1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 30. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BOMBAY: Nach den blutigen Terroranschlägen in der indischen Finanzmetropole Bombay hat der Innenminister des Landes seinen Rücktritt erklärt. Shivraj Patil habe sich moralisch dazu verpflichtet gefühlt, hieß es in Regierungskreisen. Der Minister war bereits in den vergangenen Monaten im Zusammenhang mit anderen Anschlägen kritisiert worden. Nach der Terrorserie in Bombay konzentrieren sich die Ermittlungen auf die Identität der Angreifer. Nach Polizeiangaben handelte es sich um zehn Terroristen mit vermutlich islamistischem Hintergrund. Einer von ihnen überlebte. Er stammt aus Pakistan, die Herkunft der anderen ist unklar. Bei den offenbar gezielt gegen Ausländer gerichteten Anschlägen wurden fast 200 Menschen getötet. Indische Vorwürfe einer Mitschuld des Nachbarlands Pakistan wies die Regierung in Islamabad entschieden zurück.

BANKOK: Mehrere Angriffe auf regierungskritische Demonstranten haben die Spannungen in Thailand verschärft. Bei der Explosion einer Granate am Sitz der Regierung in Bangkok wurden nach Polizeiangaben fast 50 Menschen verletzt, einige davon schwer. Das Regierungsgebäude wird seit August von Oppositionsanhängern belagert, die den Rücktritt von Regierungschef Somchai Wongsawat fordern. Kurze Zeit später folgten Explosionen in der Zentrale eines regierungskritischen Fernsehsenders und eine Explosion in der Nähe des Inlandsflughafens. Dabei wurden zwei Menschen verletzt. Die beiden Flughäfen Bangkoks werden seit Tagen ebenfalls von Oppositionsanhängern besetzt. Ein Versuch der Sicherheitskräfte, die Terminals zu räumen, war am Samstag fehlgeschlagen. Derzeit will die Polizei in Verhandlungen mit den Demonstranten erreichen, dass sie ihre Belagerung friedlich beenden. Wegen der Blockade sitzen rund 100.000 Touristen und Geschäftsleute fest.

PEKING: Chinas Präsident Hu Jintao hat davor gewarnt, dass die Wettbewerbsfähigkeit und die Wirtschaftskraft der Volksrepublik durch die weltweite Finanzkrise bedroht seien. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, appellierte Hu an das Politbüro der kommunistischen Partei, weitere Anstrengungen zu unternehmen, um ein stetiges Wirtschaftswachstum zu sichern. Ansonsten könnten politische und soziale Probleme die Folge sein. Laut Beobachtern wird das Wirtschaftswachtum in China in diesem Jahr um fast drei Punkte auf neun Prozent zurückgehen.

DOHA: Die Welthandelsorganisation (WTO) erwägt die kurzfristige Einladung ihrer 153 Mitgliedsländer, um angesichts des weltweiten Konjunkturabschwungs doch noch zügig eine Liberalisierung des Welthandels zu erreichen. In Doha, der Hauptstadt des Golfemirates Katar, sagte WTO-Chef Pascal Lamy am Rande einer UN-Hilfskonferenz, möglich sei eine Minister-Runde bereits im Dezember. Eine Entscheidung werde bis Ende kommender Woche fallen. Es gebe allerdings das Risiko des Scheiterns, solange sich noch kein Kompromiss abzeichne. Erst vor wenigen Tagen hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen noch in diesem Jahr gefordert.

BUKAREST: In Rumänien wird ein neues Parlament gewählt. Beobachter erwarten eine Abwahl der Nationalliberalen Partei von Ministerpräsident Calin Popescu Tariceanu. Laut Umfragen liegen die oppositionellen Nationaldemokraten von Staatspräsident Traian Basescu und die Sozialisten gleichauf in der Wählergunst. Allerdings dürfte keine der beiden Parteien stark genug werden, um allein regieren zu können. Offen ist auch, welche Parteien sich nach der Wahl verbünden, um die Regierung zu stellen.

STUTTGART: Vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise kommt die CDU an diesem Sonntag in Stuttgart zu ihrem Parteitag zusammen. Im Mittelpunkt des dreitägigen Treffens stehen der Disput über Steuersenkungen sowie die Klima- und Energiepolitik. Wegen der Konjunkturflaute kommen aus dem Wirtschaftsflügel der CDU Forderungen nach schnellen Steuersenkungen, die die Führung um Kanzlerin Angela Merkel ablehnt. Vom Parteitag wird auch ein Signal der Geschlossenheit für das Bundestagswahljahr 2009 erwartet.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel will den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr im bevorstehenden Wahlkampf offensiv verteidigen. Forderungen nach einem Rückzugsplan wies die CDU-Chefin in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung zurück. Erst wenn sich Afghanistan selbst verteidigen könne und eine stabile Regierung habe, könnten die deutschen Soldaten das Land verlassen. Eine Debatte über ein Abzugsdatum dagegen würde den Kräften, die Afghanistan destabilisieren wollten, geradezu in die Hände spielen, warnte die Kanzlerin. Eine Verstärkung des deutschen Kontingents komme allerdings nicht infrage.

CARACAS: Russland und Venezuela haben ihre geplanten gemeinsamen Militärmanöver offiziell besiegelt. Hohe Militärvertreter beider Seiten unterzeichneten an Bord eines venezolanischen Schiffes in der Hafenstadt La Gaira ein Abkommen über die Manöver. An den Übungen in der Karibik sollen von Montag bis Mittwoch 1.600 russische und 700 venezolanische Soldaten teilnehmen. - Seit dem Ende des Kalten Krieges hat es keine vergleichbaren Militärübungen mehr in der Karibik gegeben. Die Manöver finden vor dem Hintergrund der angespannten Beziehungen zwischen den USA und Russland statt.

BOGOTA: Die vor knapp fünf Monaten aus der Hand von Rebellen befreite französisch-kolumbianische Politikerin Ingrid Bétancourt ist erstmals wieder nach Kolumbien zurückgekehrt. Nach ihrer Ankunft in Bogota traf sie sich mit Präsident Alvaro Uribe. Sie übergab ihm einen Brief des französischen Staatschefs Nicolas Sarkozy, in dem dieser sich für die Aufnahme von Verhandlungen mit den FARC-Rebellen ausspricht. Diese hatten die frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin sechs Jahre in ihrer Gewalt. Bétancourt will bei einer Reise durch acht lateinamerikanische Staaten die Führungen dieser Länder dafür gewinnen, die FARC zur Beendigung ihres Kampfes zu bringen.

BERN: Die Schweizer entscheiden in einer Volksabstimmung darüber, ob der Konsum von Cannabis künftig straffrei bleiben soll. Auch der Kauf und der Anbau von Hanf für den Eigenverbrauch sollten künftig nicht mehr geahndet werden, fordern Vertreter einer Bürgerinitiative in Bern. Linke Parteien und die Grünen unterstützen das Vorhaben. Das Parlament und die Regierung haben dagegen gestimmt. Sie befürchten unter anderem eine Welle von Drogentouristen aus dem Ausland.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und in der Mitte wechselnd bewölkt mit Regen oder Schneeregen, in höheren Lagen auch Schnee. Sonst einige Auflockerungen und meist trocken. Tageswerte zwischen zwei und acht Grad.

Audio und Video zum Thema