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Nachrichten

Sonntag, 20. Dezember 2009

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die harsche Kritik an den Ergebnissen des Weltklimagipfels zurückgewiesen. Kopenhagen sei ein erster Schritt hin zu einer neuen Weltklimaordnung, nicht mehr, aber auch nicht weniger, sagte Merkel der "Bild am Sonntag". Darauf müsse jetzt aufgebaut werden, und das werde Deutschland auf der Ministerkonferenz Mitte des Jahres in Bonn tun, so die CDU-Vorsitzende weiter. SPD-Chef Sigmar Gabriel forderte die Bundesregierung und die Europäische Union auf, bei ihren Versprechen zu bleiben, die CO2-Emissionen um 30 Prozent zu senken. Nur so könne die EU verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen und einen glaubhaften neuen Anlauf für ein verbindliches Klimaabkommen nehmen.

BERLIN: Zur Stabilisierung der Lage in Afghanistan schließt der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg künftig auch Verhandlungen mit gemäßigten Taliban-Milizen nicht aus. Nicht jeder Aufständische bedrohe auch die westliche Kultur, sagte er der "Welt am Sonntag". Der CSU-Minister kritisierte die Ankündigung der SPD-Führung, keiner weiteren Truppenaufstockung zuzustimmen. Zunächst müsse bei der Ende Januar in London stattfindenden Afghanistan-Konferenz über die künftige Strategie gesprochen werden, erst dann über Truppenstärken, sagte Guttenberg. Neben SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Jürgen Trittin, mehr Bundeswehrsoldaten in Afghanistan als "reine Symbolpolitik" kritisiert.

BRÜSSEL/KABUL: Die NATO hat die Regierungsbildung in Afghanistan begrüßt. Die Allianz und die von ihr geführte Schutztruppe ISAF würden das Land und seine neue Regierung unterstützen, versicherte NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung. Zugleich forderte er die Regierung in Kabul auf, stärker gegen Korruption vorzugehen. Der afghanische Präsident Hamid Karsai hatte dem Parlament zuvor sein neues Kabinett vorgestellt. Zu den 23 Nominierten zählen elf bereits amtierende Minister, darunter Verteidigungsminister Abdul Rahim Wardak. In den kommenden Tagen stimmen die Abgeordneten über die einzelnen Ressortchefs ab. - Noch nicht benannt ist der Kandidat für das Außenministerium. Er soll erst nach der internationalen Afghanistan-Konferenz im Januar in London bestimmt werden.

BAGDAD: Im Streit um ein Ölfeld in ihrem Grenzgebiet haben der Irak und der Iran ein gemeinsames Vorgehen vereinbart. Die Nachbarstaaten wollten die Grenzziehung in der Region gemeinsam festlegen, teilte der Irak mit. Die Regierung in Bagdad hatte zuvor den iranischen Botschafter einbestellt, um gegen eine Besetzung des Ölfeldes durch iranische Soldaten zu protestieren. Der Iran hatte den Vorwurf der Besetzung fremden Territoriums zurückgewiesen. --Iran und Irak haben von 1980 bis 1988 Krieg gegeneinander geführt. Seit dem Sturz des irakischen Diktators Saddam Hussein hat sich das Verhältnis allerdings verbessert.

TEHERAN: Der prominenteste regierungskritische Geistliche des Irans, Ayatollah Hossein Ali Montaseri, ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Montaseri zählte zu den Anführern der Islamischen Revolution, die 1979 den mit dem Westen verbündeten Schah stürzte. Er distanzierte sich dann jedoch von der neuen politischen Führung. Der erzkonservativen Regierung unter Präsident Mahmud Ahmadinedschad warf Montaseri wiederholt Diktatur im Namen des Islams vor.

DAMASKUS: Syrien und Libanon wollen ihre angespannten Beziehungen verbessern. Es gehe darum neue Perspektiven zu eröffnen, erklärten Syriens Präsident Baschar el Assad und der libanesische Regierungschef Saad Hariri bei einem Treffen in Damaskus. Der zweitägige Besuch Hariris in der syrischen Hauptstadt ist der erste in seiner Amtszeit als Ministerpräsident. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern sind seit der Ermordung von Hariris Vater, dem früheren libanesischen Regierungschef Rafik Hariri, im Jahr 2005 gespannt. Syrien wird eine Verwicklung in die Ermordung des pro-westlichen Politikers vorgeworfen. Die syrische Regierung bestreitet die Vorwürfe, sah sich aber nach dem Attentat gezwungen, ihre Truppen aus dem Libanon abzuziehen.

STOCKHOLM: Die schwedische EU-Ratspräsidentschaft hat den serbischen Präsidenten Boris Tadic eingeladen, nächste Woche offiziell die Kandidatur seines Landes für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union einzureichen. Das teilte der schwedische Außenminister Carl Bildt mit. Tadic werde vom EU-Ratspräsidenten und schwedischen Ministerpräsidenten Fredrik Reinfeldt empfangen. Auch EU-Erweiterungskommissar Olli Rehn werde anwesend sein.--Die EU-Außenminister hatten zuvor grünes Licht für die Annäherung Serbiens an die Union gegeben. Ausschlaggebend war eine Stellungnahme des UN-Kriegsverbrechertribunals in Den Haag. Die Richter hatten bestätigt, dass die serbische Regierung mit dem Tribunal kooperiere.

ANKARA: Die Türkei hat die Europäische Union aufgefordert, auch für ihre Bürger die Visumspflicht aufzuheben. Es sei inakzeptabel, dass die Visumspflicht für bestimmte Balkan-Länder aufgehoben worden sei, kritisierte der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu. Diese Länder seien auf dem Weg zu einer EU-Mitgliedschaft längst nicht so weit wie die Türkei. Davutoglu reagierte damit auf die seit Samstag bestehende Visafreiheit für Bürger aus Serbien, Montenegro und Mazedonien bei Reisen in den sogenannten Schengen-Raum. Er umfasst fast alle EU-Staaten sowie Island, Norwegen und die Schweiz.

PHNOM PENH: Ungeachtet der Appelle der Vereinten Nationen und von Menschenrechtsgruppen hat Kambodscha eine Gruppe uigurischer Flüchtlinge nach China zurückgeschickt. Nach Angaben des Innenministeriums in Phnom Penh wurden die 20 Uiguren in eine von Peking bereitgestellte Sondermaschine gesetzt. Die chinesische Regierung hatte jüngst ihren Druck auf die politische Führung in Kambodscha verstärkt. Die Angehörigen der muslimischen Minderheit waren nach den Unruhen in der Provinz Xinjiang im Nordwesten Chinas aus ihrer Heimat geflohen. Bei den Ausschreitungen nach dem Tod zweier Uiguren wurden im Juli offiziellen Angaben zufolge fast 200 Menschen getötet.

PARIS/LONDON: Nach der kältebedingten Pannenserie beim Eurostar bleibt der Ärmelkanal-Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien für den Zugreiseverkehr bis auf weiteres gesperrt. Mitten im Weihnachtsverkehr werde es lediglich Testfahrten durch den Tunnel geben, um die technischen Probleme weiter zu untersuchen, teilte der Betreiber Eurostar in London mit. In der Nacht zuvor waren mehr als 2.000 Passagiere im Eurotunnel gestrandet, weil die Elektronik der Hochgeschwindigkeitszüge dem großen Temperaturunterschied innerhalb und außerhalb des Tunnels nicht gewachsen war. --Den Eurotunnel unter dem Ärmelkanal nutzen täglich fast 50.000 Menschen.

WASHINGTON: Die heftigsten Schneestürme seit Jahren haben weite Teile des Nordostens der USA lahmgelegt. In der Hauptstadt Washington sowie den umliegenden Bundesstaaten liegt der Schnee teils einen Meter hoch. Am schlimmsten betroffen ist der Bundesstaat Virginia. Dort waren hunderte Autofahrer auf eingeschneiten Straßen eingeschlossen, drei Menschen starben bei Unfällen. Der öffentliche Verkehr ist ebenfalls stark beeinträchtigt. In Washington schloss der nationale Flughafen, alle oberirdischen U-Bahn-Linien und alle Busverbindungen wurden eingestellt. In den Metropolen Baltimore und Philadelphia sorgte das Schneechaos auch dafür, dass am viel versprechendsten Einkaufstag vor dem Weihnachtsfest die meisten Geschäfte geschlossen blieben.

ZUM FUSSBALL: Bayer Leverkusen ist "Herbstmeister" der Fußball-Bundesliga. Das Team von Trainer Jupp Heynckes gewann gegen Borussia Mönchengladbach mit 3:2. Bayern München schlug das Schlusslicht Hertha BSC mit 5:2. Die restlichen Ergebnisse:

Borussia Dortmund - SC Freiburg: 1:0
Hannover 96 - VFL Bochum: 2:3
Eintracht Frankfurt - VFL Wolfsburg: 2:2
VFB Stuttgart - 1899 Hoffenheim 3:1

Bereits am Freitag hatte Schalke 04 den FSV Mainz 05 mit 1:0 besiegt.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Meist wolkig und von Westen her teilweise kräftiger Schneefall, im Osten und Südosten noch Auflockerungen. Höchstwerte minus zehn bis null Grad.

Zuletzt meldeten:

Hamburg: minus 10°, etwas Schnee
Berlin: minus 14°, dunstig
Dresden: minus 16°, leicht bewölkt
Köln/Bonn: minus 9°, bedeckt
Frankfurt am Main: minus 13°, wolkig
München: minus 14°, nach Schneefall

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