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Nachrichten

Sonntag, 25. Mai 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

COTTBUS: Die Partei Die Linke berät zum Abschluss ihres Bundesparteitags über die Familienpolitik. Trotz Bemühungen des Vorstands, einen öffentlichen Schlagabtausch zu verhindern, dürften die Positionen von Christa Müller im Mittelpunkt stehen. Die Ehefrau von Parteichef Oskar Lafontaine vertritt eine kritische Haltung zur Kinderbetreuung in Krippen. Vor allem Mitglieder aus dem Osten werfen ihr ein rückwärtsgewandtes Familienbild vor. Außerdem will Fraktionschef Gregor Gysi eine Bilanz der Arbeit im Bundestag ziehen. Knapp ein Jahr nach der Fusion von früherer PDS und WASG hatten die rund 550 Delegierten am Vortag die Parteispitze für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt, ihr aber auch teils deutliche Dämpfer verpasst. So bekam Parteichef Lafontaine, dem ein autoritärer Führungsstil vorgeworfen wird, nur noch 78,5 Prozent der Stimmen gegenüber 87,9 Prozent vor einem Jahr. Der Co-Vorsitzende Lothar Bisky schnitt mit 81,3 Prozent nur wenig schlechter ab als 2007 mit 83,6 Prozent.

BERLIN: In der Diskussion über eine mögliche SPD-Kandidatin für das Amt des Bundespräsidenten hat sich die Mehrheit der SPD-Landesvorsitzenden für die Professorin Gesine Schwan ausgesprochen. Der Brandenburger Ministerpräsident und SPD-Landeschef Matthias Platzeck sagte der 'Bild'-Zeitung, Schwan sei eine über Parteigrenzen hinweg hochgeschätzte Persönlichkeit. Bremens Landesgeschäftsführer Roland Pahl meinte, das Amt werde nicht beschädigt, wenn es zu einer demokratischen Auseinandersetzung komme. Die SPD will am Montag entscheiden, ob sie eine eigene Kandidatin aufstellt. Da diese nur mit den Stimmen der Linkspartei eine Mehrheit erhalten kann, kritisierte die CDU, die Sozialdemokraten bereiteten ein Bündnis mit der Linken vor.

OSNABRÜCK: Mit einem Gottesdienst unter freiem Himmel ist der 97. Katholikentag in Osnabrück zu Ende gegangen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, kritisierte in seiner Predigt eine überzogene Anspruchshaltung gegenüber Staat und Kirche. An die Stelle einer Versorgungsmentalität müsse der persönliche Einsatz für das Gemeinwesen treten, forderte Zollitsch vor rund 25.000 Gottesdienstbesuchern. Im Mittelpunkt des insgesamt fünftägigen Treffens staden Zukunftsfragen von Kirche und Gesellschaft. Politische Höhepunkte waren Auftritte von Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und EU-Kommissionspräsident Manuel José Barroso.

RANGUN: Birma akzeptiert für die Opfer der Wirbelsturmkatastrophe nur Hilfen von Ländern, die keinerlei Auflagen machen. Das betonte Regierungschef Thein Sein zum Auftakt einer Geberkonferenz in Rangun. Auch dürften die Hilfen nicht politisiert werden. Zuvor hatte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Militärjunta noch einmal aufgefordert, ohne weitere Verzögerung ausländische Helfer in die Katastrophengebiete fahren zu lassen. Von den dortigen Zuständen haben die Geberländer nach wie vor kein klares Bild. Birmas Führung beharrt auf ihrem Standpunkt, die überlebenden Zyklon-Opfer seien inzwischen ausreichend versorgt. Dagegen vermuten die Vereinten Nationen, dass entsprechende Hilfe erst bei einem Viertel der rund 2,4 Millionen Bedürftigen angekommen ist. An dem Treffen in Rangun nehmen etwa 50 Staaten sowie zahlreiche Hilfsorganisationen teil.

BOGOTA: Bei einem Erdbeben in Kolumbien sind nach Angaben der Behörden mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Zahl der Verletzten wird mit etwa 20 angegeben. Augenzeugen berichteten, in Bogota und anderen Orten seien die Menschen in Panik auf die Straßen gerannt. Das Epizentrum des Bebens der Stärke 5,5 lag etwa 50 Kilometer südöstlich der Hauptstadt.

PEKING: Elf Tage nach dem schweren Erdbeben in Südwestchina ist nahe der Stadt Mianzhu ein 80-jähriger Mann lebend geborgen worden. Nach Berichten des Staatsfernsehens war er beim Einsturz seines Hauses nicht verletzt worden, steckte aber unter Trümmern fest. Seine Frau habe ihn mit Wasser versorgen können und ihm damit das Leben gerettet. Nach Angaben der chinesischen Behörden stieg die Zahl der Toten auf mehr als 62.600, knapp 24.000 Menschen werden vermisst. Die Provinz Sichuan wurde unterdessen von einem neuen Nachbeben der Stärke 6,4 erschüttert.

TOKIO: Japan hat die reichen Länder zu ehrgeizigen Zielen bei der Senkung der Treibhausgas-Emissionen aufgerufen. Um den Ausstoß an Kohlendioxid bis 2050 weltweit halbieren zu können, müssten sich die entwickelten Länder ein Ziel von deutlich über 50 Prozent setzen, forderte Japans Umweltminister Ichiro Kamoshita bei einem Treffen der G-8-Staaten und größerer Schwellenländer in der Stadt Kobe. Effiziente Mittel dafür seien Umweltsteuern und der Handel mit Emissionsrechten. Kamoshita rief zugleich die USA und China auf, sich daran zu beteiligen. Ein Folgeabkommen des 2012 auslaufenden Kyoto-Protokolls ohne die beiden größten Emissionsländer wäre für die CO2-Reduzierung nicht effektiv. Zu den G-8-Staaten gehören die USA, Russland, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und Kanada.

KIEW: In der ukrainischen Hauptstadt findet an diesem Sonntag die Bürgermeisterwahl statt. Gegen Amtsinhaber Leonid Tschernowezki tritt wie schon bei der vorherigen Abstimmung 2006 auch Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko an. Umfragen sehen den promovierten Sportwissenschaftler allerdings erneut an zweiter Stelle hinter Tschernowezki. Klitschko, der aus der Ukraine stammt und derzeit in Hamburg lebt, geht in Kiew als unabhängiger Kandidat ins Rennen. Insgesamt sind zu der Wahl mehr als 70 Kandidaten von über 30 Parteien und Blöcken zugelassen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vor allem im Norden heiter und trocken, sonst zeitweise wolkig und gebietsweise Schauer. Höchstwerte 18 bis 25 Grad Celsius.

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