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Nachrichten

Sonntag, 23. April 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BAGDAD: Das irakische Parlament hat nach monatelangem Streit um die künftige Regierung des Landes die wichtigsten Staatsämter neu besetzt. Der Kurde Dschalal Talabani wurde für eine zweite Amtszeit als Präsident wiedergewählt. Er beauftragte daraufhin den Schiiten Dschaud al Maliki, die Leitung der neuen Regierung des Landes zu übernehmen. Maliki wird auch von den wichtigsten sunnitischen und kurdischen Bündnissen unterstützt. Zum Parlamentspräsidenten wurde der Sunnit Mahmud al Maschadani gewählt. US-Präsident George W. Bush und Außenministerin Condoleezza Rice sprachen von einem Meilenstein auf dem Weg zur Demokratie. Bei Granatenangriffen in der Innenstadt von Bagdad wurden nach Polizeiangaben sechs Zivilpersonen getötet.

GAZA-STADT: Im Streit um die Kontrolle der palästinensischen Sicherheitskräfte haben sich die Hamas und die Fatah-Organisation darauf verständigt, den Machtkampf der vergangenen Tage nicht weiter eskalieren zu lassen. Beide wollten die Palästinenser dazu aufrufen, alles zu unterlassen, was zu Spannungen führen könne, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Zuvor hatten sich Kämpfer beider Seiten in Gaza stundenlange Feuergefechte geliefert.

AMMAN: Die Europäische Union sucht nach spanischen Angaben nach Wegen, Finanzhilfe für die Palästinenser an der radikalen Hamas-Regierung vorbei direkt zu dem moderaten Präsidenten Mahmud Abbas zu leiten. Dies machte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos nach einem Treffen mit Abbas in der jordanischen Hauptstadt Amman deutlich. Aus palästinensischen Kreisen verlautete, Abbas habe Moratinos vorgeschlagen, die Gelder für die Gehälter der Regierungsmitarbeiter über sein Büro fließen zu lassen. Die EU und die USA haben ihre Finanzhilfen für die Palästinenser-Regierung gestoppt, seitdem diese von der radikal-islamischen Hamas geführt wird.

KATHMANDU: In Nepal gilt eine erneute Ausgangssperre für die Hauptstadt Kathmandu. Die Ankündigung folgte auf weitere Proteste gegen König Gyanendra, an denen sich am Samstag schätzungsweise bis zu 300.000 Menschen beteiligt hatten. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden mindestens einhundert Menschen verletzt. Die Opposition will trotz erster Zugeständnisse des Monarchen bei der Wiederherstellung der Demokratie weiter demonstrieren. Gyanendra hatte angekündigt, seine autoritäre Alleinherrschaft aufgeben zu wollen. Künftig solle ein Ministerrat das Land regieren. Der Opposition gehen die Vorschläge allerdings nicht weit genug. Sie fordert unter anderem eine neue Verfassung, die die Macht des Königs einschränkt.

WASHINGTON: Der Internationale Währungsfonds soll reformiert werden. Darauf verständigte sich das oberste Leitungsgremium der Organisation, da die aufstrebenden neuen Wirtschaftsmächte in Asien als unterrepräsentiert gelten. Der deutsche Finanzminister Peer Steinbrück schlug eine geänderte Einflussverteilung vor. Das aktuelle wirtschaftliche Gewicht der einzelnen Länder müsse stärker Beachtung finden. Beschlossen wurde auf der Tagung zudem der Schuldenerlass für 17 arme Staaten, die zumeist in Afrika liegen. Diese Länder könnten nun mehr Geld in Bildungs- und Gesundheitsprogramme investieren, sagte Weltbank-Präsident Paul Wolfowitz.

BERLIN: Im Fall des in Potsdam überfallenen Deutsch-Äthiopiers gibt es allem Anschein nach neue Beweise gegen einen der zwei Tatverdächtigen. Laut einem Bericht der 'Bild am Sonntag' hat ein DNA-Test ergeben, dass sich der 30-jährige Potsdamer in der Nacht zu Ostersonntag am Tatort aufhielt. Beide Verdächtige, gegen die ein Haftbefehl wegen versuchten Mordes erlassen wurde, bestreiten die Tat. Der Deutsche äthiopischer Herkunft war an einer Bushaltestelle brutal niedergeschlagen worden und befindet sich nach wie vor in Lebensgefahr.

BERLIN: Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister Dietrich Austermann hat als erster CDU-Politiker die für 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung in Frage gestellt. Höhere Steuern seien immer der einfachste, aber auch der schlechteste Weg, um die öffentlichen Kassen zu sanieren, sagte Austermann der 'Bild am Sonntag'. Die Folge seien ein gedämpftes Wachstum und Schwarzarbeit.

NEW ORLEANS: Bei der ersten Bürgermeisterwahl nach Hurrikan 'Katrina' kommt es in New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana zur Stichwahl. Amtsinhaber Ray Nagin liegt nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis zwar mit 38 Prozent der Stimmen in Führung, er verfehlte aber die absolute Mehrheit. Bei der Stichwahl am 20. Mai trifft Nagin nun auf den Zweitplatzierten, den Vizegouverneur von Louisiana, Mitch Landrieu. Mit der Bürgermeisterwahl werden die Weichen für den Wiederaufbau der Südstaatenmetropole gestellt, in der zurzeit noch ganze Stadtgebiete unbewohnbar sind.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten Schauer und Gewitter, sonst freundlich. Temperaturen zwischen zehn und 16 Grad Celsius, im Südwesten auch darüber.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg und Dresden: 8 Grad, Nebel; Berlin: 10 Grad, dunstig; Köln/Bonn: 7 Grad, stark bewölkt; Frankfurt am Main: 8 Grad, fast wolkenlos und München: 12 Grad, wolkig.