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Nachrichten

Sonntag 21. September 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

ISLAMABAD: Pakistans Präsident Asif Ali Zardari hat nach dem schweren Bombenanschlag in der Hauptstadt Islamabad einen verstärkten Kampf gegen den Terror angekündigt. Er sei entschlossen, das Land vom "Krebsgeschwür" des Terrorismus zu befreien, sagte Zardari in einer Fernsehansprache. Am Samstag hatte sich ein Selbstmordattentäter vor dem Marriott-Hotel in Islamabad in die Luft gesprengt. Dabei wurden nach Polizeiangaben mindestens 52 Menschen getötet und rund 260 verletzt. In Medienberichten war die Rede von mindestens 60 Toten. Unter den Verletzten sind laut Auswärtigem Amt auch sieben Deutsche. Meldungen über ein deutsches Todesopfer wurden zunächst nicht bestätigt. Kurz vor dem Anschlag hatte Zardari, der erst vor zwei Wochen zum Staatschef gewählt worden war, seine Antrittsrede im Parlament gehalten. Die Tat rief weltweit Empörung hervor. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon sprach von einem abscheulichen und erschreckenden Terrorangriff.

WASHINGTON: Die oppositionellen US-Demokraten haben angekündigt, die Regierung von Präsident George W. Bush bei der Umsetzung ihres Rettungsplans für die Finanzbranche zu unterstützen, zugleich aber auch Bedingungen dafür genannt. So müsse sichergestellt werden, dass die Regierung die Steuerzahler genau über die geplanten Maßnahmen informiere und eine entsprechende Aufsicht eingerichtet werde, sagte die demokratische Präsidentin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Dabei müssten auch die Interessen der durch die Immobilienkrise in Bedrängnis geratenen Hausbesitzer berücksichtigt werden. Das vom US-Finanzministerium geplante Programm zur Übernahme fauler Kredite und riskanter Wertpapiere soll einen Umfang von 700 Milliarden Dollar haben. Es muss noch vom Kongress gebilligt werden.

JERUSALEM: Der durch Korruptionsaffären unter Druck geratene israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat das Kabinett in Jerusalem über seinen geplanten Rücktritt informiert. Ob er Staatspräsident Schimon Peres noch an diesem Sonntag ein formelles Rücktrittsgesuch überreichen will, ist unklar. Danach wäre der Weg frei für einen Regierungsauftrag an die bisherige Außenministerin Zipi Livni. Die Mitglieder der Regierungspartei Kadima hatten die 50-jährige Politikerin vor einigen Tagen zur neuen Vorsitzenden gewählt. Livni hatte Olmert darauf zu einem raschen Rücktritt gedrängt, um ihn auch als Regierungschef ablösen zu können.

BRÜSSEL: Die Europäische Union hat den südafrikanischen Präsidenten Thabo Mbeki nach seiner Rücktrittsankündigung als "herausragenden Staatsmann" gewürdigt. In einer in Brüssel verbreiteten Erklärung hob EU-Chefdiplomat Javier Solana besonders Mbekis Engagement für andere afrikanische Länder wie den Kongo, Burundi und Simbabwe hervor. Südafrikas Demokratie habe unter Mbeki bewiesen, dass sie "einen hohen Grad der Reife" erreicht habe. Mbeki hatte seinen Rücktritt angekündigt, nachdem er im Machtkampf innerhalb der Regierungspartei Afrikanischer Nationalkongress (ANC) unterlegen war. Ihm war vorgeworfen worden, bei einem Korruptionsprozess gegen seinen parteiinternen Rivalen, ANC-Chef Jacob Zuma, die Justiz beeinflusst zu haben. Zuma, der zum linken Parteiflügel zählt, gilt seit langem als aussichtsreicher Kandidat für die Nachfolge Mbekis, dessen Amtszeit regulär im April 2009 zu Ende gegangen wäre.

MOGADISCHU: Ein Deutscher und seine somalische Ehefrau sind nach Behördenangaben im Norden von Somalia von mehreren bewaffneten Männern verschleppt worden. Das Paar sei auf dem Weg zu Verwandten gewesen. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, man bemühe sich um eine Aufklärung des Sachverhaltes und stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden.

KÖLN: Die Bundeswehr will sich stärker bei der Bekämpfung der Drogenkriminalität in Afghanistan engagieren. Das kündigte Verteidigungsminister Franz Josef Jung an. Die Drogenszene in Afghanistan unterstütze auch den Terrorismus, sagte Jung im Deutschlandfunk. Er habe den Eindruck, dass der eine oder andere Anschlag gegen die Bundeswehr auch dort seinen Hintergrund habe. Afghanistan deckt rund sieben Jahre nach dem Sturz der Taliban mit seinem Schlafmohnanbau noch immer mehr als 90 Prozent der Weltmarktnachfrage für Opium ab.

LJUBLJANA: In Slowenien sind an diesem Sonntag rund 1,7 Millionen Menschen aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Erwartet wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen der Slowenischen Demokratischen Partei (SDS) des amtierenden Ministerpräsidenten Janez Jansa und den oppositionellen Sozialdemokraten. Die ehemalige jugoslawische Republik Slowenien ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union und der NATO.

MADRID: In Nordspanien sind zwei neue Autobombenanschläge verübt worden, vermutlich von der baskischen Untergrundorganisation ETA. Bei der Explosion eines Sprengsatzes vor einer Polizeiwache in der Kleinstadt Ondarroa nahe Bilbao wurden mindestens sechs Menschen verletzt. Die zweite Bombe detonierte wenige Stunden zuvor in Vitoria, der Hauptstadt des spanischen Baskenlands. Dabei wurde niemand verletzt. Nach Polizeiangaben hatte ein anonymer Anrufer im Namen der ETA vor dem Sprengsatz gewarnt. Die ETA kämpft seit fast 40 Jahren gewaltsam für die Unabhängigkeit des Baskenlandes.

PEKING: Aus China werden zwei schwere Unglücke mit zahlreichen Toten gemeldet. In der Stadt Shenzen in der Nähe von Hongkong kamen nach einem Bericht der amtlichen Agentur Xinhua bei einem Brand in einem Nachtclub 43 Menschen ums Leben. Mindestens 88 Menschen seien verletzt worden. Die Brandursache soll ein außer Kontrolle geratenes Bühnenfeuerwerk gewesen sein. - Bei einem Unglück in einem Kohlebergwerk in der Stadt Dengfeng in Zentralchina wurden 31 Arbeiter getötet. Sie seien an einer Gasvergiftung gestorben, meldete Xinhua.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Südwesten und an der Nordsee wolkig mit Aufheiterungen. Sonst stark bewölkt, gebietsweise Regen. Höchstwerte zwischen 13 und 18 Grad.

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