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Nachrichten

Sonntag, 27. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WIESBADEN / HANNOVER: In Hessen und Niedersachsen werden neue Landtage gewählt. Mit Spannung wird vor allem der Ausgang in Hessen erwartet, wo Meinungsforscher ein Kopf-an-Kopf-Rennen vorhersagen. Der seit 1999 amtierende CDU-Ministerpräsident Roland Koch muss danach um seine Macht fürchten. In Niedersachsen wird dagegen eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition unter dem christdemokratischen Regierungschef Christian Wulff erwartet. In Hessen regiert die CDU derzeit allein, nachdem sie bei der Landtagswahl 2003 mit knapp 49 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit errungen hatte. Die SPD, die heute mit ihrer Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti antritt, musste damals mit rund 29 Prozent das schlechteste Ergebnis der Nachkriegsgeschichte in Hessen verkraften. Mit Spannung wird in beiden Bundesländern das Abschneiden der Partei 'Die Linke' erwartet. Bislang ist sie noch in keinem westdeutschen Landtag vertreten.

JAKARTA: Der frühere indonesische Machthaber Suharto ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Er erlag nach langer Krankheit einem mehrfachen Organversagen. Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono würdigte den Verstorbenen. Er rief eine einwöchige Staatstrauer aus. Suharto war 1967 offiziell zum Präsidenten Indonesiens ernannt worden. In den folgenden drei Jahrzehnten ließ er sich sechs Mal im Amt bestätigen. Er regierte Indonesien mit eiserner Faust. Er ließ Kommunisten und Gewerkschafter verfolgen. Hunderttausende Kritiker verschwanden in Gefängnissen oder wurden ermordet. 1998 trieben Studentenproteste und Unruhen Suharto schließlich zum Rücktritt. Versuche ihn vor Gericht zu bringen, scheiterten. Anwälte Suhartos plädierten erfolgreich auf dessen Prozessuntauglichkeit.

MOSKAU: Der russische Oppositionspolitiker Michail Kassjanow darf nicht an der Präsidentschaftswahl im März teilnehmen. Die Wahlkommission verweigerte dem früheren Ministerpräsidenten die Registrierung mit der Begründung, Kassjanow habe zwei Millionen Unterschriften zu seiner Unterstützung eingereicht, von diesen Unterschriften seien aber 80.000 ungültig. Kassjanow ist ein Kritiker des scheidenden Präsidenten Wladimir Putin. Nach dem Ausscheiden Kassjanows sind nun noch vier Kandidaten für die Präsidentenwahl zugelassen. Unter ihnen ist auch Dmitri Medwedew, der Wunschnachfolger Putins.

JERUSALEM: Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas treffen sich an diesem Sonntag, um über die Lage im Gazastreifen zu sprechen. Abbas will sich dafür einsetzen, dass seine im Westjordanland regierende Autonomiebehörde die Überwachung der Grenzen zwischen dem Gazastreifen und Ägypten sowie Israel übernimmt. Dazu ist jedoch die Zustimmung der im Gazastreifen herrschenden radikalislamischen Hamas notwendig. Hamas-Aktivisten hatten in den vergangenen Tagen Grenzanlagen zu Ägypten aufgebrochen. Hunderttausende Palästinenser waren nach Ägypten gereist, um dort Lebensmittel und Treibstoff zu kaufen.

AMMAN: Der Gründer der radikalen Volksfront zur Befreiung Palästinas -PFLP-, George Habasch, ist mit 82 Jahren in Jordanien gestorben. Habasch hatte die PFLP Ende 1967 gegründet und mehr als 30 Jahre als Generalsekretär angeführt. In Deutschland wurde die militante Palästinenserorganisation vor allem durch die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" im Herbst 1977 bekannt. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas würdigte Habasch als einen "historischen Führer" und ordnete eine eintägige offizielle Trauer an.

NAIROBI: Auch während der Vermittlungsmission des früheren UN-Generalsekretärs Kofi Annan sind die Unruhen in Kenia nicht abgeebbt. Alleine in der westlichen Provinz Rift Valley seien weitere 81 Menschen getötet worden, teilte die Polizei mit. Annan beklagte schwere Menschenrechtsverletzungen. Der frühere UN-Generalsekretär versucht, zwischen Präsident Mwai Kibaki und der Opposition zu vermitteln. Diese wirft Kibaki vor, das Ergebnis der Präsidentenwahl Ende Dezember gefälscht zu haben, um an der Macht zu bleiben. Seit Beginn der Auseinandersetzungen um den Ausgang der Wahl wurden in Kenia mindestens 800 Menschen getötet.

WASHINGTON: Nach einem von Härte geprägten Wahlkampf hat US-Senator Barack Obama im US-Bundesstaat South Carolina einen klaren Sieg über seine Konkurrentin Hillary Clinton errungen. Bei der Vorwahl der Demokraten stimmten rund 55 Prozent für Obama, seine Rivalin Clinton erhielt knapp 27 Prozent. Der dritte Bewerber, John Edwards, kam auf 18 Prozent. Demoskopen zufolge verdankte Obama seinen Sieg dem großen Zuspruch der Afroamerikaner, die in South Carolina etwa die Hälfte der Wählerschaft stellten. Die Entscheidung im Kandidatenrennen fällt nun am 5. Februar, dem 'Super Tuesday', wenn in mehr als 20 US-Bundesstaaten abgestimmt wird.

BERLIN: Zum Holocaust-Gedenktag wird an diesem Sonntag in Deutschland mit zahlreichen Veranstaltungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Im Jüdischen Museum in Berlin nimmt Bundespräsident Horst Köhler an einer Lesung von Texten über die Judenverfolgung teil. Im ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück in Brandenburg wird eine Ausstellung über jüdische Häftlinge eröffnet. Für Kritik sorgte bei Politikern verschiedener Parteien ein für diesen Sonntag geplanter Faschingsumzug in München. Der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber sprach von einer - Zitat - "Instinktlosigkeit erster Güte". Am 27. Januar 1945 hatte die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau befreit.

BOCHUM: Die von Entlassung bedrohten Mitarbeiter des nordrhein-westfälischen Nokia-Werkes sind zu einer Betriebsversammlung zusammengekommen. Es soll über die nächsten Schritte im Kampf um die 2.300 Arbeitsplätze beraten werden. Die Arbeitnehmervertreter wollen weiterhin nicht über Sozialpläne verhandeln, sondern treten für den Erhalt des Standortes Bochum ein. Zuletzt hatte der Betriebsrat dem Management des finnischen Handy-Herstellers vorgeworfen, die Personalkosten falsch zu berechnen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten regnerisch, die Schneefallgrenze sinkt auf 500 Meter. In der Südwesthälfte meist trocken. Die Tageshöchstwerte liegen zwischen drei und zehn Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: acht Grad, regnerisch;

Berlin: vier Grad, regnerisch;

Dresden: fünf Grad, regnerisch;

Köln/Bonn: sechs Grad, bedeckt;

Frankfurt am Main: fünf Grad, stark bewölkt und

München: zehn Grad, bedeckt.

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