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Nachrichten

Sonntag, 28. Juni 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: CDU und CSU wollen an diesem Sonntag endgültig das Programm für die Bundestagswahl im September beschließen. Dazu kommen die Vorstände beider Parteien in Berlin zusammen. Zentrale Frage ist das Unions-Versprechen, die Steuern für die Bürger im Umfang von 15 Milliarden Euro zu senken. Strittig ist zwischen den Schwesterparteien, ob dafür ein konkretes Datum genannt werden soll. Gleichzeitig hielt am Wochenende die Debatte über h ö h e r e Steuern an. So sprach sich Sachsens Ministerpräsident Wolfgang Böhmer im "Tagesspiegel am Sonntag" dafür aus, den Spitzensteuersatz "für Bestverdiener" anzuheben, um der ungleichen Verteilung von Vermögen entgegenzuwirken. Andernfalls drohten "soziale Verwerfungen".

TEHERAN: Im Streit um den Ausgang der Präsidentenwahl im Iran haben zwei der unterlegenen Kandidaten den Kompromissvorschlag des Wächterrates zur teilweisen Neuauszählung der Stimmen abgelehnt. Nach Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi forderte nun auch der Reformkandidat Mehdi Karrubi eine unabhängige Kommission mit allen Befugnissen zur Untersuchung der Vorwürfe über Unregelmäßigkeiten. Wie die halb-amtliche Nachrichtenagentur Fars berichtet, wurden in Teheran acht einheimische Angestellte der britischen Botschaft festgenommen. Ihnen wird eine zentrale Rolle bei den Massenprotesten gegen die Wiederwahl von Präsident Mahmud Ahmadinedschad zur Last gelegt. Die Führung der Islamischen Republik hatte den westlichen Ländern, vor allem Groß-Britannien und den USA, wiederholt vorgeworfen die Proteste angefacht zu haben.

JERUSALEM: Im Konflikt um die Einhaltung religiöser Vorschriften haben sich in Israel Polizisten und orthodoxe Juden eine Straßenschlacht geliefert. In Jerusalem warfen Orthodoxe aus einer Menge von mehreren tausend Protestierenden Steine und Gemüse auf etwa tausend Demonstranten, die eine regelmäßige Öffnung eines Parkplatzes auch am Sabbat forderten. Die Polizei ging dazwischen, auch mit Wasserwerfern, und nahm über 20 Menschen fest. Es gab mehrere Verletzte.

DHAKA: Bei Zusammenstößen zwischen der Polizei und streikenden Textilarbeitern sind in Bangladesch zwei Menschen getötet worden. Rund 30 Personen seien verletzt worden, als die Sicherheitskräfte mit Tränengas und Gummigeschossen gegen randalierende Teilnehmer einer Protestkundgebung im Industriegebiet außerhalb von Dhaka vorgingen, teilte die Polizei mit. Der Streik gegen Lohnkürzungen hielt bereits den zweiten Tag infolge an. Rund 50.000 Arbeiter waren beteiligt.

CANBERRA: Die australische Marine hat ein Flüchtlingsboot mit fast 200 Menschen aufgegriffen. Die illegalen Einwanderer wurden nach Angaben des Innenministeriums auf die Weihnachtsinseln gebracht, wo die australische Regierung ein Auffanglager unterhält. Es sei bereits das 15. Flüchtlingsboot in diesem Jahr. Die meisten kommen aus Indonesien, wo Flüchtlinge mehrere tausend Dollar für den illegalen Transport zahlen. An Bord sind in der Regel Iraker, Afghanen und Flüchtlinge aus Sri Lanka. Das Innenministerium bekräftigte, die Regierung sei zu strengen Grenzkontrollen und zum Kampf gegen Menschenschmuggler entschlossen. Im vergangenen Jahr hatte die Regierung von Ministerpräsident Kevin Rudd nach internationalem Protest einen humaneren Weg in der Flüchtlingspolitik eingeschlagen und Asyl-Verfahren deutlich beschleunigt. Kritiker bemängeln indes, dies habe den Schleuserbanden nur in die Hände gespielt.

ATHEN: Vor dem Hintergrund des Konflikts in Georgien beraten die Außenminister der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa über ein neues Konzept zur Stabilisierung. Bei dem Treffen auf der griechischen Insel Korfu soll auch über Vorschläge Russlands zu einem "europäischen Sicherheitsvertrag" gesprochen werden. Griechenlands Ministerpräsident Kostas Karamanlis sagte zur Eröffnung, die Krisen der letzten Zeit könnten neue Chancen eröffnen. Am Vortag hatten auf Korfu die Außenminister der Nato und Russlands beschlossen, ihre militärische Zusammenarbeit wieder aufzunehmen. Nach zehnmonatiger Unterbrechung wegen des Kaukasus-Krieges sprach Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier anschließend von einem Neustart des Nato-Russland-Rates. Gleichwohl konnten die Differenzen über Georgien nicht ausgeräumt werden. Russland betrachtet die abtrünnigen georgischen Provinzen Südossetien und Abchasien weiterhin als unabhängige Staaten.

TIRANA: In Albanien wird ein neues Parlament gewählt. Um die 140 Sitze bewerben sich rund 4000 Kandidaten aus 40 Parteien und Bündnissen. Laut Umfragen ist ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den Demokraten von Ministerpräsident Sali Berisha und den oppositionellen Sozialisten zu erwarten. Die Abstimmung gilt als Test für die Demokratie und dürfte die Beitrittsaussichten Albaniens in die Europäische Union beeinflussen. Der Wahlkampf war überschattet von blutigen Ausschreitungen. Zudem wurden rund 15 Prozent der gut drei Millionen Wahlberechtigten ausgeschlossen, weil sie nicht rechtzeitig neue Personalausweise bekommen konnten.

BRÜSSEL: Somalische Piraten haben das belgische Schiff "Pompei" und seine Besatzung wieder frei gelassen. Der niederländische Kapitän, zwei belgische Offiziere sowie vier Kroaten und drei Filipinos seien bei guter Gesundheit, heißt es in einer Erklärung der belgischen Regierung. Laut Medienberichten soll ein Lösegeld gezahlt worden sein. - Das Schiff war am 18. April entführt worden. Es war auf dem Weg zu den Seychellen.

LOS ANGELES: Die Familie des am Donnerstag überraschend verstorbenen Popstars Michael Jackson hat nach Medienangaben eine zweite Autopsie von einem privaten Pathologen vornehmen lassen. So könnten die Angehörigen schneller mehr Informationen über die Todesursache erhalten, heißt es in der Zeitung "Los Angeles Times". Das Ergebnis der offiziellen Obduktion soll erst in vier bis sechs Wochen vorliegen. In den Medien wird heftig über eine mutmaßliche Medikamentensucht des Popstars spekuliert. Gewalt als Todesursache schloss die Polizei aus.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Es bleibt schwülwarm bei maximal 22 bis 28 Grad. In der Südhälfte und im Rheinland örtlich heftiger Regen oder Gewitter und nur kurze Aufheiterungen. Freundlicher vor allem im Norden und Nordosten. --- Hier setzt sich zumindest zeitweise die Sonne durch.

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