1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 23. August 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

SEOUL: Im Verhältnis zwischen Nord- und Südkorea mehren sich die Zeichen für eine vorsichtige Annäherung. Südkoreas Präsident Lee Myung Bak empfing in Seoul erstmals hohe Funktionäre aus dem kommunistischen Norden. Bei dem Treffen überbrachten zwei Vertreter Nordkoreas mündlich eine Botschaft von Staatschef Kim Jong Il zu den gegenseitigen Beziehungen. Das Treffen sei in einer "herzlichen Atmosphäre" verlaufen, hieß es von südkoreanischer Seite. Einer der nordkoreanischen Sondergesandten erklärte, er verlasse Seoul mit "guten Gefühlen". Er hoffe, dass die Probleme zwischen beiden Ländern durch Gespräche und Kooperationen gelöst werden könnten. - Die nordkoreanische Delegation war zur Trauerfeier für den südkoreanischen Ex-Präsidenten Kim Dae Jung nach Seoul gekommen, der inzwischen beigesetzt wurde. Schon am Samstag war es erstmals wieder zu Gesprächen auf Ministerebene gekommen.

BERLIN: Die Bundesregierung lehnt einen festen Termin für den Abzug deutscher Soldaten aus Afghanistan weiter ab. SPD-Kanzlerkandidat Frank Walter Steinmeier bezeichnete eine Festlegung auf ein konkretes Datum im Magazin "Der Spiegel" als unverantwortlich. Dies würde nur die Taliban ermuntern, sich bis dahin auf die Lauer zu legen. Steinmeier sprach sich allerdings zugleich für Verhandlungen mit der neuen afghanischen Regierung über einen Fahrplan für den Abzug aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich dagegen aus, einen Termin für den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan zu nennen. In dieser Frage sei sie sich mit Steinmeier einig. Wichtig sei es, dass zuvor eine sich selbsttragende Sicherheit in Afghanistan erreicht werde, sagte die CDU-Chefin.

KABUL: Nach der Präsidentschaftswahl in Afghanistan streiten die Kandidaten weiter über die Rechtmäßigkeit der Abstimmung. Der schärfste Herausforderer von Amtsinhaber Hamid Karsai, Exaußenminister Abdullah Abdullah, sprach von Wahlbetrug. Er machte die Regierung dafür verantwortlich. In den südlichen Provinzen Kandahar und Ghasni hätten Regierungsvertreter nachträglich Stimmzettel für Karsai in die Wahlurnen geschmuggelt. Nach Angaben von Wahlbeobachtern machten Taliban-Kämpfer in einigen Fällen ihre Drohung wahr und schnitten Wählern den Zeigefinger ab. Auch wurden mehrere Unregelmäßigkeiten und Betrugsfälle entdeckt. Trotz der Berichte würdigte die EU die Abstimmung insgesamt als Sieg für die Demokratie in Afghanistan. Nun müsse die Auszählung der Stimmen mit größter Transparenz erfolgen, forderte die außenpolitische EU-Kommissarin Benita Ferrero-Waldner in Brüssel.

PESCHAWAR: Gut zwei Wochen nach dem mutmaßlichen Tod des pakistanischen Taliban-Führers Baitullah Mehsud hat die radikalislamische Miliz einen Nachfolger bestimmt. Der bisherige Stellvertreter, der 28jährige Hakimullah Mehsud, sei vom Rat der Taliban zum neuen Führer ernannt worden, gaben ranghohe Kommandeure bekannt. Sein Vorgänger war allem Anschein nach am 5. August bei einem US-Raketenangriff getötet worden, was die Extremisten aber immer dementiert hatten. Auch jetzt war wieder von einer "schweren Erkrankung" Baitullah Mehsuds die Rede. --- Der neue Anführer gilt als besonders skrupellos und soll hinter mehreren Anschlägen auf ausländische Vertretungen stecken.

NEW YORK: Die USA informieren nach Presseinformationen neuerdings das Rote Kreuz über die Identitäten ihrer Gefangenen in Geheimlagern im Irak und in Afghanistan. Wie die "New York Times" berichtet, soll das Internationale Komitee vom Roten Kreuz Zugang zu etlichen gefangen gehaltenen Terrorverdächtigen und ausländischen Kämpfern bekommen. Die Praxis sei in diesem Monat stillschweigend begonnen worden. Zu den übrigen US-Militärgefängnissen und Feldgefangenenlagern im Irak und in Afghanistan habe das Rote Kreuz schon bisher Zugang gehabt. Das Verteidigungsministerium in Washington hatte bisher die Auffassung vertreten, die Herausgabe von Informationen über die Gefangenen in den Sonderlagern könnten Antiterroreinsätze gefährden.

TAIPEH: Zwei Wochen nach dem verheerenden Taifun "Morakot" haben die Behörden auf Taiwan eine vorläufige Bilanz gezogen. Demnach kamen in dem schwersten Sturm dort seit 50 Jahren mindestens 650 Menschen ums Leben. Ministerpräsident Liu Chao Shiuan sagte in Taipeh, für 490 Vermisste gebe es keine Hoffnung mehr. 160 Menschen seien tot geborgen worden. Der Wirbelsturm hatte im Süden der Insel katastrophale Erdrutsche und Überschwemmungen verursacht. Die Regierung Taiwans war massiv in die Kritik geraten. Ihr wurde zögerliches Vorgehen bei den Rettungsarbeiten vorgeworfen.

ABUJA: Das größte Rebellenbündnis Nigerias hat die Wiederaufnahme der Anschläge gegen die Ölindustrie angekündigt. Nach dem Auslaufen einer 60-tägigen Waffenruhe würden die Angriffe ab dem 15. September fortgesetzt, erklärte die Bewegung für die Emanzipation des Niger-Deltas (MEND). Die Friedensverhandlungen mit der Regierung seien ausgesetzt worden. Zugleich distanzierte sich die Bewegung von den Kämpfern, die an einem Amnestieprogramm von Präsident Umaru Yar'Adua teilnehmen. Im Bundesstaat Bayelsa hatten sich einige hundert Rebellen ergeben und ihre Waffen abgeliefert.

ATHEN: Die Wald- und Buschbrände im Nordwesten der griechischen Hauptstadt haben jetzt auch Vororte von Athen selbst erreicht. Tausende Bewohner ergriffen in der Nacht die Flucht. Die Behörden evakuierten zwei Kinderkliniken, Campingplätze und mehrere Wohnhäuser. Die am Freitag ausgebrochenen Brände haben sich über einer Länge von rund 40 Kilometern ausgebreitet. Die Behörden riefen für die Region Attika den Notstand aus. Spezialflugzeuge, Hubschrauber, etwa 80 Löschfahrzeuge und 600 Soldaten sind im Einsatz. --- Landesweit wüten laut Feuerwehr insgesamt 75 Brände.

ROM: Nach monatelangem Lottofieber ist der Rekord-Jackpot in Italien geknackt, der nach Angaben der Veranstalter zweitgrößte jemals ausgespielte Jackpot weltweit. Der glückliche Gewinner der knapp 148 Millionen Euro habe sein Los im toskanischen Dorf Bagnone abgegeben, teilte die Lottoagentur mit. Das Tippfieber hatte auch Lotto-Touristen aus dem Grenzgebiet und den Nachbarländern nach Italien gelockt. So hatten auch viele Deutsche, Österreicher, Kroaten und Slowenen auf den Rekordgewinn gehofft.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Sonnig und trocken. Die Höchsttemperaturen reichen von 20 Grad auf Rügen bis zu 28 Grad am Rhein.

Am Morgen meldeten bei fast wolkenlosem Himmel:

Hamburg, Berlin und Frankfurt am Main: 16 Grad;

Dresden und München: 15 Grad und

Köln/Bonn: 14 Grad.

Audio und Video zum Thema