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Nachrichten

Sonntag, 29. November 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: Nach dem Anschlag auf einen voll besetzten Schnellzug von Moskau nach Sankt Petersburg ist die Strecke wieder freigegeben worden. Bei dem Bombenanschlag auf den "Newski Express" am Freitagabend wurden nach unterschiedlichen Angaben bis zu 30 Menschen getötet, etwa 100 verletzt. Zu dem Terroranschlag hatte sich eine Gruppe extremistischer Nationalisten bekannt. Als Drahtzieher vermuten die russischen Behörden aber auch tschetschenische Untergrundkämpfer oder Kriminelle. - Der besonders auch von Geschäftsleuten genutzte "Newski Express" war bereits im August 2007 Ziel eines Anschlags gewesen.

WASHINGTON: Die US-Streitkräfte haben vor acht Jahren die Gelegenheit nicht genutzt, El-Kaida-Führer Osama Bin Laden in Afghanistan zu ergreifen. Dies geht aus einem Bericht des Senatsausschusses für internationale Beziehungen hervor, der zudem das Verhalten der damaligen Militärführung in Ostafghanistan kritisiert. Die Untersuchung von Dokumenten und Interviews mit den Beteiligten habe ergeben, dass der Chef des Terrornetzwerkes in Tora Bora hätte festgenommen werden können. Weil das Pentagon aber auf einen massiven Militäreinsatz verzichtet habe, hätte Bin Laden am 16. Dezember 2001 ungehindert die Grenze nach Pakistan überschreiten können. Es wird dem Bericht zufolge vermutet, dass sich der Terrorist auch heute noch in Pakistan versteckt halte.

MONTEVIDEO: In einer Stichwahl wird in Uruguay der neue Staatspräsident bestimmt. Als Favorit gilt der frühere Guerillakämpfer José Mujica vom regierenden Linksbündnis Frente Amplio (Breite Front), der gegen den konservativen Ex-Präsidenten Luis Alberto Lacalle antritt. Im ersten Wahlgang Ende Oktober hatte Mujica die absolute Mehrheit mit 47,5 Prozent der Stimmen verpasst. Der 74-jährige Mujica verspricht seinen Wählern die Schaffung eines dauerhaften Sozialismus. Der 69-jährige Lacalle tritt für Steuersenkungen und einen Abbau des staatlichen Einflusses ein.

COLOMBO: Zwei Tage nach Bekanntgabe des Termins für die vorgezogene Präsidentenwahl in Sri Lanka hat der frühere Armeechef des Landes offiziell seine Kandidatur gegen Amtsinhaber Mahinda Rajapakse angekündigt. General Sarath Fonseka erklärte, bei der Abstimmung am 26. Januar werde er für ein Bündnis aus mehreren Oppositionsparteien ins Rennen gehen. Der 58-Jährige, der in Sri Lanka als "Kriegsheld" gilt, hatte die Streitkräfte Mitte Mai nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg gegen die Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam zum militärischen Sieg geführt. Nach Meinungsverschiedenheiten mit Präsident Rajapakse hatte Fonseka die Armee vor zweieinhalb Wochen verlassen.

NANJING: Einen Tag vor Beginn des EU-China-Gipfels ist der chinesische Regierungschef Wen Jiabao zu Gesprächen mit Vertretern der Europäischen Union zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem Diskussionen über eine Aufwertung der chinesischen Währung Yuan. Die Europäer werfen China vor, den Yuan künstlich niedrig zu halten. Damit werden Exporte aus der EU nach China verteuert, während chinesische Firmen ihre Produkte auf dem Weltmarkt billiger anbieten können. - Auf dem EU-China-Gipfel in der ost-chinesischen Stadt Nanjing soll unter anderem über die Wirtschaftskrise und den Kampf gegen den Klimawandel beraten werden.

PORT OF SPAIN: Gut eine Woche vor dem Weltklimagipfel in Kopenhagen haben die Commonwealth-Staaten ein rechtlich verbindliches Abkommen zum Klimaschutz angemahnt. Es müsse nun endlich gehandelt werden, betonten die Regierungschefs der 53 Commonwealth-Länder zum Abschluss ihres Gipfeltreffens in dem Karibikstaat Trinidad und Tobago. Der Staatenbund stellte sich hinter den Vorschlag Großbritanniens und Frankreichs zur Einrichtung eines Fonds, in den die Industriestaaten zunächst zehn Milliarden Dollar zur Unterstützung von Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern einzahlen sollen.

BERN: Die Schweizer stimmen über ein Verbot zum Bau von Minaretten ab. Der Volksentscheid war von einer Gruppe um die national-konservative Schweizerische Volkspartei SVP initiiert worden, nachdem es weitere Bauanträge für solche Türme an bisher unscheinbaren Gebetshäusern gegeben hatte. In der Schweiz, wo etwa 400.000 Muslime leben, gibt es derzeit vier Minarette. Die Regierung in Bern rief die Bevölkerung auf, mit Nein zu stimmen. Sie befürchtet bei einem Minarett-Verbot auch Folgen für das Verhältnis zur arabischen Welt.

RECKLINGHAUSEN/BERLIN: Der ehemalige ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser hat das Aus für seinen Nachfolger Nikolaus Brender durch das Votum der Unionsmitglieder im Verwaltungsrat scharf kritisiert. In dieser Dreistigkeit habe noch keine Partei den Vorschlag eines Intendanten abgelehnt, sagte Bresser auf einer Veranstaltung in Recklinghausen. Der hessische CDU-Ministerpräsident Roland Koch habe damit sich und seiner Partei keinen Gefallen getan. - Auch die SPD erneuerte ihre Kritik und kündigte an, rechtliche Schritte prüfen zu lassen. Darüber hinaus kämen Änderungen im ZDF-Staatsvertrag in Betracht.

KÖLN: Der geplante Umbau des deutschen Gesundheitssystems wird nach Ansicht des zuständigen Bundesministers Philipp Rösler kein radikaler Wandel, sondern ein langwieriger Prozess. Im Deutschlandfunk verteidigte der FDP-Politiker das Modell einer einkommensunabhängigen Pauschale, mit der das Gesundheitssystem künftig finanziert werden soll. Das Vorhaben sei im Koalitionsvertrag festgelegt und werde in dieser Legislaturperiode umgesetzt. Mit Blick auf die kritische Haltung der CSU sagte der Gesundheitsminister, dass er nicht mit Widerstand rechne. Für Versicherte mit niedrigen Einkommen werde es einen automatischen Sozialausgleich geben, der niemanden zu Bittstellern mache. - CSU-Chef Horst Seehofer lehnt das Modell einer einheitlichen Gesundheitsprämie für alle anstelle der derzeit prozentualen Abzüge vom Einkommen strikt ab. Einen Sozialausgleich im Sinne Röslers hält er für nicht finanzierbar.

MÜNCHEN: Die evangelische Kirche hat am ersten Advent ihre traditionelle Hilfsaktion "Brot für die Welt" gestartet. Im ARD-Fernsehgottesdienst zur bundesweiten Eröffnung rief der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich in München zum engagierten Eintreten gegen den weltweiten Hunger auf. Die Spendenkampagne steht in diesem Jahr unter dem Motto "Es ist genug für alle da". In seiner Predigt sagte Friedrich, angesichts der gegenwärtigen Probleme in Deutschland dürfe das Elend der Menschen in Entwicklungsländern nicht aus dem Blick geraten. Auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer und die frühere Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul haben die Notwendigkeit der Entwicklungshilfe betont. - Seit 1959 bittet die Aktion "Brot für die Welt" um Spenden für Hilfsprojekte in Afrika, Asien und Lateinamerika.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist dichte Wolken und gebietsweise Regen. Im Süden und Südosten etwas freundlicher. Tageswerte zwischen acht und 13 Grad, im Alpenvorland bei Föhn auch darüber.

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