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Nachrichten

Sonntag, 24. Dezember 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

TEHERAN: Als Reaktion auf die vom UN-Sicherheitsrat verhängten Sanktionen will der Iran sein Atomprogramm beschleunigen. Noch an diesem Sonntag werde sein Land damit beginnen, 3.000 Zentrifugen zur Urananreicherung in der Anlage von Natans zu installieren, kündigte Chefunterhändler Ali Laridschani in der Zeitung 'Kaihan' an. Die Anlage in Natans dient dem Iran zur Urananreicherung. Je nach Anreicherungsgrad kann Uran in Atomkraftwerken oder zum Bau von Atomwaffen eingesetzt werden. Am Samstag hatte der UN-Sicherheitsrat nach monatelangem Ringen erstmals Strafmaßnahmen verabschiedet, um die iranische Regierung zur Aussetzung der umstrittenen Urananreicherung zu bewegen. Die Bundesregierung begrüßte, dass die Resolution des Weltsicherheitsrates einstimmig angenommen wurde.

JERUSALEM: Israels Regierungschef Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas wollen den Friedensprozess wiederbeleben. Man werde dazu partnerschaftlich zusammenarbeiten, hieß es nach einem Treffen beider Politiker am Samstagabend in Jerusalem. Beide Seiten wollten sich bemühen, die vor einem Monat für den Gazastreifen vereinbarte Waffenruhe auf das Westjordanland auszuweiten. Olmert machte eine Reihe von Zugeständnissen, um Abbas im Machtkampf mit der radikal-islamischen Hamas zu stärken. Nach palästinensischen Angaben sagte Olmert zu, etwa 100 Millionen Dollar an palästinensischen Steuermitteln freizugeben, die Israel bislang zurückgehalten hatte. Zudem sollten Kontrollposten im Westjordanland abgebaut werden. Auch werde wieder über einen Gefangenenaustausch verhandelt.

BAGDAD: Ein Selbstmordattentäter hat sich im Irak in die Luft gesprengt und mindestens sieben Polizisten mit in den Tod gerissen. 30 weitere Menschen wurden nach Behördenangaben bei dem Anschlag knapp 100 Kilometer nordöstlich von Bagdad verletzt. Der Attentäter sei zur Polizeiwache in der Stadt Mukdadija gekommen und habe den an seinem Körper befestigten Sprengsatz gezündet.

ASCHGABAD: In Turkmenistan haben die Trauerfeiern für den verstorbenen Präsidenten Saparmurat Nijasow begonnen. Tausende Menschen erwiesen dem im Präsidentenpalast aufgebahrten Staatschef die letzte Ehre. Im Laufe des Tages soll der Leichnam des 66-Jährigen von der Hauptstadt Aschgabat in das nahegelegene Dorf Kiptschak gebracht werden, wo sich Nijasow ein Mausoleum errichten ließ. Der Alleinherrscher war am Donnerstag überraschend an Herzversagen gestorben, was Ängste vor einem Machtkampf in dem ölreichen Land schürte.

MOGADISCHU: Die seit Tagen anhaltenden Kämpfe zwischen islamistischen Rebellen und der Übergangsregierung in Somalia haben auf zwei weitere Gebiete im Zentrum des nordostafrikanischen Landes übergegriffen. Beide Seiten meldeten schwere Gefechte in zwei Ortschaften in der Grenzregion zu Äthiopien. Ein Sprecher der Islamisten warf der äthiopischen Armee vor, die regierungstreuen somalischen Truppen mit schwerer Artillerie und Panzern zu unterstützen.

BERLIN: Die Bundesregierung will ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr nach Angaben von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos nach oben korrigieren. Glos schrieb in einem Gastbeitrag für die Zeitung 'Bild am Sonntag', die Stimmung sei so gut wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr und schlage mittlerweile auch auf den Arbeitsmarkt durch. Er rechne deshalb damit, dass die amtliche Wachstumsprognose von 1,4 Prozent im Januar nochmals erhöht werde.

MÜNCHEN: Die Fürther Landrätin und CSU-Politikerin Gabriele Pauli hat Bundesagrarminister Horst Seehofer und den bayerischen Innenminister Günther Beckstein als geeignete Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2008 genannt. Pauli forderte in der 'Bild am Sonntag' einen anderen Kandidaten als Ministerpräsident Edmund Stoiber für die Wahl. Darüber sollte die Parteibasis abstimmen. In der so genannten Spitzelaffäre bekräftigte Pauli ihren Vorwurf, außer ihr seien noch weitere kritische CSU-Politiker bespitzelt worden. Stoibers Büroleiter Michael Höhenberger war zurückgetreten, nachdem die als Stoiber-Kritikerin bekannte Landrätin Höhenberger beschuldigt hatte, in ihrem Privatleben geschnüffelt zu haben.

DRESDEN: Der evangelische Landesbischof von Sachsen, Jochen Bohl, hat die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes verurteilt. In seiner Predigt anlässlich der traditionellen Vesper vor der Dresdner Frauenkirche mahnte er, Weihnachten sei kein Fest der Wirtschaft, sondern des Glaubens. Bohl warnte davor, den Advent und die Weihnachtsfreude dem Nutzendenken unterzuordnen. Zu der Vesper hatten sich etwa 23.000 Menschen versammelt.

HAMBURG: Mit den Steuererhöhungen Anfang 2007 droht den Bundesbürgern nach Berechnungen der Verbraucherzentralen ein massiver Verlust der Kaufkraft. Die Vorsitzende des Verbandes, Edda Müller, sagte der 'Hamburger Morgenpost' die Deutschen hätten im kommenden Jahr 24 Milliarden Euro weniger zur Verfügung. In die Berechnung eingegangen seien die Erhöhung der Versicherungssteuer, die Streichung der Pendlerpauschale, die Beitragserhöhungen bei der Renten- und Krankenversicherung und die höhere Mehrwertsteuer.

JAKARTA: Die Zahl der Opfer der schweren Überschwemmungen auf der indonesischen Insel Sumatra ist anscheinend viel höher als bisher angenommen. Allein im Bezirk Tamiyang in der Provinz Aceh seien bis Sonntag 60 Leichen geborgen worden, teilte der Koordinator der Rettungsmaßnahmen mit. Hunderte Menschen würden noch vermisst. Zehntausende Menschen mussten aus ihren Häusern flüchten. Seit Tagen geht ungewöhnlich schwerer Monsunregen auf Sumatra und das benachbarte Malaysia nieder. Dort kamen bisher mindestens sieben Menschen ums Leben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Norden und Osten meist bedeckt oder neblig. In den Mittelgebirgen und südlich davon öfters sonnig. In Flussniederungen teils zäher Nebel. Höchstwerte minus ein bis plus elf Grad.

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