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Nachrichten

Sonntag 28. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NEW YORK: Im Atomstreit mit dem Iran hat der Weltsicherheitsrat eine neue Resolution verabschiedet. Darin wird die Führung in Teheran erneut aufgefordert, ihre Aktivitäten zur Urananreicherung zu stoppen und die in bisherigen Resolutionen enthaltenen Forderungen umzusetzen. Neue Strafmaßnahmen sind in dem einstimmig verabschiedeten Dokument nicht enthalten. Die fünf Veto-Mächte und Deutschland hatten sich am Freitag am Rande der Vollversammlung auf den Entwurf geeinigt. Die USA, Großbritannien und Frankreich wollten ursprünglich weitere Sanktionen. Russland und China, die beide enge Handelspartner des Iran sind, hatten dies abgelehnt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich erleichtert, dass die Sechserrunde nicht auseinanderbrach. Andernfalls hätte man den Druck auf den Iran nicht aufrechterhalten können, sagte Steinmeier in New York.

WIEN: Bei der vorgezogenen Parlamentswahl in Österreich wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Sozialdemokraten und den Konservativen erwartet. Nach nur einem Jahr war im Juli die Koalition der Sozialdemokratischen Partei SPÖ und der Volkspartei ÖVP am Streit über die Europapolitik zerbrochen. Beide Parteien müssen laut Umfragen mit erheblichen Verlusten rechnen. Eigentliche Gewinner dürften daher die beiden rechtsgerichteten Parteien FPÖ und BZÖ werden. Erstmals dürfen Bürger ab 16 Jahren ihre Stimme abgeben.

MINSK: In Weißrussland sind die Bürger aufgerufen, über ein neues Parlament abzustimmen. Die Europäische Union sieht in der Wahl einen Test für den Willen des autoritär regierenden Präsidenten Alexander Lukaschenko, sich an demokratische Regeln zu halten. Als eine erste Geste hatte er im Vorfeld der Wahl politische Gefangene freigelassen und Beobachter der OSZE zugelassen. Oppositionelle und ausländische Diplomaten rechnen dennoch mit massiven Manipulationen. Bei einem rechtmäßigen Wahlverlauf hat die EU ein Ende oder zumindest eine Entschärfung ihrer Sanktionen in Aussicht gestellt. Mit rund 70 Kandidaten bewerben sich weit mehr Oppositionsvertreter um einen der 110 Parlamentssitze als bei früheren Wahlen. Vor vier Jahren 2004 waren die liberale und nationalistische Opposition ganz ausgeschlossen.

NEW YORK: Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat mit Blick auf die Kaukasus-Krise einen großen Europa-Gipfel vorgeschlagen, auf dem über eine neue europäische Sicherheitsarchitektur diskutiert werden soll. Die bisherige habe ihren Härtetest bei den jüngsten Ereignissen nicht bestanden, sagte Lawrow vor der UN-Vollversammlung in New York. Aufgabe des Gipfels sei es, einen Vertrag über die europäische Sicherheit auszuarbeiten, eine Art "Helsinki II". Dadurch solle für alle Staaten die gleiche Sicherheit gewährleistet werden. Einen Termin für die Konferenz nannte er nicht. Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier hatte am Vortag vor der Generalversammlung erklärt, gefragt sei nicht das von Gegensätzen geprägte Denken von gestern. Um die Probleme des 21. Jahrhunderts zu lösen brauche es Partner, nicht Gegner.

WASHINGTON: Im Ringen um das Milliardenpaket zur Rettung der angeschlagenen Finanzbranche haben die Verhandlungsführer im Kongress nach eigenen Angaben wesentliche Fortschritte erzielt. Die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, äußerte sich zuversichtlich, bis zum Börsenbeginn am Montag eine Eingung erreichen zu können. Um die Verhandlungen endgültig abschließen zu können, müssten die einzelnen Punkte jetzt schriftlich festgehalten werden. Die US-Regierung will den angeschlagenen Banken faule Hypothekenkredite im Umfang von 700 Milliarden Dollar abkaufen. Finanzexperten befürchten, dass die Börsen weltweit zu Wochenbeginn erneut abwärts rutschen könnten, sollten sich Demokraten und Republikaner nicht rechtzeitig einigen.

BONN: Deutschland will gemeinsam mit anderen EU-Staaten und den USA die länderübergreifende Zusammenarbeit gegen den Terrorismus ausbauen. Erforderlich sei vor allem eine Strategie zur präventiven Bekämpfung terroristischer Bewegungen und gegen die Radikalisierung jüngerer Menschen, sagte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble nach einem Treffen mit seinen Kollegen aus Frankreich, Großbritannien, Italien, Spanien, Polen und den USA in Bonn. --- Gegen die beiden am Vortag auf dem Kölner Flughafen festgenommenen, aus Somalia stammenden Terrorverdächtigen erging am Samstag Haftbefehl.

KABUL: Moslemische Extremisten haben in der südafghanischen Stadt Kandahar die Leiterin einer Spezialeinheit der Polizei ermordet. Nach Angaben der Provinzregierung wurde sie vor ihrem Haus erschossen. Die Chefin der Polizeiabteilung für Gewalt gegen Frauen war in den letzten Jahren für zahlreiche Hausdurchsuchungen verantwortlich, bei denen Waffen und Rauschgift beschlagnahmt wurden. Sie hatte bereits mehrfach Morddrohungen erhalten. Die radikal-islamischen Taliban bekannten sich zu dem Mord.

DAMASKUS: Bei einem Autobombenanschlag in der syrischen Hauptstadt sind mindestens 17 Menschen getötet und 14 weitere verletzt worden. Medienberichten zufolge war ein mit etwa 200 Kilogramm Sprengstoff beladenes Auto in der Nähe eines schiitischen Schreins explodiert. Syriens Innenminister Bassam Abdel Madschid sprach von einem feigen Akt. Fast alle Opfer seien Zivilisten gewesen. Unklar ist das Ziel der Attentäter. In der Nähe des Tatorts befand sich neben dem Schrein auch eine Einrichtung der Sicherheitskräfte. Zu dem Anschlag, dem schwersten in Syrien seit 20 Jahren, bekannte sich bisher niemand. Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier zeigte sich bestürzt über die zahlreichen Toten und Verletzten.

MÜNCHEN: In Bayern wird ein neuer Landtag gewählt. Dabei könnte die konservative CSU nach 46 Jahren ihre absolute Mehrheit verlieren. In den Umfragen lagen die Christsozialen von Ministerpräsident Günther Beckstein zuletzt knapp unter 50 Prozent, allerdings mit großem Vorsprung auf die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Franz Maget. Dieser strebt eine Koalition mit Grünen, Freien Wählern und der liberalen FDP an. Bei der letzten Landtagswahl in Bayern vor fünf Jahren hatte die CSU unter dem damaligen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber noch 60,7 Prozent der Stimmen erhalten. Stoibers Nachfolger Beckstein hat offengelassen, ob er gegebenenfalls im Amt bleiben will. Größere Stimmenverluste für die Christsozialen würden auch in der Bundespolitik die Union aus CDU und CSU insgesamt schwächen. Zudem beeinflusst die bayerische Landtagswahl die Zusammensetzung der Bundesversammlung, die im kommenden Mai den nächsten Bundespräsidenten wählt.

BERLIN: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet damit, dass 2009 keine neuen Arbeitsplätze mehr geschaffen werden. Deutschland werde als exportorientierte Volkswirtschaft indirekt von der internationalen Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen, sagte Hundt der Zeitung "Bild am Sonntag". Die Wirtschaft werde mit hoher Wahrscheinlichkeit 2009 langsamer wachsen als in den letzten Jahren.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist sonnig, nur an der Küste gelegentlich Regen. Maximal 14 bis 20 Grad.

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