1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 24. Februar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

HAMBURG: In der Hansestadt hat die Wahl einer neuen Bürgerschaft begonnen, die in Hamburg als Landesparlament fungiert. Zur Wahl aufgerufen sind rund 1,2 Millionen Bürger. Nach jüngsten Umfragen dürfte die CDU von Bürgermeister Ole von Beust ihre absolute Mehrheit verlieren, aber stärkste politische Kraft bleiben. Mit Spannung wird das Abschneiden der SPD nach den innerparteilichen Kontroversen über den Umgang mit der Partei 'Die Linke' erwartet. Entgegen anfänglichen Beteuerungen hatte der SPD-Vorsitzende Kurt Beck zuletzt nicht mehr ausgeschlossen, dass sich in Hessen SPD-Landeschefin Andrea Ypsilanti mit den Stimmen der Linken zur Ministerpräsidentin wählen lässt. Dies hatte auch bei vielen Sozialdemokraten für großen Unmut gesorgt.

BRÜSSEL: EU-Steuerkommissar Laszlo Kovacs hat an die Staaten der Europäischen Union appelliert, im Kampf gegen Steuerhinterziehung enger zusammenzuarbeiten. Nur dann könne effektiv gegen Steuerbetrug und Steuerflucht vorgegangen werden, sagte Kovacs der Zeitung 'Bild am Sonntag'. Wenn die EU-Länder geschlossen aufträten, könnten sie auch den nötigen Druck auf andere Finanzplätze ausüben. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück rechnet im Zusammenhang mit der Liechtenstein-Steueraffäre nach eigenen Angaben nur mit wenigen Selbstanzeigen. Die Täter gingen bis zuletzt davon aus, dass sie nicht erwischt würden, sagte Steinbrück. Etliche Mitarbeiter deutscher und liechtensteinischer Banken stehen im Verdacht, deutschen Anlegern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

TEHERAN: Der Iran hat eine 'angemessene Reaktion' auf eine neue, verschärfte UN-Resolution wegen des umstrittenen Atomprogramms angekündigt. Außenamtssprecher Mohammed Ali Husseini sagte, entsprechende Maßnahmen würden zu gegebener Zeit verkündet. Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte zuvor bekräftigt, sein Land halte an der Urananreicherung fest. Der Weltsicherheitsrat könne hundert Jahre lang Resolutionen verabschieden. Der Iran argumentiert, er sei als Unterzeichner des Atomwaffensperrvertrages zur Urananreicherung berechtigt. Westliche Staaten, insbesondere die USA, verdächtigen ihn jedoch, an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Der Weltsicherheitsrat will kommende Woche über eine dritte, verschärfte Resolution beraten.

CANBERRA: Die türkische Militäroffensive im Norden des Irak löst nach Ansicht von US-Verteidigungsminister Robert Gates das Problem mit den kurdischen PKK-Rebellen nicht. Erfahrungen in Afghanistan und dem Irak zeigten, dass militärisches Vorgehen von wirtschaftlichen und politischen Reformen begleitet werden müsse, sagte Gates bei einem Besuch in Australien. Die türkische Offensive hatte am Donnerstag begonnen und ist laut Medienberichten auf zwei Wochen angelegt. Die PKK gab an, am Samstag einen türkischen Armee-Hubschrauber abgeschossen zu haben. Ein Sprecher dementierte zudem Militär-Angaben, bei den Gefechten seien bisher etwa 80 PKK-Kämpfer getötet worden.

NIKOSIA: Im griechischen Teil Zyperns läuft die Stichwahl um das Präsidentenamt. Entscheiden können die Bürger zwischen dem Reformkommunisten Demetris Christofias und dem konservativen früheren Außenminister Ioannis Kasoulides. Der amtierende Präsident Tassos Papadopoulos war in der ersten Wahlrunde vor einer Woche ausgeschieden. Beide Stichwahl-Kandidaten treten für neue Gespräche mit den türkischen Zyprern im Norden über eine mögliche Wiedervereinigung der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel ein. Der griechisch-sprachige Süden Zyperns gehört der EU an.

HAVANNA: Kubas Parlament wählt an diesem Sonntag einen neuen Staatschef. Amtsinhaber Fidel Castro hatte am Dienstag nach fast 50 Jahren an der Macht überraschend seinen Rücktritt verkündet. Er bleibt jedoch Chef der Kommunistischen Partei. Aussichtsreichster Nachfolger dürfte Castros Bruder Raul sein. Der 76-Jährige hatte nach der schweren Erkrankung seines Bruders bereits 2006 die Amtsgeschäfte übernommen.

WASHINGTON: In den USA nimmt das Duell zwischen der ehemaligen First Lady Hillary Clinton und Senator Barack Obama um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten an Schärfe zu. Bei einer Veranstaltung in Ohio warf Clinton ihrem Konkurrenten vor, ihre eigenen Pläne für eine Gesundheitsreform falsch darzustellen und damit die Öffentlichkeit zu manipulieren. Das Wahlkampfteam Obamas wies die Vorwürfe umgehend zurück. - Obama hat seit Anfang Februar zehn Vorwahlen für die Präsidentschaftskandidatur in Folge gewonnen und liegt bei den Delegiertenstimmen für den Nominierungsparteitag vorne. Clinton muss die Vorwahlen am 4. März in Ohio und Texas gewinnen, um noch eine Chance zu haben.

BRÜSSEL: Zum sechsten Jahrestag der Entführung der Politikerin Ingrid Betancourt in Kolumbien hat die Europäische Union von den Rebellen in dem lateinamerikanischen Land die Freilassung aller Geiseln gefordert. Einige Gefangene seien seit zehn Jahren in der Hand der FARC-Guerilleros, erklärte die slowenische EU-Ratspräsidentschaft. Sie durchlebten täglich eine Tragödie. - Der französische Außenminister Bernard Kouchner betonte, es sei eine Priorität der Politik Frankreichs, Betancourt freizubekommen. Die Politikerin besitzt auch die französische Staatsbürgerschaft.

PRISTINA: Die EU-Mission im Kosovo hat ihr Büro in der hauptsächlich von Serben bewohnten Stadt Mitrovica im Norden des neuen Staates vorübergehend geschlossen. Dort hatten auch am Samstag wieder tausende Serben gegen die Unabhängigkeit des Kosovo demonstriert. UN-Polizisten riegelten die Brücke zum von Albanern bewohnten Teil der Stadt ab. - Auch in Serbien bleibt die Lage nach den Krawallen in Belgrad angespannt. Deutschland und andere Staaten riefen Serbien-Reisende zu erhöhter Wachsamkeit auf. Es könne unter Umständen geboten sein, sich nicht als Ausländer zu erkennen zu geben, heißt es in Hinweisen des Auswärtigen Amtes.

ZUM SPORT: Profibox-Weltmeister Wladimir Klitschko hat sich einen weiteren WM-Gürtel im Schwergewicht geholt. Der 31-jährige Ukrainer bezwang in New York den russischen WBO-Champion Sultan Ibragimow einstimmig nach Punkten.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden überwiegend wolkig, im Süden und in den Mittelgebirgen vielfach sonnig und trocken. Höchstwerte acht bis 20 Grad.

Audio und Video zum Thema