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Nachrichten

Sonntag, 24. Juni 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

BAGDAD: Der Cousin des früheren irakischen Machthabers Saddam Hussein ist wegen Völkermordes an den Kurden zum Tode verurteilt worden. Ein Sondergericht in Bagdad zog damit den als "Chemie-Ali" bekannt gewordenen Ali Hassan al-Madschid wegen der Geschehnisse im Jahr 1988 zur Verantwortung. Er soll die Giftgasangriffe gegen die nordirakischen Kurden während der Offensive angeordnet haben. Insgesamt wurden dabei zwischen Februar und Ende August bis zu 180.000 Menschen getötet. Neben "Chemie-Ali" standen fünf weitere ehemals führende Vertreter der Baath-Partei vor Gericht. Gegen zwei ehemalige Militär-Kommandeure erging ebenfalls ein Todesurteil. Zwei weitere wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Ein sechster Angeklagter wurde freigesprochen.

LISSABON: Die Europäische Union und der Iran wollen ihre Gespräche über das umstrittene iranische Atomprogramm fortsetzen. Darauf haben sich der EU-Außenbeauftragte Javier Solana und der iranische Chefunterhändler Ali Laridschani in Lissabon verständigt. Die nächste Gesprächsrunde soll in drei Wochen stattfinden. Laridschani kündigte die Bereitschaft der Teheraner Regierung zur Zusammenarbeit in angemessenem Rahmen an. - Der Iran missachtet seit Monaten die Resolutionen des UN-Sicherheitsrates zum Stopp der Anreicherung von Uran. Der Weltsicherheitsrat erwägt deshalb, die Sanktionen gegen das Land zu verschärfen.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung ist angeblich bei seinem Afghanistan-Besuch vor zweieinhalb Wochen nur knapp einem Attentat entgangen. Während eines Landeanflugs des Ministers habe es Geheimdienstwarnungen vor einem ernst zu nehmenden Anschlag gegeben, berichtet die "Bild am Sonntag". Daraufhin sei Jungs Delegation auf gepanzerte Fahrzeuge verteilt und die geplante Fahrstrecke geändert worden. Das Verteidigungsministerium wollte den Bericht nicht kommentieren.

KABUL: Nach scharfer Kritik des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai hat die internationale Schutztruppe -ISAF- eingestanden, dass bei Angriffen auf Aufständische im Grenzgebiet zu Pakistan auch Zivilisten ums Leben gekommen seien. Die NATO-geführten Einheiten hätten im Grenzgebiet zu Pakistan im Südosten des Landes rund sechzig Aufständische getötet, hieß es. Im Nachhinein habe sich herausgestellt, dass auch unbeteiligte Menschen unter den Toten seien. Das pakistanische Militär hatte erklärt, dass eine in Afghanistan abgeschossene Rakete der ISAF ein Haus in Pakistan getroffen und neun Zivilisten getötet habe. Afghanistans Präsident Hamid Karsai hatte daraufhin der NATO-Truppe und der US-geführten Koalition in seinem Land wahllose Angriffe vorgeworfen und mehr Zusammenarbeit mit der Führung in Kabul angemahnt.

TEL AVIV: Die israelische Regierung hat die Freigabe bislang zurückgehaltener palästinensischer Steuergelder beschlossen. Nach örtlichen Medienberichten soll zunächst die Hälfte von insgesamt rund 700 Millionen Dollar in Raten an die Notstandsregierung im Westjordanland überwiesen werden. Diese war von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eingesetzt worden. Der Boykott der im Gazastreifen herrschenden radikal-islamischen Hamas-Organisation bleibe bestehen. - Unterdessen hat Abbas eine Untersuchungskommission eingesetzt, die vor allem klären soll, warum seine Fatah-Sicherheitskräfte die Machtübernahme der Hamas in Gaza nicht hatten verhindern können.

TRIPOLI: In der nordlibanesischen Stadt haben sich Armee und mutmaßliche Extremisten heftige Gefechte geliefert. Nach Angaben des Militärs starben während der zehnstündigen Schusswechsel neben sieben Aufständischen auch ein Soldat und drei Zivilisten. Nach offiziellen Angaben gerieten die Soldaten unter Beschuss, als sie ein Haus nach militanten Kämpfern durchsuchten.

MANCHESTER: Der britische Finanzminister Gordon Brown soll an diesem Sonntag zum Nachfolger des scheidenden Premierministers Tony Blair als Chef der Labour-Partei ernannt werden. Der 56-jährige Brown ist der einzige noch verbliebene Bewerber um das Amt. Seine Wahl zum neuen Parteivorsitzenden soll auf dem in Manchester stattfindenden Parteitag verkündet werden. Am Mittwoch wird Brown dann auch das Amt des Regierungschefs von Blair übernehmen. In Großbritannien wird traditionell der Chef der stärksten Partei auch Premierminister. Neuwahlen sind nicht notwendig, wenn der Parteichef nach der Hälfte der Legislaturperiode wechselt. - Der unter anderem wegen des Irak-Kriegs in die Kritik geratene Blair hatte im Mai den Termin für seinen Amtsverzicht mitgeteilt.

ZAGREB: In einer bislang einmaligen Geste hat sich der serbische Präsident Boris Tadic bei den kroatischen Opfern des Kriegs von 1991 bis 1995 entschuldigt. Er übernehme die Verantwortung für das, was geschehen sei, sagte Tadic in einem Interview mit dem kroatischen Fernsehen. Es ist das erste Mal, dass sich ein serbisches Staatsoberhaupt für den Krieg entschuldigte, bei dem etwa 20.000 Menschen getötet wurden. Ausgelöst wurde der Krieg 1991 durch die kroatische Unabhängigkeitserklärung. Von Belgrad unterstützte Rebellen besetzten daraufhin ein Drittel der kroatischen Gebiete und vertrieben die nicht-serbische Bevölkerung. Die Präsidenten Kroatiens und Serbien-Montenegros, Stipe Mesic und Svetozar Marovic, hatten sich 2003 für die in dem Krieg begangenen Taten entschuldigt.

NÜRNBERG: In Deutschland sind wieder Fälle von Vogelgrippe aufgetreten. Die Seuche wurde im Stadtgebiet von Nürnberg bei acht toten Wildvögeln festgestellt. Ob sie an dem auch für den Menschen gefährlichen H5N1-Virus verendet sind, wird derzeit noch untersucht. Die Stadt Nürnberg richtete um die betroffenen Gebiete einen Sperrbezirk ein. -- Vor einigen Tagen war das H5N1-Virus in einer Truthahnfarm in Tschechien nachgewiesen worden. Es war der dritte Ausbruch der Vogelgrippe innerhalb der EU in diesem Jahr.

NEU DELHI: Durch anhaltende Monsunregen sind in Südindien bereits mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Besonders schwer betroffen sei der Bundesstaat Andhra Pradesh am Golf von Bengalen, wo allein 45 Menschen starben, berichteten örtliche Medien. Tausende Menschen hätten in den Fluten zudem ihr Zuhause verloren. Die Regierung richtete in dem Bundesstaat rund 100 Auffanglager ein. - Auch im Süden Pakistans kamen durch schwere Unwetter mehr als 40 Menschen ums Leben. Besonders betroffen ist die Küstenstadt Karatschi.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Am Nachmittag im Süden meist trocken und zeitweise sonnig, sonst wolkig und einzelne Schauer, örtlich auch Gewitter. Höchstwerte 18 bis 28 Grad.

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