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Nachrichten

Sonntag, 3. August 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL: Der Präsident des Europäischen Parlaments, Hans-Gert Pöttering, hat die Teilnehmer der Olympischen Spiele in China zum Protest gegen Menschenrechtsverletzungen in Tibet aufgerufen. Er wolle alle Sportler ermutigen, "genau hin- und nicht wegzusehen", heißt es in einem Beitrag des CDU-Politikers in der "Bild am Sonntag". Jeder könne auf seine Weise ein Zeichen setzen. Kein Funktionär sollte dies verhindern dürfen, so Pöttering. Zuvor hatte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, angekündigt, er werde die Athleten auffordern, im Olympischen Dorf und an den Sportstätten auf Proteste zu verzichten. Auch das deutsche IOC-Mitglied Walther Tröger verteidigte das Verbot von Demonstrationen an den Wettkampforten. Für Proteste biete sich aber eine Fülle von Möglichkeiten, zum Beispiel bei Pressekonferenzen oder Gesprächen "mit dem Mann auf der Straße", sagte Tröger im Deutschlandfunk.

GAZA-STADT: Die Kämpfe zwischen der radikalislamischen Hamas und der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas nehmen an Schärfe zu. Bei Gefechten zwischen Anhängern der rivalisierenden Organisationen in Gaza-Stadt wurden am Samstag nach jüngsten Angaben mindestens neun Menschen getötet. Zu den blutigsten innerpalästinensischen Gefechten seit Monaten kam es, als Hamas-Polizisten Angehörige eines zur Fatah gehörenden Familienclans festnehmen wollten. Die Hamas wirft dem Clan vor, hinter einem Anschlag zu stehen, durch den sechs Menschen starben. Wegen der schweren Zusammenstöße ließ Israels Armee mehr als 150 Fatah-Mitglieder aus Gaza über israelisches Gebiet ins Westjordanland fliehen. Das Westjordanland wird von der moderaten Fatah kontrolliert. Im Gazastreifen am Mittelmeer herrscht seit einem Jahr die Hamas.

TEHERAN: Der Iran zeigt sich im Streit um sein Atomprogramm unnachgiebig. Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte, sein Land werde nicht ein Jota von seinem Recht zur Nutzung der Atomtechnik abweichen. Ahmadinedschad äußerte sich bei einem Treffen mit seinem syrischen Kollegen Baschar al Assad in Teheran, wie die Nachrichtenagentur Fars meldet. Die fünf ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrats und Deutschland hatten dem Iran eine Frist bis Samstag gesetzt, um sich klar zur umstrittenen Urananreicherung zu äußern. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier forderte die Führung in Teheran auf, nicht länger auf Zeit zu spielen, sondern rasch eine verwertbare Antwort zu geben. Im Atomstreit hat sich Syrien als Vermittler angeboten. Syrien ist der engste Verbündete des Iran in der arabischen Welt.

ANKARA: Die Bombenanschläge in Istanbul mit 17 Toten sind nach Angaben der türkischen Behörden aufgeklärt. Verantwortlich für das Attentat vor knapp einer Woche seien militante Mitglieder der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), sagte Innenminister Besir Atalay. Nach seinen Angaben wurden zehn Verdächtige der Justiz übergeben, darunter auch solche, die persönlich an den Anschlägen beteiligt gewesen seien. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte bereits zuvor indirekt die PKK für die Tat verantwortlich gemacht. Diese bestreitet jedoch jegliche Beteiligung.

MEXIKO-STADT: Im Beisein von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon beginnt an diesem Sonntag die Internationale Aids-Konferenz 2008. Bei der ersten Weltaids-Konferenz in Lateinamerika beraten bis zum kommenden Freitag rund 25. 000 Fachleute aus aller Welt, wie die bislang unheilbare Seuche eingedämmt werden kann. Zentrales Thema ist die Stärkung der Gesundheitssysteme und die weltweite Koordinierung von Aufklärung und Behandlung der Immunschwäche. Kurz vor der Konferenz räumten die US-Behörden ein, dass die Zahl der HIV-Infektionen in den USA weit höher sei als bislang angenommen. 2006 hätten sich etwa 56.000 Menschen mit dem Virus in den USA infiziert. Das seien 40 Prozent mehr als zunächst geschätzt, hieß es in Washington.

COLOMBO: Überschattet von neuen Kämpfen zwischen tamilischen Rebellen und der Armee hat in Sri Lankas Hauptstadt Colombo ein Gipfeltreffen acht südasiatischer Länder begonnen. Die Staatschefs der Mitglieder der "Südasiatischen Vereinigung für Regionale Zusammenarbeit" beraten über eine engere Kooperation beim Kampf gegen den Terrorismus. Weitere Themen sind die Entwicklung des Tourismus und die Bekämpfung der Armut. Zum Schutz des Gipfels sind 20.000 Polizisten im Einsatz. Im Norden Sri Lankas kam es zu neuen Gefechten, bei denen nach Militärangaben mindestens elf Soldaten und neun Rebellen getötet wurden. Die Rebellen sprachen von 30 gefallenen Soldaten.

BAGDAD: Die US-Militärjustiz im Irak hat zwei amerikanische Soldaten beschuldigt, einen irakischen Gefangenen vorsätzlich erschossen zu haben. Nach Angaben der US-Armee müssen sich ein Leutnant und ein Unteroffizier wegen Mordes, Falschaussage und Behinderung der Justiz verantworten. Die beiden Soldaten sollen den Häftling Ali Mansur Mohammed in ihrem Stützpunkt bei der zentralirakischen Stadt Beidschi oder in der Nähe davon getötet haben.

BAGDAD: Bei der Explosion einer Autobombe sind in der irakischen Hauptstadt nach Polizeiangaben mindestens zwölf Menschen getötet worden. Der Anschlag wurde in einem sunnitischen Viertel der Stadt verübt. Größere Anschläge mit Autobomben sind in der irakischen Hauptstadt im Zuge der verbesserten Sicherheitslage zuletzt relativ selten geworden.

CANBERRA: Nach drei Zwischenfällen innerhalb weniger Tage bei der australischen Fluglinie Qantas hat die Flugsicherheitsbehörde des Landes eine Sonderuntersuchung angeordnet. Eine Boeing 747 von Qantas hatte notlanden müssen, nachdem in 9.000 Meter Höhe ein drei Meter breites Loch in den Rumpf des Flugzeugs gerissen war. Kurz darauf gab es Probleme mit den Lande- und Fahrwerksklappen.

RIGA: In Lettland ist eine Volksabstimmung über mehr Wählerrechte an mangelnder Beteiligung gescheitert. Die Wahlkommission berichtete unter Berufung auf Teilergebnisse, es hätten nur rund 40 Prozent der Wahlberechtigten teilgenommen. Für die Gültigkeit der Volksabstimmung wäre aber eine Teilnahme von mindestens der Hälfte der Wähler notwendig gewesen. Von den Teilnehmern sprachen sich 96 Prozent für eine Verfassungsänderung aus. Durch diese hätte die Bevölkerung das Recht erhalten, per Volksentscheid das Parlament aufzulösen und Neuwahlen zu erzwingen. Für ein "Ja" beim Referendum hatte vor allem die linksgerichtete Opposition geworben.

ATHEN: Die griechische Küstenwache hat auf der kleinen Insel Farmakonisi in der Ostägäis 93 illegale Einwanderer aufgegriffen. Die überwiegend aus Afghanistan stammenden Menschen seien mit vier Schlauchbooten aus der Türkei gekommen, teilten die Sicherheitsbehörden mit. Schon am Vortag hatte die griechische Küstenwache einen Frachter mit mehr als 70 illegalen Einwanderern gestoppt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordwesthälfte zunehmend bewölkt und von Westen her vermehrt schauerartiger Regen, örtlich auch Gewitter. Sonst wechselnd bewölkt und nur vereinzelt Schauer. Höchstwerte 20 bis 27 Grad.

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