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Nachrichten

Sonntag, 22. Januar 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

PRISTINA: Nach dem Tod des Kosovo-Präsidenten Ibrahim Rugova droht in der südserbischen Provinz ein machtpolitisches Vakuum. Wie eine Sprecherin des UN-Sondergesandten Martti Ahtisaari bestätigte, wurden die Verhandlungen über den künftigen Status des Kosovo auf Anfang Februar verschoben. Rugova, der bei den Verhandlungen die Delegation der Kosovo-Albaner anführen sollte, war am Samstag im Alter von 61 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Er war ein Verfechter der Unabhängigkeit des Kosovo, hatte sich jedoch stets für eine friedliche Lösung des Konflikts mit Serbien eingesetzt. Beobachter befürchten, dass es einen Machtkampf um die Nachfolge Rugovas geben wird.

TEHERAN: Der Iran hat die Drohung des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac mit einem Atomwaffeneinsatz gegen Terrorstaaten scharf verurteilt. Chiracs Äußerungen spiegelten die wahren Absichten der Atommächte wider, erklärte Außenamtssprecher Hamid Resa Assefi. Israel warnte den Iran nochmals davor, Atombomben zu bauen. Verteidigungsminister Schaul Mofas sagte, sein Land werde iranische Nuklearwaffen nicht akzeptieren. Mofas kritisierte insbesondere den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. Wenn dieser weiter zur Zerstörung Israels aufrufe, könne er Leid und Zerstörung über sein eigenes Volk bringen, sagte der im Iran geborene Mofas.

BERLIN: Die Entführung der deutschen Archäologin Susanne Osthoff im Irak gibt weiter Rätsel auf. Nach Informationen des Magazins "Focus" soll Osthoff kurz nach ihrer Freilassung einen Teil des Lösegeldes bei sich gehabt haben. Mitarbeiter der deutschen Botschaft in Bagdad hätten mehrere tausend US-Dollar in den Kleidern der Archäologin gefunden. Eine Überprüfung der Seriennummern auf den Scheinen habe ergeben, dass sie aus der Lösegeldzahlung stammten, berichtet "Focus". Außenminister Frank-Walter Steinmeier soll angeordnet haben, die Angelegenheit geheim zu halten. Bisher gibt es seitens der Bundesregierung weder eine Bestätigung noch ein Dementi für eine Lösegeldzahlung.

BERLIN: Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung will Kosten der Bundeswehr in andere Haushaltsbereiche auslagern. Durch die Einsparungen der letzten Jahre sei die finanzielle Grenze im Wehr-Etat erreicht, sagte Jung der "Bild am Sonntag". Wenn die Bundeswehr jetzt zum Beispiel Erdbeben-Hilfe in Pakistan leiste, sei dies ein humanitärer Auftrag, der aus dem Gesamthaushalt bezahlt werden müsse. Das gelte auch für einen möglichen Einsatz deutscher Soldaten in der Demokratischen Republik Kongo.

STUTTGART: Im Tarifstreit mit den Arbeitgebern hat die IG Metall für Anfang März mit Warnstreiks gedroht. Im Pilotbezirk Baden-Württemberg könnten die Warnstreiks am Aschermittwoch beginnen, sagte Bezirksleiter Jörg Hofmann. Die IG Metall fordert für die 3,4 Millionen Beschäftigten der deutschen Metall- und Elektroindustrie fünf Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber lehnen dies als unbezahlbar ab.

LISSABON: In Portugal hat die Wahl eines neuen Staatspräsidenten begonnen. Als Favorit gilt der frühere Regierungschef Aníbal Cavaco Silva, der das Land von 1985 bis 1995 regiert hatte. Cavaco Silva kann nach Umfragen darauf hoffen, mit mehr als 50 Prozent der Stimmen in der ersten Runde gewählt zu werden. Er ist unter den insgesamt sechs Kandidaten der einzige aus dem Lager der rechten Mitte. Der bisherige Präsident, der Sozialist Jorge Sampaio, durfte sich nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wahl stellen.

LA PAZ: Als erster indianischer Präsident Boliviens legt der Sozialist Evo Morales an diesem Sonntag seinen Amtseid ab. Der 46-Jährige vom Indio-Volk der Aymara hatte die Präsidentschaftswahl im Dezember klar gewonnen. Zur Amtseinführung von Morales werden zahlreiche lateinamerikanische Präsidenten in La Paz erwartet, darunter der kubanische Staatschef Fidel Castro.

NEW YORK: UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die Palästinenser aufgerufen, sich an der Parlamentswahl am Mittwoch zu beteiligen. Die Wahl sei ein wichtiger Meilenstein in der langen und schwierigen palästinensischen Geschichte, heißt es in einer Erklärung Annans. Er hoffe, die Abstimmung werde den Weg in eine friedlichere Zukunft bahnen.

PEKING: Der saudiarabische König Abdullah ist zu einem Besuch in China eingetroffen. Es ist der erste Besuch eines saudiarabischen Königs in China seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Jahr 1990. Für Montag ist ein Treffen mit Chinas Präsident Hu Jintao geplant. Das rasante Wirtschaftswachstum in China treibt den Energiebedarf des Landes ständig nach oben. 2005 importierte China mehr als 20 Millionen Tonnen Öl aus Saudi-Arabien, dem weltweit größten Ölexporteur.

WIEN: Eine vor fast drei Jahren aus dem Kunsthistorischen Museum in Wien gestohlene Skulptur des Renaissance-Künstlers Benvenuto Cellini ist wieder aufgetaucht. Wie das österreichische Innenministerium mitteilte, wurde die so genannte 'Saliera' in einem Waldgebiet gefunden. Zuvor hatte sich ein Verdächtiger der Polizei gestellt. Bei der 'Saliera' handelt es sich um ein Salzfässchen aus Gold, dessen Wert auf 50 Millionen Euro geschätzt wird. Es wurde von dem Florentiner Künstler Cellini zwischen 1540 und 1543 geschaffen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Süden überwiegend starke Bewölkung, sonst wechselnd wolkig mit Aufheiterungen. Vor allem im Osten wird es deutlich kälter. Höchsttemperaturen zwischen minus 13 und plus vier Grad.

Am Vormittag meldeten:

Hamburg: minus 6 Grad, fast wolkenlos;
Berlin: minus 13 Grad, fast wolkenlos;
Dresden: minus 13 Grad, leichter Schneefall;
Köln/Bonn: plus 2 Grad, nach Regen;
Frankfurt am Main: 2 Grad, stark bewölkt und
München: 1 Grad, bedeckt.

  • Datum 22.01.2006
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