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Nachrichten

Sonntag, 25. Dezember 2005

HIer finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

ROM: Papst Benedikt XVI. hat bei der Mitternachtsmesse in Rom zu Frieden und christlicher Nächstenliebe aufgerufen. Insbesondere mahnte Benedikt eine Lösung des Nahost-Konflikts an. Christen, Juden und Moslems müssten sich gegenseitig respektieren, sagte er vor mehreren Tausend Gläubigen im Petersdom. Ansonsten war die Predigt Benedikts sehr theologisch gehalten, weitere Bezüge zur aktuellen Politik gab es nicht. Das Fernsehen übertrug die Christmette live in 46 Länder. An diesem Sonntag wird Benedikt die Weihnachtsbotschaft verlesen und den Segen Urbi et Orbi - der Stadt und dem Erdkreis - spenden. Dazu werden zehntausende Menschen auf dem Petersplatz erwartet.

BETHLEHEM: Der lateinische Patriarch von Jerusalem, Michel Sabbah, hat zum Ende der Gewalt zwischen Israelis und Palästinensern aufgerufen. So müsse Israel damit aufhören, militante Palästinenser zu verfolgen, forderte Sabbah in der Mitternachtsmesse in Bethlehem. Auch rief er die Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon auf, die Sperranlage zum Westjordanland abzureißen. Die Sicherheit Israels erwachse nicht aus Mauern und Militäroperationen, so Sabbah in der Geburtskirche von Bethlehem. - An dem Gottesdienst nahm auch Palästinenserpräsident Mahmut Abbas teil. Sabbah ist das römisch-katholische Kirchenoberhaupt in Israel und den Palästinensergebieten.

BERLIN: Zum Weihnachtsfest haben die obersten Repäsentanten der großen christlichen Kirchen in Deutschland zu Frieden in der Welt und mehr Solidarität unter den Menschen aufgerufen. Jeder einzelne sei gefordert, nach seinen Fähigkeiten zum Gemeinwohl beizutragen, sagte der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann. Zugleich kritisierte Lehmann, dass sich die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter öffne. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Bischof Wolfgang Huber, forderte in seiner Weihnachtspredigt mehr Menschlichkeit und ermahnte Manager und Unternehmer zu einem größeren Verantwortungsbewußtsein für ihre Beschäftigten.

NEW YORK: Die umstrittene Abhöraktion des US-amerikanischen Militärgeheimdienstes NSA ist der 'New York Times' zufolge weitaus umfangreicher gewesen, als die Regierung zugegeben hat. Demnach wurden im großen Rahmen Telefongespräche belauscht und E-Mails kontrolliert. Die 'New York Times' hatte die Abhöraffäre erstmals am 16. Dezember aufgedeckt. Daraufhin erklärte US-Präsident George W. Bush, seine Genehmigung zum Lauschangriff habe sich nur auf ganz wenige Personen mit nachweislichen Verbindungen zum Terrornetzwerk El Kaida bezogen.

TEHERAN: Der Iran hat im Streit um sein Atomprogramm das russische Kompromissangebot erwartungsgemäß abgelehnt. Der iranische Außenminister Hamid Resa Assefi sagte in Teheran, sein Land bestehe weiter auf einer Uran-Anreicherung auf eigenem Territorium. Moskau hatte am Samstag sein Angebot erneuert, den Iran in Russland in einer gemeinsamen Anlage Uran anreichern zu lassen. Vor allem die westliche Länder wollen verhindern, dass der Iran hoch angereichertes Uran produziert. Dieses ist zur Herstellung von Atomwaffen notwendig.

WASHINGTON: Die US-Regierung hat die Verurteilung des ägyptischen Oppositionsführers Aiman Nur kritisiert. Dies lasse Zweifel am Bekenntnis Ägyptens zu Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit aufkommen, erklärte das Weißen Haus in Washington. Die USA seien über die Verurteilung Nurs tief beunruhigt. Nur war am Samstag von einem Gericht in Ägypten wegen Urkundenfälschung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Der Verteidiger Nurs sprach von einem politischen Urteil und kündigte Berufung an. Der 41-Jährige war der Hauptkonkurrent von Staatsoberhaupt Hosni Mubarak bei der Präsidentenwahl.

KINSHASA: In der Demokratischen Republik Kongo haben Soldaten gemeinsam mit UN-Einheiten eine Rebellen-Hochburg angegriffen. Dabei wurden nach Angaben der Vereinten Nationen 30 Aufständische getötet. An der Operation in der Region Ituri im Osten des Kongo seien rund 1.800 Soldaten beteiligt gewesen. Die Rebellen widersetzen sich laut UN der von der Regierung angeordneten Entwaffnung. - Unterdessen teilten die kongolesischen Behörden mit, dass bei dem Referendum am vergangenen Sonntag 83 Prozent der Wähler für die neue Verfassung gestimmt hätten. Mit der Volksabstimmung und späteren Wahlen soll im ehemaligen Zaire ein Schlussstrich unter den jahrelangen Bürgerkrieg gezogen werden. In dieser Auseinandersetzung waren fast vier Millionen Menschen getötet worden.

JAKARTA: Kurz vor dem Jahrestag der Tsunami-Katastrophe haben mehrere Erdbeben die Einwohner der indonesischen Insel Nias in Panik versetzt. Innerhalb von drei Stunden erschütterten drei Beben von Stärken bis zu 5,4 auf der Richterskala die Insel. Über Opfer lägen bisher keine Meldungen vor, teilten Seismologen in Jakarta weiter mit.

BERLIN: Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Hans-Jürgen Papier, hat indirekt den Einstieg von Altbundeskanzler Gerhard Schröder bei der Betreibergesellschaft der Ostsee-Gaspipeline kritisiert. Träger höchster Staatsämter seien nicht von einem auf den anderen Tag in ihrer Lebensgestaltung völlig frei, sagte Papier der Zeitung 'Bild am Sonntag'. Vielmehr nähmen sie einen Amtsbonus, aber auch eine moralische Verantwortung mit in den Ruhestand. - Mit Zurückhaltung reagierte Papier auf den Vorschlag, einen Ehrencodex für ausscheidende Amtsträger einzuführen. Ein solcher Ehrencodex könne nicht alle denkbaren Fälle abdecken. Er setze vielmehr auf die Kontrolle durch die Öffentlichkeit und die Medien, so der Präsident des Verfassungsgerichts weiter.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Stark bewölkt und gelegentlich etwas Regen oder Schneeregen. Im Norden in der zweiten Tageshälfte zunehmend heiter. Höchstwerte ein bis sechs Grad Celsius.