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Nachrichten

Sonntag, 20. Mai 2007

Hier finden Sie die 13-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag

KABUL: In Afghanistan hat sich einen Tag nach dem Selbstmordanschlag auf deutsche Soldaten wieder ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Er zündete den Sprengsatz auf einem Markt der Stadt Gardez im Osten des Landes. Mindestens 14 Menschen wurden nach offiziellen Angaben getötet und mehr als 30 verletzt. Bei dem Anschlag am Samstag in Kundus waren drei Bundeswehr-Soldaten und sieben Einheimische getötet worden. Die radikal-islamischen Taliban-Milizen bekannten sich zu der Tat. Die Bundesregierung bekräftigte, die deutschen Soldaten würden trotz des Anschlags nicht abgezogen, sondern würden weiter den Wiederaufbau Afghanistans unterstützen. - Die fünf bei dem Anschlag in Kundus verletzten deutschen Soldaten sollen noch heute nach Deutschland ausgeflogen werden.

SYDNEY: Der australische Guantanamo-Häftling David Hicks ist in seine Heimat zurückgekehrt. In einem Gefängnis der Stadt Adelaide muss er den Rest seiner siebenjährigen Haftstrafe noch absitzen. Erwartet wird, dass er bereits zum Jahresende freikommt, da ein US-Militärgericht im März die Strafe zur Bewährung ausgesetzt hatte. Hicks, der fünf Jahre in Guantanamo inhaftiert war, hatte sich vor dem Militärgericht schuldig bekannt, den Kampf der El Kaida in Afghanistan aktiv unterstützt zu haben. Er war dort Ende 2001 von US-Truppen festgenommen worden.

TEL AVIV: Im Nahen Osten spitzt sich die Lage weiter zu. Israels Regierungschef Ehud Olmert drohte mit einer Ausweitung der Militäraktion im Gazsstreifen, sollte es weitere palästinensische Raktenangriffe auf den Süden Israels geben. Für die Region wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Die Armee übernimmt für 48 Stunden die Kontrolle über alle öffentlichen und zivilen Einrichtungen in Südisrael. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad ihrerseits drohte mit neuen Selbstmordanschlägen, falls die israelische Armee in den Gaza-Streifen einmarschieren sollte. Bei neuen Angriffen der Luftwaffe auf Ziele in dem Autonomiegebiet wurden mindestens drei Palästinenser getötet.

ANKARA: In der Türkei haben auch an diesem Sonntag wieder tausende Menschen gegen eine befürchtete Islamisierung des Landes protestiert. In der Schwarzmeer-Stadt Samsun verlangten die Demonstranten die Beibehaltung der Trennung von Staat und Religion. In den vergangenen Wochen hatte es ähnliche Proteste in Ankara, Istanbul und Izmir gegeben. Ende Juli wird in der Türkei ein neues Parlament gewählt. Nach Umfragen kann die islamisch-konservative AKP-Partei von Regierungschef Recep Tayyip Erdogan mit deutlichen Stimmzuwächsen rechnen. Auslöser der Proteste war im April die umstrittene Nominierung von Außenminister Abdullah Gül zum Präsidentschaftskandidaten. Er gehört auch zur AKP.

BUKAREST: Rumäniens Staatspräsident Traian Basescu kann im Amt bleiben. Bei dem gestrigen Referendum lehnten nach Angaben der Wahlkommission rund 75 Prozent der Stimmberechtigten seine Absetzung durch das Parlament ab. Dieses hatte Basescu am 19. April des Amtes enthoben, da er mit zahlreichen Maßnahmen gegen die Verfassung verstoßen haben soll. Das Verfassungsgericht hatte dem widersprochen. Da in Rumänien der Staatspräsident vom Volk gewählt wird, musste dieses nun entscheiden. Die Beteiligung bei dem Referendum lag bei unter 44 Prozent. Ministerpräsident Calin Tariceanu, einer der entschiedensten Gegner des Präsidenten, hatte gestern nach den ersten Hochrechnungen angekündigt, er werde die Entscheidung des Volkes respektieren und mit Basescu zusammenarbeiten.

BERLIN: Bundespräsident Horst Köhler reist an diesem Sonntag für eine Woche nach Vietnam und China. Verschiedene Gruppen hatten an ihn appelliert, das Thema Menschenrechte in beiden Ländern anzusprechen. Nach Angaben von Amnesty International informierte sich Köhler vorab über die schwersten Fälle von Menschenrechtsverletzungen. Die Generalsekretärin der deutschen Sektion, Barbara Lochbihler, sagte, sie habe ihn gebeten, in China auch die mangelnde Presse- und Meinungsfreiheit anzusprechen. Vor allem vor den Olympischen Spielen 2008 in Peking sehe sie Chancen auf eine Verbesserung der Lage. Köhler will sich am Montag in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi unter anderen mit Präsident Nguyen Minh Triet treffen.

CARACAS: In der venezolanischen Hauptstadt haben Tausende von Menschen gegen die geplante Schließung des regierungs-kritischen privaten Fernsehsenders RCTV protestiert. Präsident Hugo Chavéz hatte angekündigt, die am 27. Mai auslaufende Lizenz des traditionsreichen Senders nicht zu verlängern. Er begründete das mit 'umstürzlerischen Aktivitäten'. Der Sender habe wie andere private Sender auch zu seinem Sturz im April 2002 beigetragen. RCTV hatte, statt die Demonstrationen von Chavez-Anhängern zu übertragen, Zeichentrickfilme gezeigt. Ab dem 28. Mai soll nach dem Willen der Regierung ein neuer öffentlich-rechtlicher Sender an den Start gehen.

MAINZ: In der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt haben die EU-Agrarminister dreitägige Beratungen aufgenommen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Globalisierung und die zunehmende Verstädterung in zahlreichen Ländern der Welt. Unter Vorsitz von Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer soll erörtert werden, welche Folgen dies für die ländlichen Gebiete und die Agrarpolitik der EU in den kommenden Jahren haben könnte. In einer weiteren Ministerrunde beraten in Eltville im Rheingau die Ressortchefs für Inneres über die Ziele der künftigen EU-Innenpolitik vom Jahr 2010 an. Hintergrund hier ist das Auslaufen des so genannten Haager Programms, das die gemeinsame EU-Innenpolitik bis 2009 regelt.

HAMBURG: Die Bundesregierung will die berufliche Bildung in Deutschland neu ordnen. Nach Plänen von Bildungsministerin Annette Schavan soll die Zahl der anerkannten Lehrberufe auf 50 bis maximal 100 reduziert werden. Die derzeit 350 Ausbildungsberufe seien zu viel, sagte Schavan der 'Bild am Sonntag'. Sie sei dafür, "einzelne Berufsfelder zu bündeln", um die Zahl der Berufe wieder überschaubar zu machen. Die Berufsschulen könnten zurzeit kein optimales Angebot sicherstellen, beklagte Schavan. Welche Ausbildungsberufe im Einzelnen abgeschafft werden sollten, will die Ministerin mit Wirtschaftsverbänden und Gewerkschaften im so genannten Innovationsrat Berufliche Bildung festlegen.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Von der Eifel bis zur Ostsee einzelne Schauer und Gewitter. Im Süden und in Richtung Nordsee weiterhin oft sonnig. Tagestemperaturen zwischen 18 Grad an der Ostsee und 28 Grad von der Lausitz bis zum Neckar.

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