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Nachrichten

Sonntag, 27. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

MOSKAU: Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Volker Beck ist in der russischen Hauptstadt vorübergehend festgenommen worden, als er gemeinsam mit anderen EU-Abgeordneten wegen des Verbots einer Kundgebung von Schwulen und Lesben eine Petition zur Versammlungsfreiheit im Rathaus abgeben wollte. Bei der Festnahme kam es vor dem Gebäude zu Tumulten, dabei wurde der Politiker mit Eiern und Tomaten beworfen. Beck hatte in Moskau an einer Konferenz für die Rechte Homosexueller teilgenommen. Gegen eine für diesen Sonntag geplante Homosexuellen-Kundgebung hatten Nationalisten, Kommunisten und religiöse Gruppen mobil gemacht. Die Veranstaltung war daraufhin von den Behörden verboten worden. Bei einer ähnlichen Protestveranstaltung in Moskau im vergangenen Jahr war Beck zusammengeschlagen worden.

KIEW: In der Ukraine haben Staatspräsident Viktor Juschtschenko und Regierungschef Viktor Janukowitsch ihren Machtkampf für beendet erklärt. Bei einem nächtlichen Krisentreffen in Kiew verständigten sie sich auf einen Termin für vorgezogene Parlamentswahlen. Wie die beiden Kontrahenten mitteilten, soll nun am 30. September gewählt werden. Der pro-westliche Juschtschenko wollte ursprünglich einen früheren Termin, der pro-russische Janukowitsch einen späteren. Die Staatskrise hatte sich zuletzt dramatisch verschärft, nachdem Juschtschenko die Entlassung des Generalstaatsanwalts verfügt und per Erlass die Kontrolle über die Truppen des Innenministeriums übernommen hatte. Nach dem verkündeten Kompromiss wurden die am Vortag alarmierten Sondertruppen des Ministeriums in die Kasernen zurückbeordert.

TEL AVIV: Radikale Palästinenser haben die Stadt Sderot im Süden Israels wieder mit Raketen beschossen und dabei einen Mann getötet. Insgesamt schlugen vier Geschosse in der Stadt ein. Bereits am Montag war bei einem Angriff auf Sderot eine Frau ums Leben gekommen. Israels Regierungschef Ehud Olmert kündigte im Kabinett an, die Militärschläge gegen die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas fortzusetzen.

TEHERAN: Der Iran und die Europäische Union haben ein für diese Woche geplantes Treffen zwischen dem EU-Außenbeauftragten Javier Solana und dem iranischen Atomunterhändler Ali Laridschani verschoben. Dies sei einvernehmlich passiert, so ein Sprecher des iranischen Außenministeriums in Teheran. Nach iranischen Angaben wollten die beiden Politiker sich ursprünglich am Donnerstag in Spanien treffen, um eine Lösung für das umstrittene iranische Atomprogramm zu finden.

DAMASKUS: Die Syrer stimmen darüber ab, ob Staatschef Baschar el Assad für sieben weitere Jahre im Amt bleiben soll. Bei dem Referendum steht außer Assad kein weiterer Kandidat zur Wahl. Die Opposition boykottiert daher das Referendum. Der heute 41-jährige Assad war vor sieben Jahren mit 97 Prozent der Stimmen zum Präsidenten gewählt geworden, nachdem sein Vater einen Monat zuvor gestorben war.

CANBERRA: Australien hat sich Forderungen angeschlossen, die Nachfolge des zurückgetretenen Weltbank-Präsidenten Paul Wolfowitz nicht länger US-Amerikanern vorzubehalten. Der Posten müsse auch Kandidaten aus anderen Ländern offen stehen, erklärte Finanzminister Peter Costello. Australien unterstütze mit Nachdruck die Haltung der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G-20), die Präsidenten der Weltbank und des IWF in einem offenen und transparenten Verfahren ohne Einschränkungen durch Nationalitäten auszuwählen, so Costello weiter.

ROM: In Italien haben zweitägige Kommunal- und Provinzwahlen begonnen. Die Abstimmung gilt als Stimmungstest für die Mitte-Links-Koalition von Ministerpräsident Romano Prodi. Zur Wahl aufgerufen sind rund zehn Millionen Italiener. Gewählt wird in über 850 zumeist kleineren Gemeinden, aber auch in größeren Städten wie Genua, Verona und Reggio Calabria. Außerdem wird in sieben Provinzen abgestimmt. Stichwahlen sind für den 10. und 11. Juni angesetzt. Prodi regiert seit gut einem Jahr mit einer lediglich hauchdünnen Mehrheit im Parlament. Laut Umfragen sind fast zwei Drittel der Italiener von seiner Regierung enttäuscht.

BERLIN: Eineinhalb Wochen vor dem G-8 Gipfel in Heiligendamm bei Rostock hat Bundeskanzlerin Angela Merkel erneut zum Gewaltverzicht bei Demonstrationen gegen das Treffen aufgerufen. Gewalt dürfe kein Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele sein, sagte die Kanzlerin. Merkel und Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble betonten zugleich, dass die Bundesregierung die Demonstrationen grundsätzlich für begrüßenswert halte. Wenn Bürger darauf aufmerksam machen wollten, dass es etwa mit Afrika oder mit der Klimapolitik so nicht weitergehen könne, sei das nur zu begrüßen. Schäuble ergänzte, er beschäftige sich selbst intensiv mit diesen Fragen.--Unterdessen hat Deutschland wie angekündigt seine Grenzkontrollen im Umfeld des G-8-Gipfels verschärft. Ab sofort können an allen Land- und Seegrenzen sowie auf Flughäfen auch Reisende aus den Staaten des Schengener Abkommens kontrolliert werden.

HAMBURG: In der Radsport-Dopingaffäre verdichtet sich der Verdacht gegen Jan Ullrich. Sein ehemaliger Betreuer Jef D'Hont sagte der Zeitung 'Bild am Sonntag', er selbst habe dem Tour-de-France-Sieger von 1997 das verbotene Doping-Mittel Epo gespritzt. D'Hont hatte mit seinem Buch das Ausmaß des Dopings im Spitzenradsport enthüllt und die Geständnisse mehrerer Profifahrer des früheren Teams Telekom ausgelöst. - Mittlerweile hat die Affäre auch den Amateur-Bereich erfasst. Der langjährige Olympiaarzt Georg Huber gab zu, zwischen 1980 und 1990 jungen Radrennfahrern das leistungssteigernde Hormon Testosteron verabreicht zu haben.

ZUM FUßBALL: Der 1. FC Nürnberg hat den DFB-Pokal gewonnen. Im ausverkauften Berliner Olympiastadion siegten die Franken in einem turbulenten Endspiel 3:2 nach Verlängerung gegen den deutschen Meister VfB Stuttgart. Nürnberg hatte zuletzt 1962 den DFB-Pokal geholt. Neuer Pokalsieger bei den Frauen ist der FFC Frankfurt durch ein 4:1 gegen FCR Duisburg im Elfmeterschießen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet kräftiger, teils gewittriger Regen. Vor allem im Westen und Südwesten längere trockene Abschnitte. Höchstwerte 17 bis 22 Grad, im Osten bis 28 Grad.

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