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Nachrichten

Sonntag, 30. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BEIRUT: Bei einem israelischen Luftangriff auf das südlibanesisches Dorf Kana hat es zahlreiche Tote gegeben. Nach libanesischen Angaben starben bei dem Bombardement eines mehrstöckigen Gebäudes mindestens 40 Menschen, die Hälfte davon Kinder. Die israelische Armee erklärte, der Angriff habe sich gegen Abschussrampen von Raketen gerichtet. Die Zivilbevölkerung sei vor Tagen zum Verlassen des Ortes aufgerufen worden. Die israelische Luftwaffe bombardierte nach eigenen Angaben am Morgen 40 Ziele im Libanon. Die Hisbollah feuerte zehn Raketen auf den Norden Israels. Sie meldete zudem heftige Kämpfe um das Grenzdorf Taibe. Nach libanesischen Angaben rückten israelische Einheiten bei der Stadt Chaim auf libanesisches Gebiet vor.

JERUSALEM: US-Außenministerin Condoleezza Rice hat zum Auftakt ihrer zweiten Nahost-Vermittlungsmission binnen weniger Tage mit dem israelischen Regierungschef Ehud Olmert gesprochen. Das öffentliche israelische Radio berichtete, bei dem Treffen sei es um humanitäre Hilfe für den Libanon und die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe gegangen. Ein Zeitplan für eine Waffenruhe sei dagegen nicht erörtert worden. An diesem Sonntag will Rice mit ihrer Kollegin Zippi Livni und Verteidigungsminister Amir Perez sprechen. Der EU-Außenbeauftragte Javier Solana rief die Europäer auf, sich an einer möglichen Friedenstruppe für den Nahen Osten zu beteiligen.

NEW YORK: Frankreich hat einen neuen Entwurf für eine UN-Resolution präsentiert, in der ein sofortiges Ende der Kämpfe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz gefordert wird. Das Dokument wurde an die übrigen 14 Mitglieder des Weltsicherheitsrats verteilt. Es nennt eine Vielzahl von Bedingungen für eine dauerhafte Waffenruhe, darunter die Freilassung der entführten israelischen Soldaten, die Entwaffnung aller Milizen sowie die Einrichtung einer Pufferzone im Südllibanon. - Einige Punkte dürften bei der Hisbollah auf ein striktes Nein stoßen. Die USA lehnen bisher die Forderung nach einer sofortigen Waffenruhe ab. Sie betonen, eine nachhaltige Waffenruhe könne es nur geben, wenn die Bedingungen dafür erfüllt seien.

KINSHASA: In der Demokratischen Republik Kongo haben die ersten freien Wahlen seit 40 Jahren begonnen. Mehr als 25 Millionen Kongolesen sind aufgerufen, zwischen 32 Kandidaten für das Präsidentenamt und fast 10.000 Anwärtern auf einen Parlamentssitz zu entscheiden. Als Favoriten für das Präsidentenamt gelten Amtsinhaber Joseph Kabila und Vizepräsident Pierre Bemba. In den vergangenen Tagen gab es Ausschreitungen, bei denen mehrere Menschen starben. Ausländische Truppen sichern die Wahl. Die Europäische Union hat 2.000 Soldaten entsandt. Zur EU-Truppe gehören auch 780 Bundeswehrsoldaten. Sie seien in gespannter Gelassenheit, sagte der Sprecher der EU-Truppe, Peter Fuss. Das Wahlergebnis wird in einigen Wochen erwartet.

TEHERAN: Im Atomstreit hat der Iran die Vereinten Nationen vor der Verabschiedung einer Resolution gewarnt, die ein Einfrieren seines Atomprogramms fordert. Ein solcher Schritt würde die Krise in der Region verschlimmern, sagte der iranische Außenamtssprecher Hamid Resa Assefi in Teheran. Sollte die Resolution beschlossen werden, sei das internationale Angebotspaket nicht mehr auf der Tagesordnung. Darin werden dem Iran Anreize für einen Stopp der Urananreicherung angeboten. Die fünf Veto-Mächte im Weltsicherheitsrat und Deutschland hatten am Freitag beschlossen, Teheran eine Frist bis Ende August zu setzen. Eine Abstimmung des Sicherheitsrates über den Resolutionsentwurf wird für Montag erwartet.

TEHERAN: Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad und der venezolanische Staatschef Hugo Chávez haben ihre gemeinsame Gegnerschaft gegen die USA hervorgehoben. Chávez, der sich bereits als Kritiker der US-Regierung hervorgetan hat, hält sich zu einem zweitägigen Besuch in Teheran auf. Beide Präsidenten bezeichneten sich gegenseitig als "Brüder". Das geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, warf den USA vor, eine Amerikanisierung des Nahen Osten angestrebt zu haben. Dieser Plan sei auch am - so Chamenei wörtlich - "tapferen Widerstand" der libanesischen Hisbollah gescheitert.

KABUL: Afghanische und US-geführte Truppen haben in Afghanistan bei einem gemeinsamen Einsatz etwa 20 Taliban-Kämpfer getötet. Die Soldaten seien in der südlichen Provinz Urusgan mit leichten Waffen und Raketenwerfern angegriffen worden, teilte das Militär mit. Die Angegriffenen hätten Unterstützung aus der Luft angefordert. In Urusgan waren internationale Verbände seit dem Sturz der Taliban Ende 2001 kaum präsent. Die Provinz wird wie der gesamte Süden des Landes ab Montag unter NATO-Kommando gestellt. Der britische NATO-Befehlshaber David Richards sagte, die Allianz wolle sich bei ihrem Einsatz im Süden Afghanistans auf den Wiederaufbau konzentrieren.

MANAMA: Im Golfstaat Bahrain sind durch den Brand in einem Wohnhaus mindestens 16 Menschen ums Leben gekommen. Das Feuer war in einem Gebäude in der Hauptstadt Manama ausgebrochen. Bei den Toten handelt es sich um Inder, die als Gastarbeiter in Bahrain tätig waren.--In dem Gebäude waren mehr als 200 indische Gastarbeiter untergebracht. Unglücksursache soll ein Kurzschluss gewesen sein.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich besorgt über die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland geäußert. Einige könnten sich einen sehr guten Lebensstandard leisten. Aber in ihrem Wahlkreis kämen oft Rentner, alleinerziehende Mütter und Arbeitslose in die Bürgersprechstunde. Für manche von ihnen sei es eine echte Herausforderung, wenn zum Beispiel der Kühlschrank oder die Waschmaschine kaputtgehe. Das sei schon bedrückend, sagte die Bundeskanzlerin.

HAMBURG: Nach den vielen Dopingvorwürfen im Umfeld der Tour de France will der deutsche Radsport künftig mit aller Härte Doping bestrafen. Bei einem Treffen in Hamburg verständigten sich der Bund Deutscher Radfahrer, die deutschen Profiteams, Renn-Veranstalter und Sponsoren auf schärfere Kontrollen und härtere Strafen. Unterdessen gibt es auch in der Leichtathletik einen neuen Dopingverdacht. 100-Meter-Olympiasieger Justin Gatlin aus den USA wurde nach eigenen Angaben positiv auf Testosteron getestet.

ZUM TENNIS: Tommy Haas hat beim ATP-Turnier in Los Angeles, USA, das Finale erreicht. Der Hamburger gewann gegen den Slowaken Dominik Hrbaty in zwei Sätzen und trifft nun im Endspiel auf den Russen Dmitri Tursunow.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Zunächst fast überall sonnig und trocken. Im Tagesverlauf von Westen her kräftige Schauer und Gewitter. Höchstwerte 26 bis 31 Grad.

Am Morgen meldeten bei zumeist wolkenlosem Himmel:

Hamburg und München: 19°;
Berlin: 21° sowie
Dresden, Köln/Bonn und Frankfurt am Main: 20°.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 30.07.2006
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