1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 3. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich für ein robustes Mandat der deutschen Marine bei ihrem geplanten Einsatz vor der libanesischen Küste ausgesprochen. Es müsse zum Beispiel möglich sein, ein Schiff an der Weiterfahrt zu hindern, damit der illegale Waffenhandel unterbunden bleibe, sagte Merkel im Fernsehen. Mit Blick auf den bevorstehenden Beschluss des Bundestages äußerte SPD-Fraktionschef Peter Struck Zustimmung. Er halte ein robustes Mandat für den richtigen Weg, so Struck. Unklar ist allerdings weiter der Zeitpunkt der Entsendung der Soldaten. Bei den Vereinten Nationen ging bislang noch keine formelle Anforderung der libanesischen Regierung ein.

HAMBURG: Der bevorstehende Bundeswehr-Einsatz im Nahen Osten wird nach Einschätzung des bayerischen Innenministers Günther Beckstein die Terrorgefahr in Deutschland vergrößern. Mit dem Einsatz gerate Deutschland noch stärker in das Blickfeld militanter Islamisten, sagte Beckstein der 'Bild am Sonntag'. Gleichwohl könne dies die Bundesrepublik nicht davon abhalten, internationalen Verpflichtungen nachzukommen, so der CSU-Politiker. - Am Montag beraten die Innenminister von Bund und Ländern über weitere Maßnahmen zur Verbesserung der inneren Sicherheit in Deutschland. Unionspolitiker plädieren dafür, in die geplante Anti-Terror-Datei auch die Religionszugehörigkeit von Verdächtigen aufzunehmen.

PEKING: Der chinesische Menschenrechtler Chen Guangcheng, dessen Verurteilung im vergangen Monat internationalen Protest hervorgerufen hatte, geht in Berufung. Der Anwalt des 34-jährigen erklärte, sowohl das Urteil als auch das Verfahren seien illegal gewesen. Chen war Mitte August wegen Beschädigung öffentlichen Besitzes und Organisation von Menschenmassen zur Beeinträchtigung des Verkehrs verurteilt worden. Der blinde Aktivist hatte in der Vergangenheit vor allem mit der Kritik an der rigiden Ein-Kind-Politik den Zorn der Führung auf sich gezogen. Das 'Time'-Magazin hatte Chen in diesem Jahr auf die Liste der 100 einflussreichsten Menschen gesetzt.

DARMSTADT: Die europäische Raumsonde SMART-1 ist planmäßig auf dem Mond abgestürzt. Nach dreijähriger Dauer endet damit eine Mission, bei der die Europäische Raumfahrtagentur ESA unter anderem ein effizientes neues Antriebssystem testete. Nach dem Start im September 2003 erreichte SMART-1 im November 2004 die Umlaufbahn des Mondes und lieferte den Wissenschaftler von dort eine Fülle von Bildern und Daten über den Erdtrabanten.

SEOUL: Nordkorea soll sich nach Geheimdienst-Informationen aus Südkorea und den USA auf weitere Raketentests vorbereiten. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldet, es seien verdächtige Fahrzeugbewegungen an einer nordkoreanischen Raketentestanlage festgestellt worden. Nordkorea hatte Anfang Juli sieben Raketen zu Testzwecken abgefeuert, darunter eine Rakete, die vermutlich US-Gebiet erreichen könnte. Die internationale Gemeinschaft kritisierte die Tests in scharfer Form. Nach südkoreanischer Einschätzung verfügt Nordkorea bereits über ein oder zwei Atombomben.

TEHERAN: Auch nach Gesprächen mit UN-Generalsekretär Kofi Annan in Teheran hält die iranische Führung weiter an der umstrittenen Urananreicherung fest. Ein UN-Sprecher erklärte in Teheran, dies hätten Außenminister Manuchehr Mottaki, Atom-Chefunterhändler Ali Laridschani und der ehemalige Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani bei Treffen am Samstag deutlich gemacht. Mottaki habe die Zusammenarbeit beim Einsatz der UN-Truppe im Südlibanon zugesagt. Um den Waffenstillstand abzusichern, solle die libanesische Hisbollah-Miliz vom Iran künftig nicht mehr mit Waffen beliefert werden. Annan bezeichnete die Unterredungen als "positiv und konstruktiv".

JERUSALEM: Israelische Sicherheitskräfte haben zwei militante Palästinenser festgenommen, die vom Westjordanland aus angeblich Raketen auf Zentral-Israel schießen wollten. Wie israelische Medien berichteten, wurden die beiden Männer bereits vor mehreren Tagen von einer Elite-Einheit der Grenzpolizei in einem Flüchtlingslager der Stadt Tulkarem gefasst. Seit dem Abzug Israels aus dem Gazastreifen haben militante Palästinenser von dort aus Hunderte Kassam-Kleinraketen auf nahe gelegene Ortschaften im Süden Israels abgefeuert. Raketenangriffe aus dem Westjordanland gab es bislang praktisch nicht. Sie stellen allerdings für Israel eine größere Bedrohung dar, weil zahlreiche dicht besiedelte Gebiete an das Westjordanland angrenzen.

ROM/MADIRD: Der Zustrom afrikanischer Flüchtlinge nach Europa reißt nicht ab. Vor der Küste Siziliens rettete die italienische Küstenwache 19 Flüchtlinge aus Eritrea. Die Nachrichtenagentur Ansa berichtet, die Afrikaner seien nach eigenen Angaben zwölf Tage lang auf dem Meer unterwegs gewesen. Bei der Überfahrt seien acht von ihnen gestorben. Auch auf den Kanarischen Inseln strandeten wieder zahlreiche Bootsflüchtlinge.

ROM: Die Wirtschaften Chinas und der Euro-Zone wachsen offenbar überraschend stark. Einem Medienbericht zufolge soll deshalb die Konjunktur-Prognose des Internationalen Währungsfonds -IWF- in diesem Jahr von 4,9 auf 5,1 Prozent angehoben werden. Als Quelle nennt die italienische Nachrichtenagentur ANSA den Entwurf für den zweimal im Jahr veröffentlichten Ausblick des IWF auf die Weltkonjunktur, der das nächste Mal Mitte September erscheinen soll.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden und Osten häufig Regen. Sonst wechselhaft mit Schauern und Gewittern. Temperaturen zwischen 19 und 24 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema

  • Datum 03.09.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/92YY
  • Datum 03.09.2006
  • Drucken Seite drucken
  • Permalink http://p.dw.com/p/92YY