1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 31. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BAGDAD: Der hingerichtete ehemalige irakische Machthaber Saddam Hussein ist nach übereinstimmenden Angaben des arabischen Nachrichtensenders 'Al Dschasira' und des US-Fernsehsenders CNN am Sonntagmorgen in Tikrits Stadtteil Awja beigesetzt worden. Ein CNN-Korrespondent war bei der Zeremonie anwesend. 'Al Dschasira' berief sich auf Angaben aus dem engsten Familienkreis. Wie es hieß, waren zu der Beerdigung etwa 100 Menschen gekommen. Saddam sei auf dem selben Friedhof begraben worden, auf dem auch seine 2003 bei einem Gefecht mit US-Soldaten getöteten Söhne Udai und Kusai lägen. Die Leiche war nach der Hinrichtung vom US-Militär an Stammesführer übergeben und nach Tikrit gebracht worden.

JAKARTA: Nach dem Untergang der Fähre im Sturm vor der indonesischen Insel Java sind bisher 66 Tote geborgen worden. Noch immer werden etwa 400 Menschen vermisst. Rettungskräfte konnten nach offiziellen Angaben inzwischen 151 Überlebende bergen. Heftiger Wind und hohe Wellen behindern weiterhin die Suche nach Überlebenden. Dutzende Menschen warten nach unbestätigten Meldungen auf Rettungsinseln auf Hilfe. Das Schiff war am Samstag auf dem Weg von Borneo nach Java gekentert. Die Bundesregierung äußerte sich bestürzt über das schwere Fährunglück. In Beileidsschreiben an den indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono übermittelten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier ihre Anteilnahme.

MOGADISCHU: Nach dem Ende der Besetzung der somalischen Hauptstadt durch islamistische Milizen hat die Übergangsregierung erste Schritte unternommen, um eine neue Verwaltung aufzubauen. Bei einem Treffen mit Clanchefs wurden ein Bürgermeister und ein Polizeichef für Mogadischu ernannt. Die in der Vergangenheit weitgehend machtlose Übergangsregieung hatte bisher ihren Sitz in Baidoa, rund 250 Kilometer nördlich von Mogadischu. Im Süden des Landes dauern die Kämpfe gegen die entmachteten Islamisten an. Truppen der Übergangsregierung und Soldaten aus dem benachbarten Äthiopien rücken nach Berichten somalischer Medien weiter auf die Hafenstadt Kismayo vor, die letzte Islamisten-Hochburg.

TEHERAN: Der ehemalige iranische Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani hat die Regierung seines Landes vor voreiligen Schritten im Atomstreit gewarnt, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen seien in der Tat gefährlich und könnten nicht nur den Iran, sondern die gesamte Region betreffen, räumte Rafsandschani ein. Der Ex-Präsident gehört dem gemäßigten politischen Lager im Iran an und gilt als einer der Hauptgegner der Politik der ultra-konservativen Kräfte um Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Dieser hatte die UN-Resolution ein Stück Papier genannt, das Irans Atomprogramm nicht stoppen könne.

MADRID: Mit einem Bombenanschlag auf den Flughafen der spanischen Hauptstadt hat die baskische Untergrundorganisation ETA die vor neun Monaten verkündete Waffenruhe beendet. Als Reaktion brach der spanische Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero alle Gespräche mit der ETA ab. Durch die Explosion der Autobombe in einem Parkhaus wurden 26 Menschen leicht verletzt, zwei Personen wurden vermisst. Kurz zuvor waren bei den Behörden im Baskenland drei Telefonanrufe eingegangen, in denen vor der Bombe gewarnt wurde.

KÖLN: Die IG Metall will in der kommenden Tarifrunde deutliche Lohnerhöhungen durchsetzen. Die Beschäftigten hätten jahrelang den Gürtel enger geschnallt und müssten nun angemessen am Aufschwung beteiligt werden, sagte Gewerkschafts-Chef Jürgen Peters im Deutschlandfunk. Die IG Metall werde bei ihrer Forderung auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer um drei Punkte auf 19 Prozent zum Jahreswechsel berücksichtigen. Forderungen nach Lohnzurückhaltung bezeichnete Peters als 'schlechten Scherz'.

KARLSRUHE: Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat vor übertriebenem Eifer bei der Gesetzgebung gewarnt. Die Politik dürfe nicht den Anschein erwecken, dass sich mit immer mehr Gesetzen jedes Problem in den Griff bekommen lasse, sagte Papier der 'Bild am Sonntag'. Andernfalls könne das Vertrauen in die Demokratie verloren gehen. Weiter beklagte der oberste deutsche Richter, die Gesellschaft werde schon jetzt von einem Normenwerk überzogen, das in Teilen unvollziehbar geworden sei.

BERLIN: Wohlfahrtsverbände und Hilfsorganisationen rechnen für 2006 mit deutlich weniger Spenden als 2005. Als Grund gäben die Organisationen an, dass in diesem Jahr keine großen Naturkatastrophen die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gezogen hätten, berichtet die 'Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung'. 2005 seien dagegen Rekord-Spendensummen für die Tsunami-Opfer in Südasien verbucht worden. So gehe das Deutsche Rote Kreuz für 2006 von rund 40 Millionen Euro Spenden aus - 130 Millionen weniger als im Vorjahr. Die Caritas rechne mit einem Aufkommen von 16 Millionen Euro nach über 76 Millionen im Vorjahr, heißt es in der Zeitung weiter.

HAMBURG: Ein Unwetter mit schweren Sturmböen hat in Teilen Nord- und Westdeutschlands viele Schäden verursacht. Dächer wurden abgedeckt und Straßenschilder und Baustellenabsperrungen umgeweht. In Nordrhein-Westfalen blockierten umgestürzte Bäume eine Autobahn. Menschen kamen bei dem Unwetter nicht zu Schaden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Wechselhaft mit Schauern, dabei weiterhin stürmisch und mild. Tageshöchstwerte sieben bis 13 Grad Celsius.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 9 Grad, leicht bewölkt

Berlin: 8 Grad, stark bewölkt

Dresden: 8 Grad, Schauer

Köln/Bonn: 9 Grad, nach Regen

Frankfurt am Main und München je 9 Grad, leicht bewölkt

Audio und Video zum Thema