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Nachrichten

Sonntag, 26. April 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

GENF: Die Weltgesundheitsorganisation hat nach dem Ausbruch eines neuen Schweinegrippe-Virus in Mexiko zu weltweiter Wachsamkeit aufgerufen. Das Auftauchen des neuen Erregers sei ein Notfall für die öffentliche Gesundheit und Anlass für internationale Besorgnis, teilte die WHO nach einer Sondersitzung in Genf mit. WHO-Generaldirektorin Margaret Chan hatte zuvor erklärt, die Schweinegrippe habe ein pandemisches Potential, weil sie sowohl bei Menschen als auch bei Schweinen und Vögeln vorkomme. Auch das Robert-Koch-Institut in Berlin warnte vor einer Ausbreitung auf andere Länder. In Mexiko sind nach Angaben von Gesundheitsminister José Angel Cordova möglicherweise mehr als 80 Menschen an der Grippe gestorben. In 20 Fällen sei das Virus offiziell nachgewiesen. Aus den USA werden nach sieben Fällen in Kalifornien und zwei in Texas auch aus Kansas zwei Erkrankungen gemeldet.

REYKJAVIK: Bei der Parlamentswahl in Island hat die rot-grüne Koalition die absolute Mehrheit gewonnen. Nach Auszählung fast aller Stimmen kommt die sozialdemokratische Partei von Ministerpräsidentin Jóhanna Sigurdardóttir zusammen mit den Linksgrünen auf fast 53 Prozent der Stimmen. Beide Parteien hatten Anfang des Jahres eine Minderheitsregierung gebildet. Großer Verlierer ist die konservative Unabhängigkeitspartei mit 24 Prozent der Stimmen. Bis zum Rücktritt von Geir Haarde als Ministerpräsident im Januar dieses Jahres hatte die Partei Island 18 Jahre ununterbrochen regiert. Wegen ihres Versagens nach dem Einsetzen der Finanzkrise und massiven Straßenprotesten war sie aus dem Amt gedrängt worden.

WASHINGTON: Der Internationale Währungsfonds hat Strategien für die Zeit nach der Finanzkrise gefordert. Bereits jetzt müsse klar sein, wie es in der Wirtschaft weiter gehen solle, wenn in einigen Jahren die milliardenschweren Konjunkturprogramme ausliefen, sagte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn bei der Frühjahrstagung in Washington. Auch sollten die Staaten wieder zur Haushaltsdisziplin zurückkehren. Viele Länder haben gewaltige Schuldenberge zur Bewältigung der Krise aufgehäuft, die die Staatskassen auf Jahre belasten werden. Strauss-Kahn bekräftigte die Prognose, nach der die Weltwirtschaft in der ersten Hälfte des nächsten Jahres wieder an Fahrt gewinnen könnte. Entscheidend dafür sei, dass die Banken wieder mehr Kredite vergäben.

MOGADISCHU: Vor der Küste Somalias hat ein italienisches Kreuzfahrtschiff mit rund 1500 Menschen an Bord einen Piratenangriff abgewehrt. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtet, hatten die Seeräuber das Schiff der italienischen Reederei MSC Crociere beschossen. Sicherheitskräfte an Bord hätten das Feuer erwidert und die Seeräuber vertrieben. Nach einem Bericht von "Spiegel Online" befinden sich auch zahlreiche Deutsche unter den Reisenden. Angriffe auf Kreuzfahrtschiffe vor Somalia kommen vergleichsweise selten vor. Die Piraten zielen vornehmlich auf Handelsschiffe ab. Am Samstag brachten sie einen deutschen Getreidefrachter in ihre Gewalt.

BAGDAD: US-Außenministerin Hillary Clinton hat der irakischen Regierung ungeachtet des geplanten Truppenabzugs weitere Unterstützung durch die Vereinigten Staaten zugesichert. Die Kooperation trete nun in eine neue Phase, betonte Clinton bei ihrem ersten Besuch in Bagdad als Ministerin. Zugleich verurteilte sie die schweren Anschläge der vergangenen Tage, bei denen mindestens 140 Menschen getötet worden waren. Die jüngste Welle der Gewalt sei aber nicht mit der zu vergleichen, die den Irak 2006 an den Rand eines Bürgerkriegs gebracht habe. -- Clinton kam mit Vertretern der irakischen Regierung wie auch mit US-Militärs zusammen. Bislang ist geplant, dass sich die amerikanischen Einheiten bis Ende Juni in Stützpunkte außerhalb der irakischen Städte zurückziehen. Kommandeur Ray Odierno schließt aber nicht aus, dass die Soldaten wegen der angespannten Sicherheitslage in einigen Städten länger bleiben müssen.

PEKING: Mit der Unterzeichnung mehrerer Abkommen haben China und Taiwan ihre Annäherungsbemühungen weiter voran gebracht. Darin erklären sich beide Seiten bereit, chinesische Investitionen in Taiwan voranzutreiben mit dem Ziel, die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu normalisieren. In einer von der amtlichen Pekinger Nachrichtenagentur Xinhua verbreiteten gemeinsamen Erklärung heißt es, es handele sich um einen Schritt von historischem Ausmaß. Die gegenseitigen Beziehungen sind seit Jahrzehnten gespannt, da die kommunistische Führung in Peking die Inselrepublik Taiwan als abtrünnige Provinz betrachtet. Seit dem Amtsantritt von Präsident Ma Ying-jeou im vergangenen Jahr in Taiwan haben sich nach beide Seiten wieder angenähert.

QUITO: Bei der Präsidentschaftswahl in Ecuador tritt der linksgerichtete Amtsinhaber Rafael Correa heute als klarer Favorit an. Umfragen geben dem 46-Jährige gute Chancen, bereits im ersten Wahlgang auf rund 50 Prozent der Stimmen zu kommen. Correa strebt ähnlich wie seine Kollegen in Venezuela und Bolivien einen Sozialismus an. Rückhalt hat er vor allem in der armen Bevölkerung, deren Lage sich durch die bisherigen Sozialprogramme spürbar verbessert hat. Dennoch leben immer noch etwa 38 Prozent der Ecuadorianer unterhalb der Armutsgrenze. Zu Correas wichtigsten Herausforderern zählen der frühere Staatschef Lucio Gutierrez sowie der rechtspopulistischen Unternehmer Alvaro Noboa, deren Abschneiden mit Spannung verfolgt wird. Neben dem Präsidenten werden in dem südamerikanischen Land an diesem Sonntag auch das Parlament, die Provinzpräfekte, Bürgermeister sowie Stadt- und Landräte bestimmt.

BERLIN: Rund 2,45 Millionen Bürger sind in der Bundeshauptstadt aufgerufen, beim Volksentscheid "Pro Reli" ihre Stimme abzugeben. Die Initiative will erreichen, dass der Religionsunterricht in Berlin aufgewertet und nicht mehr als freiwilliges Zusatzangebot, sondern als gleichberechtigte Alternative zum staatlichen Ethikpflichtfach angeboten wird. Bisher ist Ethik von der siebten bis zur zehnten Klasse Pflicht, Religion ein freiweiliges Zusatzangebot ab der ersten Klasse. Damit das Schulgesetz geändert wird, müssen mindestens 612.000 Berliner dafür stimmen. In die Debatte hatte sich auch Kanzlerin Angela Merkel eingeschaltet und für eine Aufwertung des Religionsunterrichts geworben. Die rot-rote Landesregierung ist gegen die Initiative.

BERLIN: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt steht der geplanten Verlängerung des Kurzarbeitergeldes kritisch gegenüber. Es müsse vermieden werden, dass damit ein neuer Weg in die Frühverrentung geschaffen werde, sagte Hundt der "Welt am Sonntag". Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) hatte zuvor Pläne bestätigt, das Kurzarbeitergeld von 18 auf 24 Monate auszuweiten. In Medienberichten hieß es, nach drei Jahren Kurzarbeit könne dann der Weg in die Rente frei gemacht werden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Erneut viel Sonnenschein. Nur im äußersten Westen auch Schauer. Es wird frühsommerlich warm mit Tageswerten um 20 bis 25 Grad.


Am Morgen meldeten:


Hamburg: 12 Grad, wolkig;

Berlin und Dresden: 13 Grad, leicht bewölkt;

Köln/Bonn: 12 Grad, dunstig;

Frankfurt am Main: 10 Grad, wolkig sowie

München: 9 Grad, stark bewölkt.

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