1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 25. November 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

NÜRNBERG: Mit einer Debatte über den Schutz des Rechtsstaats und der Bürgerrechte sind die Grünen in die letzte Runde ihres dreitägigen Parteitags in Nürnberg gegangen. Der Bundesvorstand der Partei wirft Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble vor, Terrorszenarien zur Rechtfertigung einer Fülle neuer rechtstaatlich inakzeptabler Instrumente zu benutzen. Sicherheit dürfe nicht zur Staatsdoktrin werden, der sich alles unterzuordnen habe, heißt es im Antrag der Parteiführung. Als Gastredner zu diesem Thema trat der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar in Nürnberg auf. Schaar sieht die Demokratie aufgrund der ausgeweiteten Sammlung von Daten in Gefahr. Es würden immer mehr hochsensible Daten gespeichert, die vielfältige Missbrauchsrisiken mit sich brächten.

HAMBURG: Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn glaubt der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, einem Zeitungsbericht zufolge nicht an eine schnelle Einigung. Die "Bild am Sonntag" zitierte aus einem Brief, den Schell nach seinen jüngsten Gesprächen mit Bahnchef Hartmut Mehdorn an Verkehrspolitiker geschrieben hat. Daraus wird deutlich, dass Mehdorn einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer weiter ablehnt. Unter dieser Voraussetzung gebe es aus Sicht der GDL keine Grundlage für Tarifverhandlungen, betonte Schell in dem Schreiben. Am Samstag hatte Mehdorn zudem die GDL verärgert, weil er -entgegen der Absprache- Details aus dem Gespräch mit Schell in die Öffentlichkeit gebracht hat. Danach bietet die Bahn Tariferhöhungen bis zu 13 Prozent an.

MOSKAU: In Russland geht die Polizei weiter gewaltsam gegen demonstrierende Oppositionelle vor. In St. Petersburg wurden mehrere Dutzend Anhänger der Opposition von Einheiten der Sonderpolizei festgenommen. Die Sicherheitskräfte seien gegen eine verbotene Demonstration gegen Präsident Wladimir Putin eingeschritten, teilten Korrespondenten mit. Am Samstag war in Moskau bereits der Kremlkritiker und Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow bei einer Protestkundgebung festgenommen und zu fünf Tagen Haft verurteilt worden. In Russland sind für den 2. Dezember Parlamentswahlen geplant.

ZAGREB: In Kroatien ist die Bevölkerung dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Laut Umfragen wird mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der konservativen Regierungspartei HDZ von Ministerpräsident Ivo Sanader und den oppositionellen Sozialdemokraten SDP mit ihrem Spitzenkandidaten Zoran Milanovic gerechnet. Beide Parteien haben zugesagt, das seit 1991 unabhängige Kroatien noch vor Ablauf der vierjährigen Legislaturperiode in die Europäische Union führen zu wollen. Die Opposition prangerte im Wahlkampf die verbreitete Korruption an.

CANBERRA: Einen Tag nach seinem Sieg bei der Parlamentswahl in Australien hat der sozialdemokratische Spitzenkandidat Kevin Rudd eine radikale Kehrtwendung in der Klimapolitik angekündigt. Der Chef der Arbeiterpartei kündigte vor Journalisten an, so schnell wie möglich Maßnahmen gegen die globale Erwärmung zu ergreifen. Außerdem wolle er an der Weltklimakonferenz im Dezember auf der indonesischen Insel Bali teilnehmen. Nach Auszählung von Dreivierteln der mehr als 13,5 Millionen Stimmen entfielen gut 53 Prozent auf die Arbeiterpartei. Das Mitte-rechts-Bündnis des bisherigen Ministerpräsidenten John Howard kam auf knapp 46 Prozent. Wahlsieger Rudd sagte zudem, er wolle im nächsten Jahr nach Washington reisen und dort über den Abzug der 550 Soldaten aus dem Irak sprechen. Gleichwohl strebe er weiterhin eine enge Zusammenarbeit mit den USA an.

PEKING: Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist zu einem Staatsbesuch nach China gereist. Nach einem touristischen Programmpunkt steht am Abend ein Treffen mit Staatspräsident Hu Jintao auf dem Programm. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen neben der Entwicklungspolitik in Afrika sowie dem Umweltschutz vor allem die wirtschaftlichen Beziehungen. Sarkozy wolle sich für die Bestellung von Airbus-Flugzeugen einsetzen sowie für den Kauf zweier Druckwasserreaktoren aus französischer Produktion, teilten seine Berater mit.

ISLAMABAD: Die Polizei in Pakistan hat mit einer Verhaftungswelle auf die erwartete Rückkehr des früheren Ministerpräsidenten Nawaz Sharif reagiert. Mehrere hundert Anhänger von Sharifs Muslimliga seien in Gewahrsam genommen worden, teilte ein Parteisprecher mit. Man wolle sich davon jedoch nicht einschüchtern lassen. Trotz eines Versammlungsverbots hatten sich hunderte Menschen in der Stadt Lahore versammelt, um Sharif zu begrüßen. Er will am Nachmittag aus Saudi-Arabien zurückkehren, um bei der Parlamentswahl am 8. Januar anzutreten. Sharif, dessen Regierung 1999 vom jetzigen Staatschef Pervez Musharraf gestürzt wurde, war bereits im September aus seinem Exil in Saudi-Arabien nach Lahore geflogen, aber kurze Zeit nach seiner Ankunft wieder abgeschoben worden.

LOS ANGELES: Einen Monat nach den verheerenden Waldbränden in Kalifornien wird der Küstenort Malibu bei Los Angeles von neuen Buschfeuern bedroht. Mehr als 15.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Fast 40 Villen wurden bereits zerstört. Weitere 200 Anwesen sind von den Flammen bedroht. Die Brände wurden nach Angaben der Feuerwehr von umlaufenden Winden angeheizt und sind kaum unter Kontrolle zu bringen.

SCHWERIN: Mit einem bewegenden Gottesdienst ist an das in Schwerin verhungerte Mädchen Lea-Sophie erinnert worden. Die Fünfjährige, die zuletzt nur noch sieben Kilogramm wog, war in der Nacht zum Mittwoch an den Folgen monatelanger Unterernährung gestorben. Die Eltern sitzen in Untersuchungshaft. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen forderte eine scharfe Kontrolle so genannter Risikofamilien. Der Tod von Lea-Sophie hätte durch eine bessere staatliche Fürsorge möglicherweise verhindert werden können, sagte von der Leyen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, nur selten Auflockerungen. Örtlich Regen, in den Mittelgebirgen und in den Alpen auch Schnee. Höchsttemperaturen zwei bis acht Grad Celsius:

Am Morgen meldeten bei bedecktem Himmel:
Hamburg: 6°;
Köln/Bonn: 7°;
Berlin, Dresden und Frankfurt am Main: 2° sowie München: 5°.

Audio und Video zum Thema