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Nachrichten

Sonntag, 24. Januar 2010

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat im Vorfeld der internationalen Afghanistan-Konferenz in London ein Aussteigerprogramm für Taliban-Kämpfer angekündigt. Es gebe viele Mitläufer, die nicht aus fanatischer Überzeugung, sondern aus rein wirtschaftlichen Erwägungen zu den Taliban-Terroristen geraten seien, sagte Westerwelle der "Bild am Sonntag". Diesen Menschen und ihren Familien solle eine wirtschaftliche und soziale Perspektive geboten werden. Darein werde Deutschland zusätzliches Geld investieren, sagte der Vizekanzler, der Deutschland bei der Afghanistan-Konferenz vertreten wird. Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg kündigte Änderungen bei der Strategie der Bundeswehr in Afghanistan an, in deren Mittelpunkt die Ausbildung der einheimischen Sicherheitskräfte und der Schutz der Bevölkerung stehen sollten.

KABUL: Die ursprünglich für Mai geplante Parlamentswahl in Afghanistan wird um vier Monate verschoben. Die Wahl solle nicht wie geplant am 22. Mai, sondern erst am 18. September stattfinden, sagte ein Vertreter der Unabhängigen Wahlkommission. Die Behörden begründeten die Entscheidung mit Geldmangel, Sicherheitsbedenken und organisatorischen Problemen. Vor allem die USA hatten auf eine Verschiebung der Wahl gedrängt. So soll es mehr Zeit für Reformen geben, um Manipulationen wie bei der Präsidentschaftswahl im August zu verhindern.

PORT-AU-PRINCE: Bei der Verteilung von Hilfsgütern in Haiti haben UN-Truppen am Wochenende Tränengas eingesetzt und Warnschüsse abgefeuert. Wie es in Agenturberichten heißt, ereignete sich der Zwischenfall auf einem Militärflugplatz in der Hauptstadt Port-au-Prince. Hunderte Überlebende der Erdbebenkatastrophe hätten dort zunächst ruhig angestanden, um Nahrungsmittel zu erhalten. Nach Rangeleien habe aber die Gefahr von Plünderungen bestanden. Nach offiziellen Angaben starben bei dem Erdbeben vom 12. Januar mehr als 112.000 Menschen, etwa 200.000 wurden verletzt. Viele der Verletzten halten sich noch in wild errichteten Camps auf ohne dort bislang medizinische Hilfe erhalten zu haben.

WASHINGTON: Die Spendengala amerikanischer Stars für die Erdbebenopfer von Haiti hat bislang umgerechnet mehr als 41 Millionen Euro eingebracht. Noch nie habe eine vergleichbare Show nach einer Naturkastrophe soviel Geld eingebracht, meldet der US-Nachrichtensender CNN. Die Fernsehshow, die weltweit und in den USA gleich auf mehreren Kanälen übertragen wurde, hatten Filmstar George Clooney und der aus Haiti stammende Musiker Wyclef Jean moderiert.

JERUSALEM: Der US-Nahostgesandte George Mitchell ist erneut mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zusammengetroffen. Bei dem Gespräch ging es um die Frage, wie der Friedensprozess im Nahen Osten wieder in Gang gebracht werden kann. Die palästinensische Seite macht einen vollständigen israelischen Siedlungsstopp im Westjordanland sowie einen Palästinenserstaat einschließlich Ost-Jerusalems zur Vorbedingung für Verhandlungen mit Israel. Mitchell hatte im Auftrag der US-Regierung in den vergangenen Tagen versucht, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas von diesen Vorbedingungen abzubringen, dies jedoch ohne Erfolg. Israel selbst ist bislang nur zu einem zeitlich begrenzten Siedlungsstopp bereit.-- Nach seinen Gesprächen in Israel und den palästinensischen Autonomiegebieten reist der US-Gesandte weiter nach Jordanien und Ägypten.

BAGDAD: Die US-Marines haben nach fast sieben Jahren ihren Einsatz im Irak beendet. Bei einer Zeremonie wurde das Kommando über die Provinz Anbar an die 1. US-Panzerdivision übergeben. Das amerikanische Militär zieht sich derzeit in Etappen aus dem Irak zurück. Bis zum 31. August sollen alle US-Kampfeinheiten abgezogen werden, bis Ende 2011 alle übrigen Soldaten. Im Irak sind derzeit noch etwa 115.000 US-Soldaten stationiert.

ISLAMABAD: Radikalislamische Taliban-Kämpfer haben im Nordwesten Pakistans sechs Männer wegen angeblicher Spionage für die USA getötet. Die Leichen wurden nahe von Miranshah, der größten Stadt in Nord-Wasiristan aufgefunden. Das an der Grenze zu Afghanistan gelegene Nord-Wasiristan gilt als Rückzugsgebiet der Taliban und des Terrornetzwerkes El Kaida.

WASHINGTON: US-Präsident Barack Obama hat den Kongress zur Bildung einer überparteiliche Kommission zur Eindämmung des ausufernden Defizits aufgefordert. Das Land stehe vor einer schwierigen Haushaltslage, sagte Obama in Washington. Diese sei unter anderem durch die Rezession entstanden. Zudem sei jahrelang eine Politik betrieben worden, für die das Geld nicht dagewesen sei. 2009 war das Defizit auf 1,4 Billionen Dollar angewachsen. Obama wird am Mittwoch seine Rede zur Lage der Nation halten. Es wird erwartet, dass der Haushalt dabei eines der wichtigsten Themen sein wird.

TEGUCIGALPA: Der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya hat eingewilligt, in die Dominikanische Republik auszureisen. Damit nahm der seit vier Monaten in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa festsitzende Politiker ein Angebot an, das sein gewählter Nachfolger Porfirio Lobo und der dominikanische Präsident Leonel Fernández am Mittwoch ausgehandelt hatten. - Zelaya war am 28. Juni gestürzt und vom Militär in einer Nacht- und Nebelaktion nach Costa Rica gebracht worden. Der Putsch löste eine Staatskrise aus, die das verarmte mittelamerikanische Land in einen zermürbenden Machtkampf riss und international isolierte.

BERLIN: In der deutschen Hauptstadt geht die Internationale Grüne Woche zu Ende. Die Messe ist die weltweit größte Leistungsschau der Agrar- und Ernährungswirtschaft. Nach Angaben der Berliner Messegesellschaft wurden Geschäftsabschlüsse in Millionenhöhe vereinbart. Allein die Verträge mit Russland erreichten ein Volumen von 200 Millionen Euro. - Die Besucher der Messe gaben demnach im Schnitt 106 Euro aus. Dies summiere sich auf einen Umsatz an zehn Tagen von mehr als 42 Millionen Euro.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von Westen Schnee, gefrierender Regen und Regen. Am Alpenrand sowie im Osten zeitweise wolkig mit Aufheiterungen. Höchstwerte zwischen minus zwölf Grad an der Oder und plus sechs Grad im Breisgau.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: minus 11 Grad, dunstig
Berlin: minus 16 Grad, dunstig
Dresden: minus 7 Grad, wolkig
Köln/Bonn und Frankfurt am Main: minus 1 Grad, leichter Schneefall
München: minus 3 Grad, dunstig

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