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Nachrichten

Sonntag, 24. Oktober 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: US-Generalstabschef Mullen hat die Veröffentlichung fast 400.000 geheimer Militärdokumente zum Irakkrieg auf der Internet-Plattform WikiLeaks als unverantwortlich kritisiert. Dadurch würden Menschenleben gefährdet und Feinde erhielten wertvolle Informationen, so Mullen. Ähnlich äußerte sich zuvor bereits US-Außenministerin Clinton. Laut "New York Times" soll das Kriegschaos im Irak durch den Einsatz privater Sicherheitsunternehmen erheblich verschärft worden sein. Das gehe aus den bei WikiLeaks veröffentlichten Militärakten hervor, schreibt das Blatt nach Sichtung der Dokumente. Die Sicherheitsfirmen hätten oft, ohne große Unterschiede zu machen, auf unbewaffnete Iraker, US-Soldaten und auf andere private Sicherheitsleute geschossen. Es habe vielfach an der Koordination mit den US-Streitkräften gemangelt.

KABUL: Der Stabschef des afghanischen Präsidenten Karsai, Daudsai, hat nach Informationen der US-Zeitung "New York Times" regelmäßig Barzahlungen aus dem Iran erhalten. Das Geld fließe in eine geheime Kasse, aus der Karsai und Daudsai Taliban-Vertreter, Stammesführer und Abgeordnete bezahlten, um sich ihre Loyalität zu sichern. Mit den Zahlungen in Millionenhöhe verfolge der Iran das Ziel, einen Keil zwischen Afghanistan, die NATO und die USA zu treiben, heißt es in dem New-York-Times-Bericht weiter. Karsai und Daudsai sowie der iranische Botschafter in Kabul hätten eine Stellungnahme abgelehnt.

PORT-AU-PRINCE: In Haiti breitet sich die Cholera trotz rascher Maßnahmen internationaler Organisationen weiter aus. Auch in der Hauptstadt des Karibikstaates wurden jetzt erste Fälle der Krankheit bestätigt. Vertreter der Regierung und der Vereinten Nationen sprachen von fünf Infizierten in Port-au-Prince. Insgesamt stieg die Zahl der Cholera-Toten auf mehr als 200. In Krankenhäusern werden etwa 3.000 Personen mit Cholera-Symptomen wie Durchfall, Fieber und Erbrechen behandelt. - In Haiti leben seit dem verheerenden Erdbeben im Januar noch immer hunderttausende Menschen in Flüchtlingslagern unter mangelhaften hygienischen Bedingungen.

LUXEMBURG: Die Außenminister der Europäischen Union beraten an diesem Sonntag über die Reform des Euro-Stabilitätspaktes. Hintergrund des Treffens in Luxemburg ist die deutsch-französische Forderung nach einer Änderung des so genannten Lissabon-Vertrages. Vor allem die Bundesregierung will einen ständigen Krisenmechanismus für angeschlagene Euro-Staaten in den grundlegenden Vertrag der EU hineinschreiben. Notorischen Defizit-Sündern sollen die Stimmrechte im EU-Ministerrat entzogen werden. Einige EU-Staaten formulierten bereits Vorbehalte. Ihnen gehen die gewünschten Änderungen zu weit.

BERLIN: Die Koalition wird nach den Worten von Bundesfinanzminister Schäuble trotz Wirtschaftswachstum und zusätzlicher Steuereinnahmen am Sparkurs festhalten. Der CDU-Politiker sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", wenn man auf dem richtigen Weg sei, dürfe man nicht umkehren. Dies sähen alle in der Koalition so. Die Neuverschuldung in diesem Jahr bezifferte Schäuble auf rund 50 Milliarden Euro. Die Staatsfinanzen seien überhaupt nicht gesund. - Schäuble wird nach einem dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt die Amtsgeschäfte an diesem Montag wieder aufnehmen.

KÖLN: Der SPD-Vorsitzende Gabriel hat die Einführung von Volksentscheiden auch auf Bundesebene gefordert. Im Deutschlandfunk erklärte der Chef der größten Oppositionspartei, es gehe um eine generelle Verbesserung der direkten Demokratie. Denn es dürfe nicht zugelassen werden, dass die Kluft zwischen der Bevölkerung und der etablierten Politik immer größer werde. Als mögliche Themen von Volksentscheiden nannte Gabriel die von der Regierung geplante Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken sowie die Bildungspolitik.

BERLIN: Das Bundesarbeitsministerium will für eine zielgerichtete Zuwanderung den Bedarf einzelner Branchen an ausländischen Fachkräften besser erfassen. Ministerin von der Leyen sagte der Zeitung "Bild am Sonntag", ihr Ressort baue in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit, den Wirtschaftsverbänden und den Gewerkschaften ein Job-Monitoring-System auf.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Bereich von Nord- und Ostsee sowie südlich des Mains viele Wolken und zeitweise Regen. Sechs bis 13 Grad Celsius.

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