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Nachrichten

Sonntag, 22. Oktober 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

WASHINGTON: US-Präsident George W. Bush hat angesichts der anhaltenden Gewalt eine Änderung der militärischen Taktik im Irak in Aussicht gestellt. Ziel der US-Regierung sei es aber weiterhin, die Aufständischen zu besiegen und eine eigenständige Regierung im Irak aufzubauen, betonte er in seiner wöchentlichen Radioansprache. Die Verstärkung der Truppen in der Hauptstadt Bagdad habe die Lage nicht wie erwünscht stabilisiert, räumte er ein. Bush beriet unterdessen auch mit mehreren Generälen über die Lage im Irak. Angesichts der steigenden Zahl der im Irak getöteten US-Soldaten wächst der Druck im US-Kongress und in der Republikanischen Partei Bushs, einen Kurswechsel im Irak-Krieg einzuschlagen. Allein im Oktober wurden bislang mehr als 70 US-Soldaten getötet.

MOSKAU: Im Rahmen ihrer Moskau-Reise hat US-Außenministerin Condoleezza Rice den Sohn und mehrere Kollegen der ermordeten regierungskritischen russischen Journalistin Anna Politkowskaja getroffen. Das Treffen im Hotel der Außenministerin sei ein Zeichen der Unterstützung der freien Presse gewesen, teilte das US-Außenministerium in Washington mit. Bei den Gesprächen mit Rice lehnte die russische Führung härtere Strafen gegen Nordkorea und Iran ab. Im Konflikt um die Atomprogramme beider Länder müsse zum Dialog zurückgefunden werden, sagte Außenminister Sergej Lawrow. Mit Präsident Wladimir Putin sprach Rice nach Kreml-Angaben über Möglichkeiten einer gemeinsamen Nordkorea-Strategie.

SOFIA: In Bulgarien wird ein neuer Präsident gewählt. Die 6,4 Millionen Wahlberechtigten sollen entscheiden, wer das Land nach dem EU-Beitritt als Staatsoberhaupt führt. Klarer Favorit unter den sieben Kandidaten ist Amtsinhaber Georgi Parwanow. Er vertritt die regierenden Sozialisten, die aus den früheren Kommunisten hervorgegangen waren. Sollte kein Kandidat im ersten Durchgang die absolute Mehrheit erhalten, gibt es in einer Woche eine Stichwahl unter den beiden Bestplatzierten.

BERLIN: Menschen mit geringem Einkommen sollen bei der Gesundheitsreform offenbar von dem geplanten Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung von bis zu acht Euro monatlich befreit werden. Koalitionskreise bestätigten Presseberichte, wonach Sozialhilfe- Empfänger den Betrag erstattet bekommen sollen. Das Gleiche gelte auch für Rentner, bei denen der Staat die Grundsicherung übernimmt. Zudem werde nach Lösungen für Arbeitslosengeld II-Empfänger gesucht.

STUTTGART: Mit Großkundgebungen in fünf Städten hat der Deutsche Gewerkschaftsbund die Bundesregierung zu einem Kurswechsel in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik aufgerufen. An den Demonstrationen nahmen nach DGB-Angaben mehr als 200.000 Menschen teil. Auf der Hauptveranstaltung in Stuttgart kritisierte DGB-Chef Michael Sommer die Gesundheitsreform als Angriff auf das letzte solidarisch finanzierte Sozialsystem. Die Rente mit 67 nannte er ein zynisches Rentenkürzungsprogramm. Zugleich forderte Sommer erneut gesetzliche Mindestlöhne und eine Ausbildungsplatzabgabe. - Neben Stuttgart fanden Kundgebungen in Berlin, Dortmund, Frankfurt am Main und München statt. Die Proteste stießen bei Unionspolitikern auf teils scharfe Kritik. CSU-Generalsekretär Markus Söder bezeichnete die Gewerkschaften als d a s Standorthindernis für Deutschland.

BERLIN: Die große Koalition will das Ausländerrecht verschärfen. Damit solle die Konsequenz aus den versuchten Kofferbombenanschlägen vom August gezogen werden, sagte der stellvertretende Unions-Fraktionschef Wolfgang Bosbach im deutschen Fernsehen. Vor allem ausländische Studenten müssten vor ihrer Einreise nach Deutschland schärfer kontrolliert werden. Zudem sei es notwendig, künftig auch solche Personen zu überprüfen, die zum Zwecke einer Visumserteilung für Ausländer bürgten. - Ergänzend berichtete das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel', dass die Aufenthaltserlaubnis für einreisende Studenten von zwei auf maximal ein Jahr reduziert werden soll. Dadurch müssten sich die Betroffenen häufiger bei den Behörden melden.

ROM: Auf der italienischen Mittelmeer-Insel Lampedusa sind erneut mehr als 400 illegale Einwanderer aus Nordafrika gelandet. Weil ihr Boot in schlechtem Zustand war, hatten sie nach Angaben der Behörden per Handy ein SOS-Signal gesendet. Die Küstenwache nahm die Flüchtlinge daraufhin rund vier Seemeilen vor der Küste auf. Das Boot war vermutlich an der libyschen Küste in See gestochen.

ZUM TRIATLON: Normann Stadler aus Mannheim hat den Ironman auf Hawaii gewonnen. Der 33-Jährige sicherte sich zum zweiten Mal nach 2004 den Triathlon-Weltmeistertitel. Den zweiten Rang belegte der Australier Chris McCormack. Dritter wurde der Münchner Faris Al- Sultan, der im vergangenen Jahr auf Hawaii gewonnen hatte. - Bei den Frauen setzte sich die Australierin Michellie Jones vor der Amerikanerin Desiree Ficker und der Kanadierin Lisa Bentley durch.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Überwiegend heiter bis wolkig. In der Nordwesthälfte zum Abend hin Regen oder Schauer. Höchsttemperaturen zwischen 15 und 20 Grad.

Zuletzt meldeten bei leichter Bewölkung:

Hamburg und Dresden: 14 Grad; Berlin, Köln/Bonn und München: 12 Grad und Frankfurt am Main: 13 Grad.

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