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Nachrichten

Sonntag, 29. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

KINSHASA: In der Demokratischen Republik Kongo fällt an diesem Sonntag die Entscheidung über den künftigen Präsidenten. In der Stichwahl tritt Amtsinhaber Joseph Kabila gegen den bisherigen Vize-Präsidenten Jean-Pierre Bemba an. Die Wahl wird von einer 17.600 Soldaten starken UN-Truppe gesichert. Deutschland ist im Rahmen der EU-Einheit EUFOR mit 750 Mann vertreten. Nach der ersten Wahlrunde Ende Juli war es zu gewaltsamen Zusammenstößen gekommen, bei denen mehr als 20 Menschen getötet wurden. Stimmberechtigt sind etwa 25 Millionen registrierte Wähler. Mit dem amtlichen Endergebnis wird erst in einigen Wochen gerechnet.

SOFIA/BRASILIA: Auch in Bulgarien und in Brasilien sind die Bürger heute aufgerufen, in Stichwahlen über ihre künftigen Präsidenten zu entscheiden. In Bulgarien, wo die Wahl bereits begonnen hat, ist der sozialistische Amtsinhaber Georgi Parwanow klarer Favorit. In Brasilien kann Präsident Luiz Inacio Lula da Silva mit seiner Wiederwahl rechnen. Trotz Korruptionsvorwürfen lag der Linkspolitiker in jüngsten Umfragen klar in Führung.

BERLIN: Nach Ansicht von Verteidigungsminister Franz Josef Jung muss mehr über den Sinn und Zweck von Auslandseinsätzen der Bundeswehr diskutiert werden. Der 'Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung' sagte Jung, noch gebe es im Parlament eine breite Unterstützung; inzwischen sei aber mancher Abgeordnete der Auffassung, die Grenzen seien erreicht. Jungs Vorgänger, der jetzige SPD-Fraktionschef Peter Struck, verlangte eine Verringerung von Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Überprüft werden müssten etwa die Präsenz in Bosnien und dem Kosovo.

BERLIN: Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat sich zurückhaltend über eine Verschärfung der Sicherheitslage in Deutschland nach Veröffentlichung der Skandal-Fotos aus Afghanistan geäußert. Der 'Bild am Sonntag' sagte Schäuble, dies lasse sich derzeit nicht konkret belegen. Die 'Bild am Sonntag' hatte unter Berufung auf das Verteidigungsministerium berichtet, es sei mit Übergriffen gegen die Bundeswehr in Afghanistan zu rechnen. Auch innerhalb Deutschlands könnten die bekannt gewordenen Vorgänge weitreichende Folgen haben. Die 'Bild'-Zeitung hatte am Samstag weitere Fotos von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan veröffentlicht, die mit sterblichen Überresten vermutlich Getöteter posierten.

JERUSALEM: Die israelische Außenministerin Zipi Livni hat ihre Teilnahme an einer UN-Konferenz in Katar kurzfristig abgesagt, weil zu dieser auch Abgeordnete der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas eingeladen sind. Israel lehne jeglichen Kontakt mit der regierenden Hamas ab, solange diese die Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht erfülle und die Gewalt einstelle. Die Hamas müsse Israel anerkennen und alle von den Palästinensern unterzeichneten Abkommen einhalten, erklärte das israelische Außenministerium nach Angaben des israelischen Rundfunks. Die Konferenz mit dem Titel 'Neue und wiederhergestellte Demokratien' beginnt an diesem Sonntag in der Hauptstadt Doha.

BELGRAD: Das Referendum über die neue Verfassung in Serbien geht an diesem Sonntag in die entscheidende zweite Runde. Am Samstag hatten sich nur knapp 18 Prozent der 6,6 Millionen Stimmberechtigten beteiligt. Bis zum Abend muss mindestens die Hälfte von ihnen mit Ja stimmen, um die Verfassung anzunehmen. Diese soll das Land erstmals auf demokratische Grundlagen stellen und den Auftakt bilden für vorgezogene Wahlen auf allen staatlichen Ebenen. Zudem schreibt der Verfassungsentwurf das Kosovo als Teil Serbiens fest, ungeachtet der noch laufenden Verhandlungen über den künftigen Status der unter UN-Verwaltung stehenden Provinz.

MARSEILLE: In der südfranzösischen Hafenstadt ist eine junge Frau beim Brand eines Busses lebensgefährlich verletzt worden. Laut Polizeiangaben wurde das Fahrzeug von jugendlichen Randalierern angegriffen und angezündet. Die 26-jährige Frau befinde sich auf der Intensivstation. Drei weitere Passagiere erlitten leichte Rauchvergiftungen. Die Brandstiftung ereignete sich am Samstagabend, einen Tag nach dem Jahrestag des Beginns der Herbstkrawalle. Bei den Ausschreitungen vor einem Jahr waren mehr als 10.000 Autos und mehr als 300 Schulen und öffentliche Gebäude angezündet worden. Die befürchteten Unruhen zum Jahrestag blieben bisher aus.

BERLIN: Führende Politiker in Deutschland haben die Anfeindungen gegen die türkisch-stämmige Abgeordnete der Grünen, Ekin Deligöz, scharf verurteilt. Deligöz hatte an muslimische Frauen appelliert, ihr Kopftuch abzulegen. Daraufhin bekam sie Morddrohungen. Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse sagte dem 'Tagesspiegel', dies zeige, dass es in Teilen der türkischen Gemeinschaft eine Ablehnung demokratischer Grundregeln gebe. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, verwies auf das Recht der freien Meinungsäußerung. Die Fraktionsspitze der Grünen appellierte an die türkische Regierung, sich von den Drohungen zu distanzieren.

SAARBRÜCKEN: Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller fordert eine sozialere Ausrichtung der CDU. Die Union sei nicht nur die Partei der Freiheit, sondern sie müsse vor allem die Partei der Gerechtigkeit sein, sagte Müller. Fehlentwicklungen der sozialen Marktwirtschaft, wie etwa die zunehmende Chancenlosigkeit einzelner Teile der Gesellschaft, könnten nicht einfach hingenommen werden. Im Sommer hatte der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers mit ähnlichen Forderungen einen Richtungsstreit in der Union ausgelöst.

HAVANNA: Das kubanische Fernsehen hat erstmals seit Wochen wieder Bilder des erkrankten Staatschefs Fidel Castro gezeigt. Die Führung in Havanna entkräftete damit Gerüchte, Castro sei bereits tot. Der 80-Jährige musste sich Ende Juli einer Darmoperation unterziehen. Die Amtsgeschäfte hat vorübergehend sein 75-jähriger Bruder Raul übernommen.

BONN: In Deutschland und vielen anderen europäischen Staaten gilt von diesem Sonntag an wieder die Winterzeit. Um drei Uhr wurden die Uhren um eine Stunde auf zwei Uhr zurückgestellt. Im nächsten Jahr beginnt die Sommerzeit am 25. März und endet am 28. Oktober.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Rasch wechselnde Bewölkung mit Regenschauern; ab und zu sonnig. Tageswerte zwischen 11 und 18 Grad.

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