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Nachrichten

Sonntag, 30. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

WASHINGTON: Die USA haben den neuen Vorschlag des Irans zur Lösung des Atomstreits zurückgewiesen. Ein Regierungssprecher sagte, man halte zudem daran fest, den Weltsicherheitsrat mit der Angelegenheit weiter zu befassen. Irans Regierung hatte sich bereit erklärt, wieder Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde ins Land zu lassen, falls nicht mehr der Sicherheitsrat, sondern die Atomenergiebehörde sich weiter mit der Angelegenheit befasse. Der Iran hatte am Freitag eine Frist des UN-Gremiums zum Stopp seiner Urananreicherung verstreichen lassen. Derweil meldet die israelische Zeitung Yediot Ahronot, ein vergangene Woche in Russland gestarteter israelischer Aufklärungssatellit habe erste Bilder von Irans Atomanlagen geliefert.

ABUJA: Nigerianische Rebellen wollen nach eigenen Angaben einen Sprengstoffanschlag nahe einer Raffinerie im Nigerdelta verübt haben. In der südlichen Stadt Warri sei ein mit 30 Kilogramm Dynamit bestücktes Auto gesprengt worden, hieß es in einer Erklärung an Journalisten. Zu möglichen Opfern äußerten sich die Rebellen nicht. Der Anschlag sei mit dem in Port Harcourt vom 20. April vergleichbar. Dort waren bei einem Anschlag auf eine Kaserne zwei Menschen getötet worden. Durch die Angriffe der Aufständischen im Süden Nigerias haben sich die Ölexporte des weltweit achtgrößten Förderlandes deutlich reduziert. Die Lieferengpässe werden von Analysten als einer der Gründe für den Höhenflug des Ölpreises gesehen.

KATHMANDU: Nepals neuer Regierungschef Girija Prasad Koirala ist vereidigt worden. Die eigentlich bereits für Freitag geplante Zeremonie musste wegen einer Erkrankung des 84-jährigen Koiralas verschoben werden. König Gyanendra, der die Vereidigung vornahm, hatte sich in der vergangenen Woche Massenprotesten gebeugt und seine vor fast vier Jahren an sich gerissene Regierungsmacht abgegeben. Er setzte das im Mai 2002 aufgelöste Parlament wieder ein und benannte Koirala zum neuen Regierungschef.

HAVANNA: Die Staatschefs von Kuba, Venezuela und Bolivien haben ein ausdrücklich gegen die Bemühungen der USA gerichtetes Handelsabkommen geschlossen. Fidel Castro traf dazu seine Kollegen Hugo Chávez und Evo Morales in Havanna. Der von ihnen unterzeichnete Vertrag richtet sich gegen die US-Pläne für eine gesamtamerikanische Freihandelszone. Ein weiteres in Havanna unterzeichnetes Abkommen sieht die Erhöhung der venezolanischen Öl- und Gasexporte nach Bolivien vor. Venezuela unterstützt auch die kubanische Wirtschaft mit Öllieferungen.

NEW YORK: Zehntausende Demonstranten haben in New York den sofortigen Rückzug der amerikanischen Truppen aus dem Irak gefordert. Zu der Protestkundgebung in Manhattan hatten Kriegsveteranen, Bürgerrechtler, Gewerkschaften und Angehörige von Soldaten aufgerufen. Unter den Teilnehmern waren der Bürgerrechtler Jesse Jackson und die Schauspielerin Susan Sarandon.

LUDWIGSHAFEN/HALLE: Linkspartei und 'Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit' -WASG- haben ihre Parteitage fortgesetzt, die den Weg zu einer gemeinsamen Organisation freimachen sollen. Die Delegierten der WASG hatten am Samstag nach kontroverser Debatte beschlossen, den Fusionsprozess weiterzuführen. In diesem Zusammenhang forderten sie die Landesverbände in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern auf, auf eigenständige Kandidaturen bei Landtagswahlen zu verzichten und nicht gegen die Linkspartei anzutreten. Diese zeigte sich bei ihrem zeitgleich in Halle an der Saale stattfindenden Parteitag erleichtert über den Beschluss der WASG. Der wiedergewählte Parteichef Lothar Bisky kündigte an, er könne sich vorstellen, die neue Partei schon vor dem geplanten Termin Ende Juni 2007 zu bilden.

BERLIN: Die Chefs zweier großer Krankenkassen haben vor einem neuen Treffen zur geplanten Gesundheitsreform die Politiker gemahnt, die Gesundheitskosten in den Griff zu bekommen. Andernfalls, so der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, würden den gesetzlichen Kassen im kommenden Jahr mindestens sechs Milliarden Euro fehlen. Die Beiträge müsstem dann um etwa 0,6 Prozent erhöht werden. Der Vorsitzende der Kaufmännischen Krankenkasse, Ingo Kailuweit, forderte einen Fahrplan zur Finanzierung und zur Patientenversorgung. Am Montag will sich der Koalitionsausschuss zur Gesundheitsreform zu seiner ersten Arbeitssitzung treffen.

BONN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat eine Einführung der so genannten Reichensteuer für den gewerblichen Sektor strikt abgelehnt. Mit der CDU werde es keine Reichensteuer geben, durch die die Wirtschaft belastet werde, sagte Merkel vor der Mittelstandsvereinigung der Union in Königswinter bei Bonn. - Nach dem Koalitionsvertrag soll von 2007 an für Jahreseinkommen oberhalb von 250.000 beziehungsweise 500.000 Euro bei Verheirateten ein dreiprozentiger Steuerzuschlag erhoben werden. Strittig zwischen CDU/CSU und SPD ist, ob gewerbliche Einkünfte miteinbezogen werden sollen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Westen und Nordwesten teils kräftige Schauer oder Gewitter. Im Süden und Osten längere sonnige Abschnitte. Höchstwerte zwischen acht und 13 Grad.

  • Datum 30.04.2006
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  • Permalink http://p.dw.com/p/8Kis
  • Datum 30.04.2006
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