satellitenstarts die Technologie für eine militärische Langstreckenrakete zu erproben. US-Präsident Barack Obama nannte den Raketenstart eine Provokation. Damit habe Nordkorea gegen eine Resolution des UN-Sicherheitsrats verstoßen, die dem Land jede Aktivität mit ballistischen Raketen ausdrücklich untersage. Auch die EU legte Protest ein. Der Weltsicherheitsrat berief auf Antrag Japans eine Dringlichkeitssitzung ein.

ISLAMABAD: Bei einem Bombenanschlag auf eine Moschee in Pakistan sind mindestens 17 Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben zündete ein Selbstmordattentäter vor dem Eingang des schiitischen Gotteshauses in der Stadt Chakwal eine Bombe, während dort gerade die Gläubigen versammelt waren. Rund 50 Menschen hätten Verletzungen erlitten. Chakwal liegt rund 40 Kilometer südlich der Hauptstadt Islamabad. - Bereits am Samstag waren bei mehreren Selbstmordattentaten in Pakistan mindestens 15 Menschen getötet worden.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die afghanische Regierung davor gewarnt, ein umstrittenes neues Eherecht für Schiiten in Kraft zu setzen. Nach Medienberichten räumt das Gesetz, das noch nicht offiziell veröffentlicht ist, Ehemännern weitreichende Verfügungsgewalt über ihre Frauen ein, bis hin zur Vergewaltigung. Dieses Gesetz widerspreche der Gleichberechtigung von Mann und Frau grundlegend, sagte die Kanzlerin der "Bild am Sonntag". Die Zusicherung von Präsident Hamid Karsai, das Gesetz überprüfen zu lassen, sei dringend notwendig gewesen. Schärfer äußerte sich der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke. Deutschland müsse sein Engagement in Afghanistan überdenken, wenn Karsai solche archaischen Gesetze verabschiede, sagte Nooke.

PEKING: Tibet ist seit diesem Sonntag wieder für ausländische Touristen geöffnet. Allerdings kontrolliert China weiterhin genau, wer in die Himalaya-Region einreisen darf. Besucher brauchen eine spezielle Genehmigung der Regierung in Peking. China hatte in Tibet und den angrenzenden tibetischen Siedlungsgebieten seit Februar de facto das Kriegsrecht verhängt, aus Angst vor antichinesischen Protesten anlässlich mehrerer für die Tibeter wichtiger Jahrestage. Im März jährten sich unter anderen der Aufstand gegen die chinesische Herrschaft in Tibet und die Flucht des Dalai Lama ins indische Exil zum fünfzigsten Mal.

SKOPJE: In Mazedonien findet an diesem Sonntag die Stichwahl zur Wahl eines neuen Präsidenten statt. Die Konkurrenten sind der Regierungskandidat Gjordje Ivanov und der sozialdemokratische Oppositionsführer Ljubomir Frckoski. Beide hatten im ersten Wahlgang am 22. März die absolute Mehrheit verfehlt. Ivanov bekam 35 Prozent der abgegebenen Stimmen, Frckoski rund 20 Prozent. Die Wahl ist nur gültig, wenn eine Beteiligung von mindestens 40 Prozent der 1,8 Millionen Wahlberechtigten erreicht wird.

BRATISLAVA: Die Präsidenten-Stichwahl in der Slowakei hat Amtsinhaber Ivan Gasparovic deutlich gewonnen. Wie die Statistikbehörde mitteilte, holte der 68-jährige Jurist mehr als 55 Prozent der Stimmen. Für seine Herausforderin, die christdemokratische Abgeordnete Iveta Radicova, stimmten rund 44 Prozent der Wähler. Die Wahlbeteiligung lag mit 51 Prozent höher als in der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen, in der Gasparovic mit 46,7 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt hatte.

CHISINAU: Rund 2,5 Millionen Bürger sind in Moldawien zur Wahl eines neuen Parlaments aufgerufen. Entschieden wird über 101 Mandate. In letzten Umfragen lag die regierende Kommunistische Partei weiter in Führung. Rund 200 Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) überwachen die Abstimmung in der früheren Sowjetrepublik. Mit der Wahl endet zugleich die zweite und letzte Amtszeit des einflussreichen Präsidenten Wladimir Woronin.

HAVANNA: Eine Delegation US-amerikanischer Parlamentarier ist in Havanna mit dem kubanischen Außenminister Bruno Rodríguez Barrilla zusammengetroffen. Es handelt sich um acht Demokraten, die den von der US-Regierung mit einem Embargo belegten Inselstaat besuchen. Die Delegation versucht, den seit Jahrzehnten unterbrochenen Dialog mit der kubanischen Führung wieder in Gang zu bringen. Die Delegations-Leiterin Barbara Lee erklärte, US-Präsident Barack Obama wolle die bisherige Kuba-Politik Washingtons ändern.

HAMBURG: Der Lebensmittel-Discounter Lidl steht erneut wegen fragwürdiger Registrierung von Mitarbeitern in der Kritik. Nach einem Bericht des Magazins 'Der Spiegel' hat das Unternehmen erkrankte Beschäftigte aufgefordert, den Grund ihrer Erkrankung anzugeben und diesen in firmeninternen Unterlagen registriert. In einer Stellungnahme räumte Lidl ein, dass diese Praxis nicht datenschutzkonform gewesen sei. Sie sei deshalb Ende 2008 eingestellt worden. - Vor einem Jahr war bekannt geworden, dass Lidl Detektive zur Bespitzelung von Mitarbeitern eingesetzt hatte.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselnd bewölkt mit sonnigen Abschnitten. Im Norden meist trocken. Südlich des Mains örtlich Schauer und Gewitter. Höchsttemperaturen zwischen 10 Grad an der Küste und 18 Grad an Rhein und Main.

Am Morgen meldeten:

Hamburg und München: 9 Grad, wolkig;

Berlin, Dresden und Köln/Bonn: 10 Grad, bedeckt und

Frankfurt am Main: 11 Grad, sonnig.

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