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Nachrichten

Sonntag, 4. Januar 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA-STADT: Israel setzt seine militärische Offensive im Gazastreifen am Boden, in der Luft und von See aus fort. Örtliche Medien berichten von zahlreichen Todesopfern unter den Palästinensern, nennen jedoch keine genauen Zahlen. Die Armee spricht von 30 verletzten Soldaten in den heftigen Gefechten mit radikal-islamischen Hamas-Kämpfern. Nach Angaben arabischer Sender haben israelische Panzer inzwischen Gaza-Stadt erreicht. Die radikal-islamische Hamas meldet erste Gefangene. Nach israelischer Darstellung konzentrieren sich die Truppen auf die Zerstörung von Raketen-Abschussrampen. Palästinensische Extremisten feuerten dennoch erneut Kassam-Geschosse und Mörsergranaten auf Israel ab. Die Armee berief nochmals tausende Reservisten ein.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat eine Soforthilfe von drei Millionen Euro für humanitäre Aufgaben im Gazastreifen beschlossen. Nahrungsmittel, Medikamente und Baumaterial für Notunterkünfte sollen über die Vereinten Nationen bereitgestellt werden, wie der zuständige EU-Kommissar Louis Michel in Brüssel mitteilte. Er rief Israel dazu auf, den Transport der Hilfsgüter zuzulassen. Angeführt von Tschechiens Außenminister Karel Schwarzenberg startet eine EU-Delegation heute eine Vermittlungsmission im Nahen Osten, um einen Waffenstillstand im Gazastreifen zu erreichen. Erste Station ist die ägyptische Hauptstadt Kairo. Zuvor war der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erneut mit einer verbindlichen Resolution für einen Waffenstillstand im Gazastreifen gescheitert. Die USA lehnten einen von Libyen eingereichten Text ab, weil sie Israels Offensive unzulässig mit Terroraktionen der radikal-islamischen Hamas gleichgesetzt sahen.

PARIS: Mehrere zehntausend Menschen haben in europäischen Großstädten gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen protestiert und eine Waffenruhe gefordert. Die größte Kundgebung gab es in Paris, wo die Polizei die Teilnehmerzahl auf mehr als 20.000 schätzte. Protestaktionen gab es zudem in Berlin und anderen deutschen Städten, in Großbritannien, Griechenland und Spanien. Auch aus der Türkei, dem Libanon und Indonesien werden anti-israelische Demonstrationen gemeldet. Außenminister Frank-Walter Steinmeier appellierte an die islamischen Staaten, ihren Einfluss für ein Ende der Raketenangriffe militanter Palästinenser auf israelisches Territorium geltend zu machen.

BAGDAD: Durch einen Selbstmordanschlag am Eingang einer schiitischen Grabstätte sind im Nordwesten der irakischen Hauptstadt etwa 40 Menschen getötet worden. Die Polizei spricht zudem von mehr als 50 Verletzten. Die Explosion fand an einem Kontrollposten vor dem Imam Mussa-Schrein im mehrheitlich von Schiiten bewohnten Stadtteil Kadhimiya statt. Viele Pilger bereiten sich dort zurzeit auf das so genannte Aschura-Fest in dieser Woche vor.

KIEW: Das Tauziehen zwischen Russland und der Ukraine im Streit um die Preise für Erdgas dauert an. Die Führung in Kiew warnte vor ernsten Lieferengpässen in Europa. Sollte sich der russische Gazprom-Konzern weiterhin weigern, die Ukraine zu beliefern, werde dies in rund zwei Wochen Folgen haben, hieß es. Rumänien, Ungarn, Polen und Bulgarien hatten bereits einen Rückgang von russischem Gas gemeldet, das durch Pipelines in der Ukraine gepumpt wird. Delegationen beider Seiten reisen inzwischen durch europäische Hauptstädte, um sich jeweils als verlässlicher Energiepartner zu präsentieren. Die Europäische Union kündigte an, dass der Konflikt am Freitag in Brüssel diskutiert werde. Eine Vermittlerrolle lehnt die EU ab.

BERLIN: Russland will das Partnerschaftsabkommen mit der Europäischen Union nach den Worten seines Botschafters in Berlin in diesem Jahr abschließen. Die EU habe sich bei der Vermittlung im Kaukasus-Konflikt mit Georgien als engagierter und effizienter Vermittler bewährt, sagte Botschafter Wladimir Kotenew. Dem damaligen EU-Ratspräsidenten Nicolas Sarkozy sei es gelungen, eine Eskalation zu verhindern. Die NATO habe hingegen beim Konfliktmanagement im vergangenen August versagt. Langfristige Vereinbarungen zu einer dauerhaften Lösung des Konflikts im Südkaukasus könnten aber nur mit einer neuen Regierung in Tiflis getroffen werden, betonte Kotenew.

PRISTINA: Nach Gewalttaten im Norden des Kosovo haben die KFOR-Truppe der NATO und die EU-Polizei- und Justizmission (EULEX) ihre Präsenz im Norden des Landes erhöht. Die KFOR sei verstärkt in der zwischen Kosovo-Albanern und Serben getrennten Stadt Kosovska Mitrovica im Einsatz, EULEX-Beamte in der gesamten Nordregion, teilte die EU-Mission mit. - In Kosovska Mitrovica war es am Dienstag zu Ausschreitungen gekommen, nachdem ein junger Serbe niedergestochen worden war. In der Nacht zu Samstag wurden sieben Feuerwehrmänner bei einer Explosion verletzt.

BERLIN: Kurz vor dem Spitzentreffen der Union zum geplanten zweiten Konjunkturpaket der Bundesregierung hat die CSU nochmals sofortige Steuersenkungen gefordert. Ohne solch eine Entlastung der Bürger könne er sich die Zustimmung seiner Partei zu weiteren Konjunkturmaßnahmen nicht vorstellen, sagte der bayerische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung'. Die SPD lehnt eine Senkung der Steuern ab und will stattdessen die Sozialabgaben deutlich senken.

PASSAU: Mit zwei Kundgebungen haben mehr als 1.000 Menschen im bayerischen Passau friedlich gegen einen Aufmarsch von Neonazis protestiert. Rund 300 Anhänger der rechtsextremen NPD demonstrierten gleichzeitig vor der Polizeidirektion dagegen, dass nach dem Messerangriff auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl vor drei Wochen gezielt in der rechten Szene nach dem Täter gesucht wird. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die Neonazi-Demo unter Auflagen genehmigt. 1.500 Polizisten waren im Einsatz.

JAKARTA: In Ost-Indonesien sind durch eine Serie von schweren Seebeben mit zeitweiliger Flutwellen-Warnung mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Tausende wurden in Angst und Schrecken versetzt. Viele Menschen im indonesischen Teil der Insel Neuguinea flüchteten nach den Erdstößen in einer Stärke von mehr als sieben aus ihren Häusern ins Landesinnere. Das Seebeben ereignete sich nordwestlich vor Manokwari, der größten Stadt der Provinz West-Papua. Dort stürzten mehrere dutzend Häuser ein, unter diesen auch mehrere Hotels.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden teilweise heiter. Sonst überwiegend stark bewölkt mit teils länger andauerndem Schneefall. Im Norden auch Regen oder Schneeregen. Höchstwerte minus sechs bis plus zwei Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: plus 2 Grad, Regen
Berlin: plus 1 Grad, Schneeregen
Dresden: minus 1 Grad, Schneefall
Köln/Bonn: 0 Grad, bedeckt
Frankfurt am Main: minus 3 Grad, stark bewölkt
München: minus 6 Grad, bedeckt


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