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Nachrichten

Sonntag, 24. September 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

WASHINGTON: Der Irak-Krieg hat nach Erkenntnissen amerikanischer Geheimdienste den internationalen Terrorismus begünstigt und nicht verringert. Mehrere Zeitungen des Landes berichten unter Berufung auf eine Analyse von 16 nationalen Geheimdiensten, der Einmarsch der US-Truppen habe zum Entstehen einer neuer Generation islamischer Fundamentalisten beigetragen. Diese fühlten sich zwar der El Kaida-Führung verbunden, bildeten aber eigene Gruppen. Präsident George W. Bush hatte zuletzt in seiner Rede zum 11. September 2001 einen Sieg im Irak als notwendig für einen Sieg über den internationalen Terrorismus bezeichnet.

WASHINGTON: Auch Saudi Arabien hat den Bericht einer französischen Regionalzeitung zurückgewiesen, wonach El Kaida-Chef Osama bin Laden tot sei. Die saudische Botschaft in Washington erklärte, man habe keine entsprechenden Informationen. Der Bericht sei rein spekulativ. Die Zeitung 'L'Est Républicain' hatte unter Berufung auf den saudischen und den französischen Geheimdienst berichtet, bin Laden sei in den vergangenen Wochen in Pakistan an den Folgen einer Typhus-Erkrankung gestorben. Auch Frankreich, die USA, Pakistan und Afghanistan hatten den Bericht zurückgewiesen.

MONTREAL: Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat die internationale Gemeinschaft aufgefordert, sich für die Abschaffung radikaler Islamschulen einzusetzen. Diese lehrten Hass statt Religion und predigten, dass einige Menschen vernichtet werden müssten, sagte Karsai bei einem Empfang in Montreal. Karsai trifft am Dienstag US-Präsident George W. Bush im Weißen Haus. HAMBURG: Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer hat eine weitere Ausdehnung des Einsatzes in Afghanistan angekündigt. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass das Land wieder zu einem Trainingslager für die gefährlichsten Terroristen der Welt werde, schrieb De Hoop Scheffer in einem Gastbeitrag für die 'Bild am Sonntag'.

BUDAPEST: In der ungarischen Hauptstadt haben abermals zehntausende Menschen gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten Ferenc Gyurcsany demonstriert. Rund 50.000 Teilnehmer forderten auf der Kundgebung den Rücktritt des Regierungschefs. Die befürchteten Ausschreitungen blieben aus, obwohl abermals Rechtsextremisten an der Demonstration teilnahmen. In der vergangenen Woche war es bei Kundgebungen gegen Gyurcsany mehrfach zu Ausschreitungen gekommen. Ausgelöst wurden die Demonstrationen durch die partei-interne Rede des Ministerpräsidenten, in der er eingeräumt hatte, das Volk im Wahlkampf systematisch belogen zu haben.

BERN: In der Schweiz hat eine Volksabstimmung über ein schärferes Asyl- und Ausländergesetz begonnen. Nach dem bereits von Regierung und Parlament verabschiedeten Gesetz müssen etwa Asylsuchende ohne Pass innerhalb von 48 Stunden begründen, warum sie keine Papiere haben; ansonsten werden sie abgeschoben. Ausländer aus Nicht-EU-Staaten sollen nur noch einwandern dürfen, wenn sie einen Arbeitsplatz nachweisen. Vor allem linke, kirchliche und humanitäre Gruppen hatten das Referendum mit einer Unterschriftensammlung erzwungen. Nach letzten Umfragen wird jedoch eine Mehrheit für das Gesetz stimmen.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung fliegt an diesem Sonntag zu einem dreitägigen Truppenbesuch nach Afrika. Stationen seiner Reise sind Dschibuti, Gabun und die Demokratische Republik Kongo. Zunächst besucht Jung am Horn von Afrika rund 330 deutsche Marinesoldaten, die im Rahmen der Operation "Enduring Freedom" im Anti-Terror-Kampf eingesetzt sind.

BERLIN: Im Streit über die Gesundheitsreform hat Vizekanzler Franz Müntefering vor parteitaktischen Manövern gewarnt. Sowohl seine eigene Partei, die SPD, als auch die Union sollten die Probleme lösen, statt kleinkarierte Kämpfe untereinander zu führen, sagte Müntefering im Deutschlandfunk. Er kritisierte in diesem Zusammmenhang vor allem die Unions-Ministerpräsidenten, die die Handlungsfähigkeit der Bundesregierung gefährdeten. Zuvor hatte der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) gesagt, er rechne nicht mehr mit einem großen Wurf. Seine Parteichefin, Kanzlerin Angela Merkel, hält dagegen weiter am Ziel einer umfassenden Gesundheitsreform fest.

FRANKFURT AM MAIN: Der Deutsche Philologenverband warnt vor den Folgen des drastischen Lehrermangels. In diesem Jahr seien 14.000 bis 16.000 Lehrer zu wenig vorhanden gewesen, zitiert die 'Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung' Berechnungen des Verbandes. Jede Woche würden in diesem Schuljahr etwa eine Million Schulstunden ausfallen. Deutschland befinde sich in der größten Lehrerversorgungskrise seit 30 Jahren. Gründe seien, dass immer mehr Lehrer pensioniert würden, auf der anderen Seite es aber nicht genug Lehramtsabsolventen gebe.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet sonnig, nur im Westen dichtere Wolken und vereinzelt Regen oder Gewitter. Höchstwerte 22 bis 27 Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: 15°, wolkig; Berlin: 16°, wolkenlos; Dresden: 18°, wolkenlos; Köln/Bonn: 18°, stark bewölkt; Frankfurt am Main: 15°, leicht bewölkt und München: 11°, leicht bewölkt.

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