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Nachrichten

Sonntag, 29. April 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

ISTANBUL: In der Türkei hält Außenminister Abdullah Gül trotz der Warnungen durch das Militär an seiner Präsidentschaftskandidatur fest. Er werde seine Bewerbung nicht zurückziehen, sagte Gül, der der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP angehört. Die türkische Armeeführung hatte zuvor in ungewöhnlicher Form Kritik am Verlauf der Präsidentenwahlen geübt. Das Militär werde für die Trennung von Staat und Religion eintreten, erklärte der Generalstab. In Istanbul gingen mehrere zehntausend Menschen auf die Straße, um für diesen Verfassungsgrundsatz zu demonstrieren. Außenminister Gül hatte in der ersten Wahlrunde die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit nur um zehn Stimmen verpasst. Seine Kritiker befürchten, dass er eine Islamisierung der Türkei vorantreiben könnte.

BERLIN: Unmittelbar vor dem Gipfeltreffen in Washington sieht sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zunehmend Forderungen ausgesetzt, der Stationierung amerikanischer Raketen in Osteuropa entgegenzuwirken. Der SPD-Vorsitzende Kurt Beck wandte sich erneut gegen die Raketenpläne und sagte, eine Aufrüstung gefährde auch Deutschland und Europa. Mehr Sicherheit gebe es nicht ohne Russland. Die vorgesehene Stationierung amerikanischer Raketen in Osteuropa stößt im Kreml auf heftigen Widerstand. Der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle rief die Kanzlerin dazu auf, sich auch für den Abzug der in Deutschland verbliebenen taktischen Atomwaffen der USA einzusetzen. - Frau Merkel reist in ihrer Eigenschaft als EU-Ratspräsidentin an diesem Sonntag nach Washington. Bei dem Treffen mit US-Präsident George W. Bush werden nach Einschätzung von Beobachtern Handelsfragen im Vordergrund stehen.

FRANKFURT AM MAIN: In der Metall- und Elektroindustrie haben mit dem Ende der Friedenspflicht erste Warnstreiks begonnen. In Rheinland-Pfalz legten mehrere hundert Beschäftigte in verschiedenen Betrieben die Arbeit nieder. Auch aus Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin wurden Warnstreiks gemeldet. Die Arbeitgeber haben den bundesweit 3,4 Millionen Beschäftigten bisher 2,5 Prozent mehr Gehalt angeboten. Die IG Metall fordert dagegen um 6,5 Prozent höhere Einkommen.

KABUL: Trotz der Bruchlandung eines Tornados will die Bundeswehr ihre Aufklärungsflüge für die Nato in Afghanistan an diesem Montag fortsetzen. Dies bestätigte ein Sprecher des deutschen Geschwaders in Masar-i-Scharif im Norden Afghanistans. Bei einem der Flugzeuge war bei der Landung das Bugfahrwerk abgerissen. Die Besatzung blieb unverletzt.

KABUL: Nach der Freilassung einer Französin aus dreiwöchiger Geiselhaft in Afghanistan bleibt das Schicksal ihrer Mitgefangenen ungewiss. Die in den Medien als 'Céline' bekannt gewordene Frau bat die radikalislamischen Taliban um die Freilassung ihrer drei afghanischen und eines weiteren französischen Mitgefangenen. Die Taliban hatten die Mitarbeiter der Hilfsorganisation ' Terre d'Enfance' vor mehr als drei Wochen verschleppt. Die Kidnapper fordern den Abzug aller französischen Soldaten aus Afghanistan. Für Verhandlungen über die jetzt noch vier Geiseln setzten die Taliban der französischen Regierung eine Frist von einer Woche.

KABUL: US-geführte Koalitionstruppen haben im Osten Afghanistans nach afghanischen Polizeiangaben sechs Zivilisten erschossen und damit einen Proteststurm ausgelöst. Der Polizeichef der Provinz Nangarhar sagte, aufgebrachte Einwohner hätten die Leichen von vier Männern und zwei Frauen auf die Schnellstraße nahe der Provinzhauptstadt Dschalalabad gelegt und damit die wichtige Verbindung blockiert. Es seien USA-feindliche Parolen skandiert worden. Die Koalitionstruppen räumten den Tod von zwei Zivilisten ein.

KERBELA: In der irakischen Pilgerstadt hat eine aufgebrachte Menge versucht, Gebäude der Provinzverwaltung in Brand zu setzen. Am Samstag waren bei einem Anschlag in Kerbela etwa 60 Menschen getötet worden. Die wütende Menge warf den Behörden vor, sie nicht vor immer weiteren Anschlägen zu schützen. In der Hauptstadt Bagdad wurde eine bekannte Journalistin des staatlichen irakischen Fernsehens von einem Überfall-Kommando erschossen.
In der Provinz Anbar wurden 15 Tanklaster in Brand gesetzt und die Fahrer entführt.

TALLINN: Nach den zum Teil gewaltsamen Protesten gegen den Abbau eines sowjetischen Kriegsdenkmals hat der estnische Ministerpräsident Andrus Ansip die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Alle Nationalitäten würden respektiert, Gewalt jedoch nicht, sagte Ansip in einer Fernsehansprache. Die Regierung kündigte zugleich an, das abgebaute sowjetische Kriegerdenkmal werde auf einem Soldatenfriedhof in der Hauptstadt Tallinn wieder aufgebaut. Das Denkmal war 1947 zu Ehren der sowjetischen Streitkräfte nach dem Sieg über Nazi-Deutschland errichtet worden. Viele Esten sehen in der großen Bronzestatue aber eine Erinnerung an die fünf Jahrzehnte währende sowjetische Besetzung ihres Landes.--Etwa ein Drittel der 1,3 Millionen Esten sind russischer Herkunft. Viele fühlen sich von der estnischen Mehrheit diskriminiert.

COLOMBO: Tamilische Rebellen in Sri Lanka haben Luftangriffe auf Treibstoff- und Gastanks nahe der Hauptstadt geflogen. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die Befreiungstiger von Tamil Eelam hätten vier Sprengsätze abgeworfen. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Die Behörden stellten in ganz Colombo vorsorglich den Strom ab, der internationale Flughafen wurde geschlossen. Wenig später beschoss die Luftwaffe von den Rebellen gehaltene Gebiete. - Tamilische Rebellen kämpfen seit mehr als 20 Jahren für einen eigenen Staat im Norden und Osten Sri Lankas. Fast 70.000 Menschen starben bislang.

DUBLIN: In Irland wird am 24. Mai ein neues Parlament gewählt. Präsidentin Mary McAleese löste das Parlament auf und machte damit den Weg für Neuwahlen frei. Sie folgte einer Bitte von Ministerpräsident Bertie Ahern. Er ist seit 1997 im Amt und will sich ein drittes Mal wählen lassen.

MÜNCHEN: Der Physiker und Philosoph Carl Friedrich von Weizsäcker ist tot. Er starb nach langer und schwerer Krankheit im Alter von 94 Jahren im bayerischen Starnberg, wie seine Familie mitteilte. Carl Friedrich von Weizsäcker war der Bruder des früheren Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker. Als Atomphysiker und als Friedensforscher erlangte von Weizsäcker internationales Ansehen. 1963 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

FUSSBALL: Der Wechsel des italienischen Torjägers Luca Toni zum zuletzt erfolglosen Rekordmeister Bayern München steht nach Zeitungsberichten unmittelbar bevor. Das italienische Blatt 'Gazzetta dello Sport' meldet, der Transfer sei perfekt. Bayern-Manager Uli Hoeneß wollte sich an Spekulationen nicht beteiligen, sagte aber, sein Verein werde "Klasse einkaufen".

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: weitgehend sonnig, nur im Osten und Südwesten zieht Bewölkung auf. Später sind vor allem im Süden Schauer und Gewitter möglich. Höchstwerte bis zu 27 Grad.

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