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Nachrichten

Sonntag, 4. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Nach der Verhängung des Ausnahmezustandes durch Präsident Pervez Musharraf sind in Pakistan mehrere Oppositionspolitiker unter Hausarrest gestellt worden. Mindestens 12 prominente Vertreter der Opposition wurden festgenommen. Musharraf hatte am Samstag den Ausnahmezustand über das Land verhängt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Telefonverbindungen und die Übertragung privater Sender wurden unterbochen. Außerdem setzte Musharraf den Obersten Richter des Landes, Iftikhar Muhammad Chaudhry ab. Der Oberste Gerichtshof hatte wiederholt Musharraf-kritische Entscheidungen getroffen. Musharraf, der nach einem Putsch 1999 an die Macht gekommen war, hatte sich im Oktober als Präsident wiederwählen lassen. Über die Rechtmäßigkeit dieser Wiederwahl sollte aber noch die Justiz entscheiden. Begründet wurde der Ausnahmezustand mit dem Argument, Pakistan werde durch Islamisten bedroht.

WASHINGTON: Nach der Verhängung des Ausnahmezustandes in Pakistan haben sich die wichtigsten westlichen Verbündeten, die USA und Großbritannien, die Europäische Union sowie der Nachbar Indien sehr besorgt gezeigt. Die US-Regierung kündigte aber an, Pakistan werde weiter im Kampf gegen den Terrorismus militärisch unterstützt. Pakistan ist ein wichtiger Verbündeter der USA im Kampf gegen die El-Kaida und die Taliban im benachbarten Afghanistan.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nach der Rückkehr von ihrem Blitzbesuch in Afghanistan bekräftigt, dass deutsche Soldaten nicht dauerhaft in den umkämpften Süden des Landes geschickt werden. Wenn notwendig, werde man aber den Bündnispartnern im Süden beistehen. Bei ihrem Besuch in Kabul hatte Merkel Staatspräsident Hamid Karsai stärkere deutsche Unterstützung beim Aufbau der Polizei in Aussicht gestellt. Afghanistan müsse Schritt für Schritt in die Lage versetzt werden, selbst Verantwortung für die Sicherheit im Land zu übernehmen. Karsai dankte Deutschland für die jahrelange Hilfe. - Vor ihrem Rückflug nach Deutschland besuchte Merkel in Masar-i-Scharif den größten Stützpunkt der Bundeswehr in Afghanistan.

ANKARA: Im Konflikt mit den Rebellen der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK setzt die Türkei nach der internationalen Irak-Konferenz jetzt auf die Unterstützung der USA. Er gehe von positiven Gesprächen mit der US-Regierung aus, sagte der türkische Regierungschef Tayyip Erdogan, der am Montag in Washington mit Präsident George Bush zusammenkommt. Die PKK ließ unterdessen acht türkische Soldaten frei, die sie Ende Oktober gefangen genommen hatte. Die Freilassung wird übereinstimmend von türkischen Medien und einer PKK-nahen Agentur gemeldet.

GAZA-STADT: Bei israelischen Luft- und Artillerieangriffen sind im nördlichen Gazastreifen mindestens vier Palästinenser getötet worden, darunter drei Zivilisten. Kurz zuvor hatten radikale Palästinenser wieder Kassam-Raketen auf Israel abgefeuert, die jedoch keinen Schaden anrichteten. Nach israelischen Angaben sind in den vergangenen vier Monaten rund 1.000 dieser Raketen auf das Gebiet des jüdischen Staates gefeuert worden.

TEL AVIV: US-Außenministerin Condoleezza Rice erwartet von ihrer jüngsten Nahost-Reise keinen Durchbruch in den Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern. Die Vorbereitungsgespräche für die von den USA noch dieses Jahr geplante Friedenskonferenz seien schwierig, sagte Rice nach ihrer Ankunft in Tel Aviv. Sie rechne nicht damit, dass es während ihres zweitägigen Besuches eine Einigung über die Rahmenbedingungen eines palästinensischen Staates geben werde. Rice will an diesem Sonntag Israels Ministerpräsidenten Ehud Olmert treffen, am Montag Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas.

PARIS: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy ist in den Tschad gereist. Er will in dem afrikanischen Land mit seinem Amtskollegen Idriss Deby über die Mitglieder der umstrittenen Organisation 'Arche de Zoé' sprechen, die im Tschad wegen Kindesentführung angeklagt sind. Sie sollen versucht haben, rund 100 angebliche Waisenkinder aus der sudanesischen Krisenregion Darfur nach Frankreich zu bringen. Auch die französische Justiz ermittelt in diesem Zusammenhang. Insgesamt sind 16 Europäer angeklagt, unter ihnen auch mehrere Journalisten.

HAMBURG: Im Tarifkonflikt bei der Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL dem Konzern ein Ultimatum gestellt. Man gebe dem Unternehmen bis Anfang nächster Woche Zeit, ein neues und verbessertes Angebot vorzulegen, sagte der stellvertretende Gewerkschaftschef Claus Weselsky der 'Bild am Sonntag'. Andernfalls solle am Dienstag oder Mittwoch über neue Streiks beraten werden. Die Kunden im Nahverkehr, die zuletzt stark beeinträchtigt wurden, sollten aber vorerst verschont werden. Das Sächsische Landesarbeitsgericht hatte am Freitag Streiks auch im Güter- und Fernverkehr erlaubt.

BERLIN: Vor dem Hintergrund heftiger Streitereien in der großen Koalition kommen die Spitzen von CDU, CSU und SPD an diesem Sonntag in Berlin zu einer Koalitionsrunde zusammen. Auf der Tagesordnung stehen Themen wie die längere Auszahlung des Arbeitslosengeldes an ältere Erwerbslose, der umstrittene Mindestlohn für Briefzusteller, die Bahnreform und die Pendlerpauschale. Eine Einigung wird wegen der unterschiedlichen Positionen eher nicht erwartet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte erklärt, sie werde ein Abrücken vom Reformkurs der Regierung nicht akzeptieren.

MEXIKO-STADT: Durch die Überschwemmungen im Süden Mexikos sind bislang insgesamt fünf Menschen ums Leben gekommen. Wie die Behörden mitteilten, starben im Bundesstaat Chiapas vier Menschen, im großenteils überfluteten Nachbarstaat Tabasco war zuvor ein Toter gemeldet worden. Dort sind in der Hauptstadt Villahermosa immer noch rund 100.000 Menschen von Wassermassen eingeschlossen. Teilweise stehen die Straßen sechs Meter hoch unter Wasser. Für diesen Sonntag sind weitere Regenfälle angekündigt. Die tagelangen Regenfälle haben auch in den Bergregionen Südmexikos zu Verwüstungen geführt. Nach Erdrutschen sind 60 Gemeinden nur noch auf dem Luftweg erreichbar.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In den Mittelgebirgen und im Süden wolkig und stellenweise Regen. Sonst zunehmend aufgelockerte Bewölkung, von der Weser bis zur Ostsee heiter. Höchstwerte sieben bis 12 Grad.

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