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Nachrichten

Sonntag, 22. Juli 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

BERLIN: In Afghanistan ist die tote deutsche Geisel von Sicherheitskräften geborgen worden. Das bestätigte der Polizeichef der Provinz Wardak. Beamte des Bundeskriminalamtes sollen in Kabul versuchen, die Todesursache zu klären. Bislang gibt es zur Todesursache widersprüchliche Angaben. Während in Medienberichten von Schussverletzungen die Rede ist, geht die Bundesregierung derzeit davon aus, dass der Mann an den Strapazen der Entführung gestorben ist. Über das Schicksal des zweiten in Afghanistan entführten deutschen Bauingenieurs ist derzeit nichts bekannt. Es werde alles Menschenmögliche getan, um die Freilassung der Geisel zu erreichen, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Mehrere Medien berichten ohne Angabe von Quellen, in Kabul verdichteten sich die Hinweise, dass hinter der Entführung nicht die Taliban stecken. Es handele sich offenbar um eine Stammesfehde.

KABUL: Auf der Suche nach den 23 in Afghanistan entführten Südkoreanern haben afghanische und amerikanische Truppen ein Dorf in der Provinz Ghasni umzingelt. Man wisse, wo sich die Geiseln befänden, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Kabul. Die radikal-islamischen Taliban haben mit der Ermordung der 23 Koreaner gedroht, sollte die afghanische Regierung nicht bis Sonntagabend gleichviele inhaftierte Gesinnungsgenossen freilassen.

ISLAMABAD: In Pakistan sind bei Gefechten in der Nähe der afghanischen Grenze nach Militär-Angaben 13 Anhänger der radikal-islamischen Taliban getötet worden. Wie ein Armee-Sprecher mitteilte, hatten die Extremisten Kontrollposten in der Bergregion Nordwaziristan angegriffen. Das Militär setzte daraufhin Artillerie und Kampfhubschrauber gegen die Taliban-Kämpfer ein. - In Südwaziristan wurde die enthauptete Leiche eines Stammesführers gefunden, der für seine regierungsfreundliche Haltung bekannt war.

ANKARA: In der Türkei sind mehr als 42 Millionen Bürger aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Allen Umfragen zufolge kann die islamisch-konservative AKP von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan erneut mit einem Sieg rechnen. Fraglich ist jedoch, ob ihr Stimmenanteil ausreicht, um weiter alleine regieren zu können. Die um mehrere Monate vorgezogene Parlamentswahl soll die Türkei aus der politischen Krise führen. Hintergrund ist die vor drei Monaten im Parlament gescheiterte Staatspräsidentenwahl, die das Land in zwei Lager gespalten hat. Erdogan hatte vergeblich versucht, seinen Außenminister Abdullah Gül als Staatschef durchzusetzen.

JERUSALEM: Israel wird sich nach Ansicht von Ministerpräsident Ehud Olmert aus vielen Gebieten des besetzten Westjordanlandes zurückziehen müssen, um den Nahost-Friedensprozess voranzubringen. Jeder der glaube, Israel könne alle Gebiete behalten, lebe nicht in der Wirklichkeit, sagte Olmert. Das neue Kabinett von Palästinenser-Präsident Mahmud Abbas bezeichnete er als 'repräsentative Regierung', mit der Israel verhandeln könne. - Im Gazastreifen erschossen israelische Soldaten zwei Kämpfer der radikal-islamischen Hamas. Nach Militär-Angaben hatten sich die bewaffneten Extremisten dem Grenzzaun zu Israel genähert.

KIEL: Nach dem Kernkraftwerk Krümmel ist wegen fehlerhafter Verankerungen im Sicherheitssystem jetzt auch das Atomkraftwerk Brunsbüttel vollständig abgeschaltet worden. Wann Brunsbüttel wieder angefahren werden kann, steht noch nicht fest, wie ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Sozialministeriums in Kiel mitteilte. Das Akw war bereits seit dem 18. Juli wegen eines Ölwechsels am Transformator vom Netz getrennt und in einem Stand-By-Zustand.

BERLIN: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos geht nach eigenen Angaben davon aus, dass in Deutschland 2008 im Durchschnitt weniger als dreieinhalb Millionen Menschen arbeitslos sein werden. Für 2009 rechne er mit einer weiteren Verbesserung, sagte der CSU-Politiker der Zeitung 'Bild am Sonntag'. Auch der Vorsitzende der so genannten Wirtschaftsweisen, Bert Rürup, zeigte sich optimistisch. Nach seiner Einschätzung dürfte die Erwerbslosenzahl in diesem Jahr durchschnittlich bei etwa 3,7 Millionen liegen und damit so niedrig sein wie seit 1995 nicht mehr.

ABIDJAN: Nach Vorwürfen des Kindesmissbrauchs hat die UN-Mission in der Republik Elfenbeinküste ein gesamtes marokkanisches Kontingent vorerst suspendiert. Insgesamt wurden mehr als 700 Soldaten außer Dienst gestellt. Dies entspreche der 'Null-Toleranz-Politik' der Vereinten Nationen in Bezug auf Kindesmissbrauch, erklärte die UN-Mission. Nach bisherigen Erkenntnissen sollen die Missbrauchsopfer, darunter 13-jährige Mädchen, von Einheit zu Einheit weitergereicht worden sein und bereits mehrere Kinder geboren haben. - Die Blauhelm-Soldaten in der Elfenbeinküste überwachen den Waffenstillstand zwischen den Rebellen im Norden des Landes und den Truppen von Staatspräsident Laurent Gbagbo, die den Süden kontrollieren.

PARIS: Bei einem Busunglück im Südosten Frankreichs sind mindestens 20 Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben der Behörden ereignete sich das Unglück auf einer kurvigen Strecke südlich von Grenoble, wo der mit Pilgern besetzte polnische Reisebus in eine Schlucht stürzte. Möglicherweise hatte der Bus defekte Bremsen.

PEKING: Durch schwere Regenfälle sind im Osten Chinas mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Etliche Personen werden noch vermisst. Vielerorts gingen Erdrutsche nieder. Hunderttausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Mehrere tausend Gebäude wurden bereits zerstört.

MÜNCHEN: Schwere Unwetter mit Hagel und Starkregen sind in der Nacht über Süddeutschland hinweggezogen. Dabei kam eine Frau ums Leben, mindestens 20 Menschen wurden verletzt. In mehreren fränkischen Landkreisen wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Mehrere Gemeinden standen bis zu 1,50 Meter unter Wasser. Hunderte von Kellern liefen teilweise bis zum Erdgeschoss voll. Zahlreiche Straßen wurden überflutet. Stellenweise fielen innerhalb einer Stunde bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter. Auch in Thüringen gab es Unwetterschäden.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten zunächst noch kräftiger Dauerregen. Von Südwesten her zunehmend freundlicher Mix aus Sonne und Wolken mit Schauern und örtlichen Gewittern. Höchstwerte 18 bis 25 Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: 15 Grad, Regen;

Berlin und Dresden: 16 Grad, Regen;

Köln/Bonn: 21 Grad, leicht bewölkt;

Frankfurt am Main: 19 Grad, leicht bewölkt und

München: 17 Grad, bewölkt.

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