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Nachrichten

Sonntag, 28. Dezember 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GAZA-STADT: Israel hat seine Luftangriffe auf den Gazastreifen fortgesetzt. Die Armee bombardierte den zweiten Tag in Folge Ziele in dem Küstengebiet und zog gepanzerte Truppen an der Grenze zusammen. Verteidigungsminister Ehud Barak schloss eine Bodenoffensive nicht mehr aus. Offiziellen Angaben zufolge hatten Kampfflugzeuge am Samstag rund 100 Angriffe auf das Palästinenser-Gebiet am Mittelmeer geflogen. Dabei wurden nach jüngsten Angaben palästinensischer Ärzte mindestens 270 Menschen getötet und mehrere hundert verletzt. Es waren die schwersten Luftangriffe Israels auf palästinensisches Gebiet seit mehreren Jahrzehnten. Israel rechtfertigt die Offensive mit dem Raketenbeschuss durch die radikal-islamische Hamas. Die Palästinenser-Organisation hatte in den vergangenen Tagen immer wieder Geschosse auf israelische Ortschaften entlang der Grenze abgefeuert.

NEW YORK: Der Weltsicherheitsrat hat von Israel und der radikalislamischen Hamas ein sofortiges Ende der Kämpfe im Gazastreifen gefordert. Die 15 Mitglieder des mächtigsten UN-Gremiums riefen in New York in einer nicht bindenden Erklärung zur Einstellung aller Gewalt auf. Die Dringlichkeitssitzung war auf Antrag Libyens, des derzeit einzigen arabischen Mitglieds im UN-Sicherheitsrat, einberufen worden. - Inzwischen zeigte sich die ägyptische Regierung zur Vermittlung zwischen der Hamas und Israel bereit. Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas gab der radikalen Hamas die Hauptschuld an der Gewalteskalation im Gazastreifen. Die palästinensische Seite hätte die israelische Offensive verhindern können, wenn sie sich an den Waffenstillstand mit Israel gehalten hätte, sagte Abbas bei einem Besuch in Kairo.

ISLAMABAD: Bei einem Bombenanschlag auf ein Wahllokal im Nordwesten Pakistans sind mindestens 20 Menschen getötet worden. Nach pakistanischen Medienberichten ereignete sich der Anschlag im Distrikt Buner, wo an diesem Sonntag Nachwahlen zum Nationalparlament in der Hauptstadt Islamabad stattfinden. Die Region im Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Hochburg radikal-islamischer Extremisten.

KABUL: Im Osten Afghanistans sind bei einem Selbstmordanschlag in der Nähe einer Schule sieben Menschen getötet worden, darunter vier Kinder. Nach Polizeiangaben wurden weitere 30 Kinder durch die Explosion in der Provinz Khost verletzt. Der Attentäter hatte ein mit Sprengstoff beladenes Auto detonieren lassen, als die Polizei das Feuer auf ihn eröffnete, um ihn an der Weiterfahrt zu einem Gebäude der Provinzregierung zu hindern. Bei einem weiteren Attentat im Süden Afghanistans wurden vier Menschen getötet, darunter zwei kanadische Soldaten der NATO-Truppe ISAF.

COLOMBO: Bei einem Selbstmordanschlag in Sri Lanka sind mindestens fünf Angehörige der Sicherheitskräfte getötet und 15 weitere Menschen verletzt worden. Nach Angaben der Behörden sprengte sich der Attentäter in der Hauptstadt Colombo nahe einer Polizeiwache in die Luft. Hinweise auf die Hintermänner des Anschlags gibt es noch nicht. In der südasiatischen Inselrepublik kämpfen seit Jahrzehnten Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam für einen eigenen Staat.

BERLIN: Die deutschen EU-Beobachter in Georgien werden künftig auch in der spannungsreichen Pufferzone vor der abtrünnigen Provinz Südossetien im Einsatz sein. Der Chef der EU-Beobachtermission, der deutsche Diplomat Hansjörg Haber, kündigte an, die nationalen Kontingente sollten von Februar an auf verschiedene Standorte aufgeteilt werden. So sollten die deutschen Beobachter künftig nahe Südossetien in Gori, Chaschuri und Tiflis stationiert werden. Bislang sind die 25 deutschen Beobachter im westgeorgischen Sugdidi im Einsatz. Sie beteiligen sich an Patrouillen in der Pufferzone vor der zweiten abtrünnigen georgischen Provinz Abchasien.

ACCRA: Ghana entscheidet an diesem Sonntag in einer Stichwahl über den künftigen Präsidenten des Landes. Der bisherige Präsident John Kufuor, der seit 2001 an der Spitze des Landes steht, durfte nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren. Im ersten Wahlgang Anfang Dezember hatte Nana Akufo-Addo von der Neuen Patriotischen Partei nur knapp vor John Atta-Mills vom oppositionellen Nationalen Demokratischen Kongress gelegen. In der westafrikanischen Republik sind rund 12,8 Millionen Bürger stimmberechtigt. Beobachter der Europäischen Union haben den bisherigen Wahlverlauf als fair gewürdigt.

SEOUL: Südkorea will rund 20 Milliarden Euro in neue Kraftwerke investieren, um vor allem Emissionen einzusparen. Unter den 21 Neubauten seien auch zwölf Atomkraftwerke geplant, teilte das Energieministerium mit. Mit den Neubauten steigt die Zahl der Atomkraftwerke in Südkorea bis 2022 auf 32. Der Anteil der Kernenergie an der Gesamtversorgung legt damit auf 48 von derzeit 34 Prozent zu.

BOSTON: Der amerikanische Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte die Harvard-Universität mit, an der Huntington fast 60 Jahre internationale Politik gelehrt hatte. Huntington galt als einer der einflussreichsten Politologen überhaupt. Sein Hauptwerk 'Kampf der Kulturen' erschien 1996. Darin vertrat Huntington die These, dass nach dem Ende des Kalten Krieges nicht mehr Ideologien, sondern kulturelle und religiöse Unterschiede die Konflikte prägen würden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden Wolken, nur örtlich etwas Regen. Richtung Osten Hochnebelfelder mit leichtem Schneefall; sonst viel Sonne. Höchstwerte zwischen minus vier und plus vier Grad.

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