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Nachrichten

Sonntag, 27. Juli 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hat die deutschen Soldaten im Norden Afghanistans besucht. Hauptthemen im derzeit größten Bundeswehrfeldlager in Masar-i-Scharif waren die Arbeit der Schnellen Eingreiftruppe, die seit Anfang des Monats von Deutschland gestellt wird, sowie die geplante Aufstockung des Bundeswehr-Gesamtkontingents im Herbst auf 4.500 Mann. Nach einem Treffen mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai hatte Steinmeier in Kabul deutliche Worte über die Haltung des Nachbarlands Pakistan gefunden. Nur bei einem kooperativen Verhalten aller Anrainerstaaten lasse sich die Sicherheitslage verbessern, so der SPD-Politiker. UN-Vertreter in Afghanistan warfen Pakistan vor, sich mit den Taliban-Rebellen zu arrangieren.

NEU DELHI: Nach der Serie von Bombenexplosionen in der westindischen Stadt Ahmadabad steigt die Zahl der Opfer weiter. Nachdem die Behörden zunächst von 29 Toten gesprochen hatten, ist jetzt von mindestens 45 Toten die Rede. Mehr als 100 Menschen wurden nach Regierungsangaben bei den Anschlägen verletzt. In der Stadt waren in kurzer Folge mindestens 16 Bomben an mehreren Stellen gezündet worden. Eine bislang kaum bekannte Gruppe namens "Indische Mudschaheddin" bezichtigte sich, die Anschläge verübt zu haben. Die Stadt Ahmadabad war 2002 Schauplatz schwerer Unruhen zwischen Hindus und der muslimischen Minderheit. Damals waren rund 1.000 Menschen getötet worden, die meisten von ihnen waren Muslime.

TEHERAN: Im Iran sind bei einer Massenhinrichtung 29 Todesurteile vollstreckt worden. Bei den meisten Verurteilten handelte es sich nach einem Bericht des Staatsfernsehens um Mörder, Drogenhändler und Ehebrecher. Im vergangenen Jahr waren im Iran mehr als 290 Menschen hingerichtet worden, viele von ihnen öffentlich. Das Land liegt damit hinter China an zweiter Stelle der weltweiten Statistik. Die Todesurteile im Iran werden meist durch Erhängen vollzogen.

ANKARA: Die türkische Luftwaffe hat erneut Stellungen von PKK-Rebellen im Nordirak angegriffen. In den Bergen von Kandil im irakischen Kurdengebiet seien insgesamt zwölf Stellungen angegriffen worden, bestätigte das türkische Militär. Das Parlament in Ankara hat der Armee ein Jahr lang die Genehmigung für grenzübergreifende Attacken gegen die kurdische Rebellenorganisation erteilt. Die Frist endet im Oktober. Die PKK wird nicht nur von der Türkei, sondern auch von der Europäischen Union und den USA als Terror-Organisation eingestuft.

PHNOM PENH: In Kambodscha ist ein neues Parlament gewählt worden. Aufgerufen zur Wahl waren elf Millionen Menschen. Es wird mit einem Sieg der Volkspartei von Ministerpräsident Hun Sen gerechnet, der das asiatische Land seit 23 Jahren regiert. Ein Grenzstreit mit Thailand wegen eines historischen Hindu-Tempels hatte seine Popularität jüngst noch einmal gesteigert. International muss sich Hun Sen gegen Vorwürfe von Korruption und Menschenrechtsverletzungen verteidigen. Er selbst macht geltend, dass seine Regierung nach dem Völkermord unter dem Regime der Roten Khmer eine Ära des Friedens und der Stabilität eingeleitet habe. Durch eine Politik des freien Marktes zählt Kambodscha zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften Asiens. Die Parlamentswahl wird von internationalen Beoachtern verfolgt, 130 von ihnen kommen aus der EU.

HAVANNA: Das kommunistische Kuba feiert den 55. Jahrestag seiner Revolution. Präsident Raúl Castro betonte erneut, die Kubaner müssten den Gürtel enger schnallen. Grund sei die schwierige Lage der internationalen und der einheimischen Wirtschaft. Castro widmete die Feiern seinem erkrankten Bruder Fidel, der nicht an den Feierlichkeiten teilnahm. Fidel Castro, der jahrzehntelang Kuba als Präsident geführt hatte, war zuletzt vor zwei Jahren öffentlich aufgetreten.

BERLIN: Kanzlerin Angela Merkel hat Entwürfe aus dem Bundeswirtschaftsministerium von Michael Glos (CSU) für ein milliardenschweres Konjunkturprogramm zurückweisen lassen. Solche Überlegungen stünden derzeit nicht zur Debatte, sagte ein Regierungssprecher der Zeitung "Bild am Sonntag". Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" will Glos im Falle einer wirtschaftlichen Schwächephase die Bürger steuerlich deutlich entlasten und die private Nachfrage stützen. Die Rede sei von mindestens zehn Milliarden Euro. Gedacht werde neben der Rückkehr zur alten Pendlerpauschale an höhere Freibeträge bei der Einkommenssteuer. Der Vorsitzende des Sachverständigenrates, Bert Rürup, hielt eine Rezession in Deutschland wegen der hohen Auftragsbestände für - so wörtlich - "eher unwahrscheinlich, aber nicht völlig ausgeschlossen".

WIEN: Unter dem Motto 'Denn stark wie die Liebe ist der Tod' sind die Salzburger Festspiele eröffnet worden. Zum Auftakt wurde die düstere Dostojewski-Dramatisierung 'Verbrechen und Strafe' der deutschen Regisseurin Andrea Breth gezeigt. - Bis zum 31. August gibt es in der österreichischen Stadt 202 Veranstaltungen an 14 Spielstätten. Die meisten der rund 230.000 Karten für das renommierte Kulturspektakel sind bereits verkauft.

ZUM SPORT: Der spanische Radprofi Carlos Sastre steht vor dem Sieg bei der Tour de France. Bei der vorletzten Etappe, einem Zeitfahren, verteidigte der 33-Jährige das Gelbe Trikot des Spitzenreiters. Bei der Schlussetappe am Sonntag nach Paris wird traditionell nicht mehr angegriffen. Das Zeitfahren gewann Stefan Schumacher vom Team Gerolsteiner.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten sonnig und trocken. Im Süden und Westen örtlich unwetterartige Gewitter. Maximal 24 bis 32 Grad.

Am Morgen hatten gemeldet:

HAMBURG und DRESDEN: 18 Grad, fast wolkenlos;
BERLIN: 20 Grad, leicht bewölkt;
KÖLN/BONN: 18 Grad, nach Nebel;
FRANKFURT AM MAIN: 20 Grad, wolkig und
MÜNCHEN: 19 Grad, kurzer Schauer.

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