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Nachrichten

Sonntag, 3. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

LONDON: Nach dem vereitelten Flugzeugattentat von Detroit wollen die USA und Großbritannien den Jemen und auch Somalia im Kampf gegen den Terrorismus stärker unterstützen. Das Büro des britischen Premierministers Gordon Brown teilte mit, zu den mit US-Präsident Barack Obama vereinbarten Maßnahmen gehöre die gemeinsame Finanzierung einer Sondereinheit der Polizei zur Terrorabwehr im Jemen. Außerdem solle die jemenitische Küstenwache mehr Unterstützung erhalten. Einigkeit bestehe auch darüber, dass die etwa 5.300 Soldaten der Afrikanischen Union, die derzeit zur Stabilisierung Somalias im Einsatz seien, dringend personelle Verstärkung benötigten. Gemeinsam mit den USA werde Großbritannien im UN-Sicherheitsrat eine größere Friedenssicherungstruppe für Somalia fordern. - Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Saleh bot dem US-General David Petraeus weitere Hilfe seines Landes für amerikanische Anti-Terror-Aktionen an, wie der US-Sender CNN meldete.

HAMBURG: Der SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel hat von Außenminister Guido Westerwelle (FDP) klare Ziele in der Afghanistan-Politik gefordert. Westerwelle müsse mit einem eindeutigen Konzept zur Londoner Afghanistan-Konferenz Ende des Monats reisen, sagte Gabriel dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Stattdessen lasse er Verteidigungsminister Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) die außenpolitische Strategie definieren, was auf eine "Militarisierung der Außenpolitik" hinauslaufe. Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", eine Wende zu einer weiteren Militarisierung des Afghanistan-Einsatzes werde seine Partei nicht mittragen. --- Politiker von Union und FDP wandten sich gegen eine vorzeitige Festlegung der Strategie am Hindukusch, um für London keinen Verhandlungsspielraum preiszugeben.

KABUL: Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat im Parlament eine schwere Niederlage erlitten. Die Abgeordneten lehnten 17 der 24 von Karsai nominierten Minister ab. Unter anderem verweigerte das Parlament dem Kriegsherrn Ismail Chan das Vertrauen, der Energieminister werden sollte. Auch die einzige Frau auf Karsais Kabinettliste, die als Familienministerin vorgesehene Politikerin Husn Bano Ghasanfar, erhielt keine Mehrheit. - Der Präsident kündigte neue Personalvorschläge an. Karsai war im November, drei Monate nach der von Betrug überschatteten Präsidentenwahl für eine zweite Amtszeit vereidigt worden.

LIMA: In Peru hat der Oberste Gerichtshof die Verurteilung des ehemaligen Präsidenten Alberto Fujimori zu 25 Jahren Haft wegen Menschenrechtsverletzungen während seiner Amtszeit in den neunziger Jahren bestätigt. In einem Berufungsprozess erklärten die Richter das Urteil vom April vergangenen Jahres einstimmig für rechtmäßig. Konkret ging es um zwei Massaker in den Jahren 1991 und 1992, bei denen insgesamt 25 Menschen durch Todesschwadronen ermordet worden waren. Die Richter sehen es weiterhin als erwiesen an, dass Fujimori die politische Verantwortung für die Taten trägt. Der heute 71-Jährige hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt. - In drei weiteren Prozessen war Fujimori zuvor bereits wegen Machtmissbrauch, Korruption und illegalen Abhöraktionen zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden.

REYKJAVIK: Zehntausende Isländer drängen darauf, die geplante Milliarden-Rückzahlung der Regierung an ausländische Sparer zu stoppen. Rund 23 Prozent aller Wahlberechtigten unterschrieben eine Petition, wonach Präsident Olafur Ragnar Grimsson sein Veto gegen das vom Parlament am Mittwoch beschlossene Gesetz einlegen soll. Die Vorlage sieht die Erstattung von 3,5 Milliarden Euro vor, die britische und niederländische Sparer während der internationalen Finanzmarktkrise durch den Zusammenbruch und die Verstaatlichung isländischer Banken verloren hatten. - Die Entschädigung der 34.000 deutschen Anleger der isländischen Kaupthing Bank ist bereits im Sommer angelaufen.

BILBAO: Mehrere tausend Menschen haben in der nordspanischen Stadt für eine Verlegung von Häftlingen der Untergrundorganisation ETA in baskische Gefängnisse demonstriert. Die Teilnehmer warfen der Regierung in Madrid eine unmenschliche Politik vor. In Spanien sitzen derzeit rund 600 Terroristen und Unterstützer der ETA ein. Die meisten sind auf Haftanstalten außerhalb des Baskenlandes verteilt. - Die spanische Regierung plant nach örtlichen Presseberichten während ihrer EU-Ratspräsidentschaft die Zusammenarbeit im Anti-Terror-Kampf durch ein europäisches Komitee zu verbessern. Acht Länder hätten bereits Unterszützung signalisiert, heißt es, darunter seien Deutschland, Frankreich und Großbritannien.

BERLIN: Auch die deutsche Polizeigewerkschaft (GdP) spricht sich für den Einsatz von Körperscannern auf Flughäfen aus. Durch die neuen Technologien würden mit "Nacktscannern" keine Menschenrechte mehr verletzt, sagte Gewerkschaftschef Konrad Freiberg der "Berliner Morgenpost". Der GdP-Vorsitzende wies zugleich auf gravierende Sicherheitsmängel an deutschen Flughäfen hin. Als Gründe dafür nannte Freiberg veraltete Technik sowie die mangelnde Attraktivität des Berufs. Teilweise verdienten die Mitarbeiter gerade einmal 7,50 Euro pro Stunde, meldeten sich oft krank oder hätten einen Nebenjob. Nach Einschätzung des CDU-Innenexperten Wolfgang Bosbach könnten die modernisierten "Nacktscanner" schon in diesem Jahr eingeführt werden.

BOGOTA: Im Süden Kolumbiens ist nach einem Vulkanausbruch die Evakuierung von rund 8.000 Menschen angeordnet worden. Die Behörden warnten vor möglichen weiteren Eruptionen. Der Vulkan Galeras liegt in den Anden nahe der Grenze zu Ecuador. Allein im vergangenen Jahr brach er zehn Mal aus. Die Bevölkerung in der Nähe des Vulkans hat sich an die Warnungen gewöhnt und weigert sich daher auch bei behördlicher Anordnung mehrheitlich, ihre Häuser zu verlassen.

BUENOS AIRES: Der Auftakt der "Rallye Dakar" ist von einem schweren Unfall überschattet worden. Der deutsche Fahrer Mirco Schultis raste auf der ersten Etappe zwischen Colon und Cordoba in Argentinien in eine Zuschauergruppe. Eine Frau kam ums Leben, zwei Personen wurden schwer verletzt. Nach Medienberichten erklärte Schultis seinen Ausstieg aus der Rallye.

DAS WETTER: Viele Wolken und besonders im Mittelgebirgsraum größere Schneemengen. Im übrigen Deutschland teils wolkig, teils heiter und weitgehend niederschlagsfrei. Maximal minus sieben bis plus drei Grad.

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