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Nachrichten

Sonntag, 26. Februar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

BERLIN: Im Tarifstreit um längere Arbeitszeiten im öffentlichen Dienst zeichnet sich möglicherweise eine Lösung ab. Ein Kompromiss könnte darauf hinauslaufen, dass jüngere Arbeitnehmer künftig länger arbeiten als ältere. Das deuteten der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Bsirske, und der Verhandlungsführer der Länder, der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), in der "Bild am Sonntag" an. Die Arbeitgeber fordern bislang eine Arbeitszeitverlängerung von 38,5 auf 40 Stunden.

BERLIN: Die Vogelgrippe ist in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Nach Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg wurde der gefährliche "H5N1"-Erreger nun auch bei zwei Wildvögeln in Brandenburg nachgewiesen. Die verendeten Tiere waren an der Oder in der Uckermark gefunden worden. Frankreichs Präsident Jacques Chirac warnte vor Panikmache. Verbraucher könnten Eier und Geflügelfleisch gefahrlos verzehren, sagte er beim Besuch einer Landwirtschaftsmesse.

BERLIN: CSU-Chef Edmund Stoiber zeigt sich offen für die Einführung von Mindestlöhnen in Deutschland. Der 'Bild am Sonntag' sagte er, auch er sei dafür, neue Instrumente zu prüfen. Andererseits sehe er die Gefahr, dass durch zu hohe Mindestlöhne Jobs in Deutschland wegfallen könnten. In der Regierungskoalition wird seit Wochen über die Einführung eines Mindestlohns diskutiert. CDU/CSU setzen dabei vor allem auf ein Modell aus Mindestlohn plus staatlichen Zuschüssen, die SPD auf ein reines gesetzliches Mindestlohnmodell. Im Herbst soll eine Arbeitsgruppe ihre Vorschläge präsentieren.

BAGDAD: Nach einem Krisentreffen in der irakischen Hauptstadt haben sich führende Politiker sowie einflussreiche Geistliche des Landes für ein Ende der Gewalt ausgesprochen. Um den Terror zu stoppen, müsse der politische Prozess beschleunigt werden, sagte Ministerpräsident Ibrahim Dschaafari, der gleichzeitig Sorgen vor einem anstehenden Bürgerkrieg zurückwies. Davon sei der Irak weit entfernt, so Dschaafari.--Auslöser der jüngsten Ausschreitungen war der Bombenanschlag auf die den Schiiten heilige Goldene Moschee in Samarra.

BRÜSSEL: Einen Monat nach der Verschleppung der beiden deutschen Ingenieure im Irak hat der EU-Außenbeauftragte Javier Solana einen eindringlichen Appell an die Entführer gerichtet. Er rief die Kidnapper auf, die Ingenieure aus Leipzig unbeschadet freizulassen. Unschuldige Zivilisten dürften niemals als Geiseln genommen werden, sagte Solana der "Bild am Sonntag". Die Ingenieure René Bräunlich und Thomas Nitzschke seien in den Irak gegangen, um am Wiederaufbau mitzuwirken. Die Männer waren vor etwa vier Wochen in Baidschi nordwestlich von Bagdad verschleppt worden.

RAMALLAH: Zwischen Israel und der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas gibt es erste Anzeichen einer Annäherung. Der designierte palästinensische Ministerpräsident und Hamas-Führer Ismail Hanija betonte, wenn Israel einem Palästinenserstaat einschließlich Ost-Jerusalems zustimme, wäre die Hamas zur Anerkennung Israels bereit. Darauf hin erklärte Israels Kabinettsminister Meir Scheetrit, Gespräche mit der Hamas seien denkbar.

DOHA: Angesichts der gewaltsamen Proteste gegen die umstrittenen Prophet-Mohammed-Karikaturen haben Vertreter der Arabischen Liga, der Islamischen Weltkonferenz und der Vereinten Nationen zum Dialog der Kulturen aufgerufen. Nur mit Gesprächen könne man Ressentiments und Misstrauen überwinden, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung, die nach einem Treffen in Katars Hauptstadt Doha veröffentlicht wurde. Die Teilnehmer, darunter UN-Generalsekretär Kofi Annan, verteidigten aber auch das Recht auf Meinungsfreiheit. Man müsse allerdings verantwortungsbewusst damit umgehen und dürfe es nicht als Vorwand nutzen, um andere zu beleidigen. - Die bildliche Darstellung Mohammeds gilt im Islam als Gotteslästerung.

WASHINGTON: Das US-Verteidigungsministerium will in der kommenden Woche die Namen mehrerer hundert Terrorverdächtiger veröffentlichen, die im Gefangenenlager Guantanamo inhaftiert sind. Damit kommt das Pentagon einer gerichtlichen Anordnung vom Januar nach. Viele der etwa 500 Gefangenen in dem Lager werden schon seit mehreren Jahren festgehalten, ohne dass bisher Anklage gegen sie erhoben wurde.

MADRID: Mehr als 100.000 Menschen haben in der spanischen Hauptstadt gegen mögliche Verhandlungen der Regierung mit der baskischen Untergrundorganisation ETA demonstriert. Organisiert wurde der Protestzug durch Madrid von einer Interessenvertretung der ETA-Opfer. Die Demonstranten riefen Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero auf, im Kampf gegen den Terror keine Zugeständnisse zu machen. Zapatero hatte sich zu Verhandlungen mit der ETA bereit erklärt, wenn diese der Gewalt abschwört und ihre Waffen niederlegt.

WOLFSBURG: Volkswagen will die rund 100.000 Beschäftigten seiner Kernmarke VW künftig erfolgsabhängig bezahlen. Ein Unternehmen, das kein Geld verdiene, könne es sich nicht leisten, 20 Prozent über Flächentarif zu bezahlen, sagte VW-Arbeitsdirektor Horst Neumann der 'Automobilwoche'. VW werde deshalb den gleichen Weg wie die Schwestermarke Audi gehen, wo niedrigere Löhne bei guten Unternehmensergebnissen durch Gewinnbeteiligungen aufgestockt würden.

LEIPZIG: In Leipzig hat die zweite Runde der Wahl eines neuen Oberbürgermeisters begonnen. In der ersten Runde hatte keiner der sieben Bewerber die absolute Mehrheit der Stimmen erreicht. Dieses Mal stehen nur noch vier Kandidaten zur Wahl und es reicht die einfache Mehrheit. Im ersten Wahlgang hatten der SPD-Politiker Burkhard Jung rund 42 Prozent der Stimmen, der CDU-Politiker Uwe Albrecht rund 33 Prozent erhalten. Notwendig wurde die Neuwahl, weil Amtsinhaber Wolfgang Tiefensee als Verkehrsminister ins Kabinett nach Berlin berufen wurde.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden zunehmend freundlich, von den Küsten her Aufheiterungen und weitgehend trocken. Sonst meist stark bewölkt und gebietsweise leichter Schnefall bei Tageswerten zwischen minus 3 und plus 4 Grad.