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Nachrichten

Sonntag, 20. Januar 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BELGRAD: In Serbien haben die Wahllokale für die Wahl eines neuen Staatsoberhaupts geöffnet. Die rund 6,7 Millionen Stimmberechtigten können sich zwischen neun Kandidaten entscheiden. Beste Aussichten werden dem Oppositionsführer und Nationalisten Tomislav Nikolic sowie dem amtierenden Präsidenten Boris Tadic eingeräumt. Die Wahl gilt als Richtungswahl. Nikolic ist für die Schaffung eines Großserbiens, das Gebiete in fast allen Nachbarstaaten einschließt, sowie gegen eine EU-Mitgliedschaft. Stattdessen will er eine engere Anbindung an Russland. Tadic dagegen steht für einen pro-europäischen Kurs. Da rein rechnerisch keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit bekommen kann, ist eine Stichwahl am 3. Februar vorgesehen.

WASHINGTON: Das Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten und der Republikaner in den USA bleibt weiter spannend. Bei der Wahl im Bundesstaat Nevada setzte sich die demokratische Senatorin Hillary Clinton durch, bei den Republikanern der Mormonenpolitiker Mitt Romney. Im Bundesstaat South Carolina siegte dagegen der republikanische Senator John McCain. Die Demokraten wählen dort erst am kommenden Samstag. Für den Nominierungsparteitag der Demokraten im August hat Clinton bislang 236 Delegiertenstimmen, ihr schärfster Mitbewerber, Barack Obama, 136 Stimmen auf sich vereinigt. Die Entscheidung, wer letztendlich für die jeweilige Partei bei der Präsidentschaftswahl am 4. November kandidiert, dürfte am 5. Februar fallen. Dann finden in 24 Staaten Vorwahlen statt.

BERLIN: Die deutsche Bundesregierung hofft, schon in Kürze das Verhältnis zu China verbessern zu können, das sich nach dem Besuch des Dalai Lama im Kanzleramt abgekühlt hatte. Man bemühe sich, an die Normalität wiederanzuknüpfen, sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Gernot Erler, dem Berliner "Tagesspiegel am Sonntag", im Vorfeld des Außenministertreffens mit den Vetomächten zum Iran-Konflikt. "Wünschenswert" sei eine bilaterale Begegnung der Außenminister Chinas und Deutschlands, Yang Jiechi und Frank-Walter Steinmeier, am Rande dieser Berliner Konferenz, so Erler. Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet von einer zweimonatigen Geheimdiplomatie des Auswärtigen Amts, um die Eiszeit zwischen Berlin und Peking zu beenden. --- Bundesumweltminister Sigmar Gabriel will noch Ende Februar nach Peking und Kanton reisen.

NAIROBI: Im Slumviertel Mathare der kenianischen Hauptstadt Nairobi ist es nach Augenzeugenberichten in der Nacht zum Sonntag zu ethnischen Auseinandersetzungen gekommen. Mitglieder des Kikuyu- und des Luo-Stammes hätten sich gegenseitig gejagt. Mindestens ein Mensch sei getötet worden. Präsident Mwai Kibaki ist Kikuyu, Oppositionschef Raila Odinga Luo. Nach Angaben von EU-Entwicklungskommissar Louis Michel erklärte sich Kibaki jetzt bereit, mit Odinga direkt über eine Lösung des Streits um den Ausgang der Präsidentenwahl zu beraten. Er habe ihm persönlich bei einem Treffen in Nairobi gesagt, er wolle Odinga bald treffen, um Frieden im Land wieder herzustellen, so Michel. Odinga lehnte bislang ein direktes Treffen immer ab und bestand auf der Anwesenheit eines Vermittlers.

HAVANNA: Auf Kuba wird an diesem Sonntag eine neue Nationalversammlung gewählt. Die acht Millionen stimmberechtigten Kubaner können dabei nur für oder gegen den Einzug aller 614 Kandidaten in das Ein-Parteien-Parlament stimmen. Die Wahl einzelner Abgeordneter ist nicht möglich. Aufgrund des Wahlsystems ist sicher, dass der erkrankte Revolutionsführer Fidel Castro, dessen Bruder und amtierender Präsident Raúl Castro sowie die gesamte Interimsführung wieder ins Parlament einziehen werden. Die Opposition kritisiert das Prozedere als eine Farce.

BERLIN: Als Konsequenz der Nokia-Schließung in Bochum hat der Vizepräsident der EU-Kommission, Günter Verheugen, staatliche Subventionen grundsätzlich in Frage gestellt. Statt privaten Unternehmen Investitionszuschüsse zu geben, sollte das Geld in Ausbildung und den Aufbau von Infrastruktur gesteckt werden, sagte Verheugen in mehreren Interviews. Hektische Standortschließungen wiesen zudem gewöhnlich auf schwere Managementfehler hin. Unternehmerische Verantwortung gebe es nicht nur gegenüber den Gewinnen der Anteilseigner, sondern auch gegenüber den Beschäftigten, sagte der EU-Industriekommissar der Deutschen Presse-Agentur.

FRANKFURT AM MAIN: Eine Woche vor der Landtagswahl in Hessen sorgt der frühere SPD-Vize und ehemalige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement für Schlagzeilen. Auslöser ist ein Beitrag für die Zeitung "Welt am Sonntag", in dem Clement indirekt davor warnt, in Hessen die sozialdemokratische Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti zu wählen. Zur Begründung führt er an, diese setze einseitig auf alternative Energien und lehne sowohl Atom- als auch neue Kohlekraftwerke ab. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hermann Scheer, der im Schattenkabinett Ypsilantis als Umweltminister vorgesehen ist, warf Clement vor, als Lobbyist für seinen neuen Arbeitgeber RWE zu agieren und forderte ihn zum Parteiaustritt auf. Die Jusos drohten mit einem Ausschlussverfahren.

BERN: Bei einer nicht genehmigten Demonstration von Gegnern des Weltwirtschaftsforums ist es in der Schweizer Bundeshauptstadt Bern zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Etwa 200 Globalisierungsgegner wurden festgenommen. Laut Polizei warfen Demonstranten Flaschen und Rauchbomben auf die Einsatzkräfte. Die Behörden hatten den Organisatoren der Kundgebung aus Angst vor Ausschreitungen eine bereits erteilte Genehmigung wieder entzogen. Das Weltwirtschaftsforum beginnt in der kommenden Woche in Davos.

ZUM SPORT: Der deutsche Tennisprofi Philipp Kohlschreiber ist bei den offenen australischen Tennismeisterschaften in Melbourne im Achtelfinale ausgeschieden. Der 24-Jährige verlor gegen den Finnen Jarkko Nieminen in vier Sätzen und verpasste damit das zweite Viertelfinale seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier. In der dritten Runde gescheitert ist die 18 Jahre alte Sabine Lisicki. Die Berlinerin musste sich Caroline Wozniacki aus Dänemark in drei Sätzen geschlagen geben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte bedeckt und teils kräftiger Regen. Nach Süden hin freundlicher. Höchstwerte zwischen fünf Grad in Vorpommern und 13 Grad am Rhein.

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