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Nachrichten

Sonntag, 23. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BEIRUT: Die israelischen Streitkräfte haben den zwölften Tag in Folge Ziele in der libanesischen Hauptstadt und im Süden des Landes bombardiert. Auch die Hafenstadt Sidon wurde angegriffen. Darüber hinaus nahm die Armee nach eigenen Angaben ein strategisch wichtiges Grenzdorf ein. Auch der Raketenbeschuss der Hisbollah und radikaler Palästinenser auf Israel dauert an. Insgesamt starben in den bisherigen Kriegstagen nach einer jüngsten Bilanz mehr als 350 Libanesen, die meisten von ihnen Zivilisten. Die Hisbollah tötete 35 Israelis. Die Behörden in Zypern bereiten sich auf die Ankunft von etwa 10.000 weiteren Flüchtlingen vor. Innerhalb der nächsten Stunden werde 14 Schiffe in den Häfen von Larnaca und Limassol erwartet. Die Vereinten Nationen fordern eine Hilfe von rund 100 Millionen Dollar für die Flüchtlinge im Libanon.

Und hier noch ein Hinweis des Auswärtigen Amtes in Berlin: Deutsche und andere EU-Bürger, die sich noch im Südlibanon aufhalten, können am Montag mit einem eigens gecharterten Schiff den Libanon in Richtung Zypern verlassen. Dort stehen dann Flugzeuge für ihre Weiterreise bereit. Sammelpunkt für die Fährabfahrt ist das so genannte 'Resthouse' in Tyrus/Sur. Bitte finden sie sich dort am Montagmorgen um 7 Uhr ein.

BERLIN: Während der Krieg im Libanon andauert, gehen parallel dazu die Bemühungen zur Entschärfung des Konfliktes auf diplomatischer Ebene weiter. Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier traf mit Israels Verteidigungsminister Amir Perez zusammen. Gespräche mit Premier Ehud Olmert und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sollen folgen. Auch US-Außenministerin Condoleezza Rice bricht zu einer Reise in die Krisenregion auf. Umstritten ist die Forderung nach einer Waffenruhe. Während die USA und Deutschland ein scharfes Vorgehen gegen die libanesische Hisbollah als Bedingung ansehen, fordern Frankreich und die arabischen Staaten eine sofortige Feuerpause. Israel geht nach Informationen der Zeitung 'Haaretz' davon aus, dass die USA der Offensive im Libanon noch mindestens eine Woche lang zustimmen werden.

BAGDAD: In einem schiitischen Viertel der irakischen Hauptstadt sind bei einem Autobombenanschlag mehr als 30 Zivilisten getötet und etwa 70 weitere Personen verletzt worden. Ein mit Sprengstoff beladener Lastwagen explodierte nach Angaben der örtlichen Behörden in der Nähe eines Marktes. Wegen der andauernden Spannungen zwischen Schiiten und Sunniten erwägen die USA die Verlagerung zusätzlicher Truppen nach Bagdad. Die Gewalt zwischen den Religionsgruppen mache mittlerweile mehr Sorgen als Anschläge von Aufständischen, hieß es.

ZÜRICH: Im Konflikt um das iranische Atomprogramm bereitet die Schweiz eine internationale Konferenz vor. Als neutraler Staat sei die Schweiz vom Iran gebeten worden, die Initiative zu ergreifen, berichtet die 'Neue Zürcher Zeitung". Bei der Konferenz, die in Genf stattfinden soll, würden weitere Staaten in die Verhandlungen mit dem Iran eingebunden, heißt es. Die UN-Vetomächte und Deutschland haben der iranischen Führung wirtschaftliche Anreize in Aussicht gestellt, sollte sie auf die Anreicherung von Uran verzichten. Eine Antwort aus Teheran steht noch aus.

KABUL: Die radikal-islamischen Taliban haben sich zu dem jüngsten Doppel-Selbstmordanschlag im Süden Afghanistans bekannt. In Kandahar waren am Samstag zwei Soldaten der internationalen Schutztruppe und sechs Zivilisten in den Tod gerissen worden. Einer der Attentäter hatte einen mit Sprengstoff beladenen Kleinlaster in einen kanadischen Militärkonvoi gelenkt. Der zweite Attentäter sprengte sich am Ort des ersten Anschlags inmitten einer Menschenmenge in die Luft.

TOKIO: Heftige Regenfälle haben im Süden Japans zu schweren Überschwemmungen geführt und Erdrutsche ausgelöst. Mindestens vier Menschen sind dabei nach Angaben der örtlichen Behörden ums Leben gekommen. 60.000 Bewohner der Insel Kyushu seien aufgefordert worden, ihre Häuser zu verlassen. Die Meteorologen haben weitere Regenfälle vorausgesagt.

HAMBURG: Die Bundesregierung will die Deutsche Bahn mit einem Gesetz zu höheren Entschädigungen bei Verspätungen und Zugausfällen zwingen. Wie die 'Bild am Sonntag' berichtet, werden die schärferen Auflagen Mitte August beschlossen. Danach soll die Bahn im Fernverkehr bereits bei Verspätungen von 30 Minuten 20 Prozent des Fahrpreises erstatten. Ab 60 Minuten gibt es 25 Prozent zurück, ab 120 Minuten den halben Fahrpreis. Bislang erstattet das Unternehmen im Fernverkehr lediglich bei Verspätungen von mehr als einer Stunde 20 Prozent des Fahrpreises mit einem Gutschein.

WOLFSBURG: Im VW-Konzern gibt es einen neuen Korruptionsskandal. Nach Medienberichten stehen ein Einkaufsmanager der Konzerntochter Audi und ein früherer Bereichsleiter von VW im Verdacht, Schmiergeld des französischen Lieferanten Faurecia kassiert zu haben. Ein Volkswagen-Sprecher bestätigte, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt in diesem Zusammenhang ermitteln würden.

ZUR TOUR DE FRANCE: US-Radprofi Floyd Landis steht vor seinem ersten Tour-Sieg. Landis holte sich auf der vorletzten Etappe im Zeitfahren das Gelbe Trikot und ließ den bislang Führenden Oscar Pereiro und dessen spanischen Landsmann Carlos Sastre hinter sich. T-Mobile-Fahrer Andreas Klöden schob sich in der Gesamtwertung auf Rang Drei vor.--Er kann damit nach der Zieleinfahrt an diesem Sonntag auf der Pariser Champ-Elysees mit auf dem Podest stehen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Verbreitet Schauer und Gewitter, örtlich mit Hagel. Höchsttemperaturen 27 bis 32 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 22 Grad, Schauer; Berlin: 25 Grad, leicht bewölkt; Dresden: 25 Grad, stark bewölkt; Köln/Bonn: 21 Grad, leicht bewölkt; Frankfurt am Main: 20 Grad, Schauer und München: 22 Grad, stark bewölkt.

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