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Nachrichten

Sonntag, 27. April 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

KABUL: Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat einen Anschlag der radikalislamischen Taliban auf eine Militärparade in der Hauptstadt Kabul unversehrt überlebt. Karsai und alle in- und ausländischen Würdenträger seien unverletzt und in Sicherheit, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Drei der Angreifer seien getötet worden. Unter den Zuschauern sei mindestens ein Mensch ums Leben gekommen, etwa neun weitere seien verletzt worden. An der Veranstaltung zum 16. Jahrestag des Rückzugs der sowjetischen Streitkräfte aus Afghanistan hatten neben dem Präsidenten auch alle Kabinettsmitglieder, der britische und der US-Botschafter und der stellvertretende UN-Gesandte teilgenommen. In einer Fernsehansprache erklärte Karsai, die Lage sei unter Kontrolle. Den Sicherheitskräften sei es gelungen, die Angreifer einzukreisen und festzunehmen.

BERLIN: Trotz der Nahrungsmittelkrise will Bundeskanzlerin Angela Merkel am EU-Ziel festhalten, die Nutzung von Biosprit massiv auszubauen. Das Ziel der Europäischen Union, bis 2020 den Treibstoffverbrauch bis zu zehn Prozent durch Biosprit zu decken, halte sie nach wie vor für richtig, sagte die CDU-Chefin der 'Bild am Sonntag'. Die Gewinnung von Treibstoff aus Mais oder Raps sei nicht der entscheidende Grund für die gegenwärtigen Probleme. Für Biokraftstoffe würden weniger als drei Prozent der weltweiten Agrarfläche verwendet, betonte Merkel. Sie kündigte an, im Juli beim G-8 Gipfel in Japan über eine gemeinsame Strategie sprechen zu wollen. Auch die Finanzspekulation mit Nahrungsmitteln müsse dann Thema sein.

BERLIN: Rund 2,4 Millionen Berliner sind aufgerufen, über die Zukunft des Flughafens Tempelhof im Zentrum der Stadt abzustimmen. Die Initiatoren des Volksentscheids wollen verhindern, dass der durch die so genannte Luftbrücke während der Berlin-Blockade nach dem Zweiten Weltkrieg weltbekannt gewordene Flughafen im Herbst schließt. Für die Annahme der Volksbefragung sind rund 600.000 Ja-Stimmen, sowie eine Mehrheit aller abgegebenen Stimmen nötig. Das Ergebnis hat allerdings keine rechtlich bindende Wirkung. Die Berliner Landesregierung hatte angekündigt, die Stilllegung Tempelhofs nicht überdenken zu wollen.

PEKING: Auch nach dem Gesprächsangebot der Regierung in Peking an den Dalai Lama setzen die staatlichen chinesischen Medien ihre Angriffe auf das geistliche Oberhaupt der Tibeter fort. Die Zeitung 'People's Daily' schreibt, dem Dalai Lama seien alle Mittel recht, um die Stabilität und Entwicklung Tibets zu stören. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua forderte, der Dalai Lama müsse Tibet zweifelsfrei als Teil Chinas anerkennen. Dabei hatte der buddhistische Geistliche wiederholt erklärt, er strebe nur eine weitreichende Autonomie an und keine Unabhängigkeit. Das chinesische Dialogangebot begrüßte der Dalai Lama. Über Einzelheiten sei er zwar noch nicht informiert, aber grundsätzlich sei ein Dialog eine gute Sache, äußerte er sich im indischen Exil. Wenn das angebotene Treffen allerdings nur die internationale Kritik am Vorgehen der chinesischen Sicherheitskräfte in Tibet abmildern sollte, wäre es bedeutungslos.

SEOUL: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in der südkoreanischen Hauptstadt der olympische Fackellauf begonnen. Mehrere tausend Polizisten sind entlang der 24 Kilometer langen Strecke im Einsatz, um Übergriffe zu verhindern. Bereits kurz nach dem Start im Olympiapark kam es zu Auseinandersetzungen zwischen pro-chinesischen Demonstranten und Vertretern nordkoreanischer Flüchtlingsgruppen, die gegen die Abschiebung nordkoreanischer Flüchtlinge aus China und Pekings Tibet-Politik protestierten. Nächste Station der Fackel ist Nordkorea.

HARARE: Vier Wochen nach der umstrittenen Parlamentswahl in Simbabwe hat die staatliche Wahlkommission die Niederlage der Regierungspartei von Präsident Robert Mugabe bestätigt. Auch die Neuauszählung in 18 der 23 strittigen Wahlbezirke habe nichts am Ergebnis geändert, teilte die staatliche Wahlkommission mit. Die Kommission hatte die oppositionelle 'Bewegung für einen Demokratischen Wandel' unter ihrem Vorsitzenden Morgan Tsvangirai bereits Anfang April zum Sieger erklärt. Danach gewann die Opposition 109 der 210 Parlamentssitze, die Regierungspartei 97. Die Auszählung der ebenfalls am 29. März abgehaltenen Präsidentenwahl soll voraussichtlich am Montag abgeschlossen sein.

SAN SEBASTIÁN: Auf der Kanaren-Insel La Gomera haben Waldbrände mehrere hundert Menschen in die Flucht getrieben. Nach Angaben der Behörden wurden fünf Brandherde auf der dicht bewaldeten Insel gemeldet. Die Menschen hätten ihre Häuser verlassen und Zuflucht an den Stränden suchen müssen. Ursache für die Waldbrände seien Hitze und starke Winde. Die Brände bedrohen auch den zum Weltkulturerbe der UNESCO zählenden Nationalpark Garajonay.

BAIKONOUR: Für den Aufbau des geplanten europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo hat eine russische Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Baikonour in Kasachstan einen zweiten Testsatelliten ins All gebracht. Der Satellit sei erfolgreich in die vorgesehene Umlaufbahn in 23.000 Kilometern Höhe ausgesetzt worden, meldet die russische Nachrichtenagentur Itar-Tass. Der künstliche Erdtrabant soll neue Technologien für den Aufbau eines Netzes von 30 Satelliten und mehreren Bodenstationen testen. Galileo soll 2013 betriebsbereit sein und eine weit präzisere Navigation erlauben, als das bisher genutzte US-System GPS.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist locker bewölkt oder sonnig. Tageshöchstwerte 17 bis 23 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 14 Grad, leicht bewölkt;

Berlin und Köln/Bonn: 13 Grad, leicht bewölkt;

Dresden: 11 Grad, fast wolkenlos;

Frankfurt am Main: 12 Grad, leicht bewölkt und

München: 9 Grad, fast wolkenlos.

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