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Nachrichten

Sonntag, 2. November 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

RIAD: Um eine weitere Ausbreitung der weltweiten Finanzkrise zu verhindern, braucht der Internationale Währungsfonds nach den Worten des britischen Premierministers Gordon Brown zusätzliche hunderte Milliarden Dollar. Nur so könnten vor dem Bankrott stehende Volkswirtschaften gerettet werden, betonte Brown in der saudischen Hauptstadt Riad, der ersten Station seiner Golf-Staaten-Reise. Der Premier will die ölproduzierenden Länder dazu bewegen, Geld in einen vom IWF verwalteten Fonds einzuzahlen. In den vergangenen Jahren hätten diese Staaten großen Profit aus den gestiegenen Ölpreisen erwirtschaftet und seien deshalb jetzt in der Verantwortung, sagte Brown. - Wegen der Finanzkrise haben bisher vor allem Island, die Ukraine und Ungarn Milliardenhilfen vom IWF erhalten. Auch Pakistan steht vor einem finanziellen Kollaps.

MOSKAU: Der libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi hat seinen ersten Besuch in Moskau seit 23 Jahren als neuen Impuls für engere Beziehungen mit Russland bezeichnet. "Besonders aktuell" sei eine Kooperation auf dem Energiesektor, sagte Gaddafi bei einem Treffen mit Kremlchef Dmitri Medwedew. Der Staatskonzern Gazprom und die nationale libysche Ölgesellschaft NOC haben bereits die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens vereinbart. Medwedew und Gaddafi sprachen auch über eine mögliche Kooperation beim Bau eines Atomkraftwerks in Libyen. Außenminister Sergej Lawrow bestätigte Gespräche über mögliche Waffenkäufe Libyens. Die Zeitung "Iswestja" meldet, Libyen wolle Kampfjets, Panzer, Hubschrauber und U-Boote im Wert von 1,6 Milliarden Euro bestellen.

JOHANNESBURG: Die südafrikanische Regierungspartei ANC steht vor der Zerreißprobe. Viele frühere ANC-Mitglieder, die loyal zu dem im September zurückgetretenen Präsidenten Thabo Mbeki stehen, kündigten die Gründung einer neuen Partei an. Ziel sei die Teilnahme an den Wahlen im nächsten Jahr. Der Schritt könnte die politische Landschaft des Landes dramatisch verändern. Die neue Partei soll am 16. Dezember offiziell in Bloemfontein gegründet werden. Der knapp 100-jährige ANC wird von einem Machtkampf zwischen den Anhängern von Parteichef Jacob Zuma und Mbeki erschüttert.

LUSAKA: Bei der Präsidentschaftswahl in Sambia zeichnet sich ein knapper Sieg des Übergangspräsidenten Rupiah Banda ab. Nach Auszählung fast aller Wahlkreise komme Banda auf 40 Prozent der Stimmen, teilte die Wahlkommission mit. Oppositionsführer Michael Sata, der in ersten Teilergebnissen noch deutlich in Führung lag, erhält danach etwa 38 Prozent. Die Oppostion wirft Banda Wahlbetrug vor und fordert eine Neuauszählung. Wahlbeobachter der 'Südafrikanischen Entwicklungsgemeinschaft' bezeichneten die Wahl allerdings als frei und fair.

ISLAMABAD: Bei einem Selbstmordanschlag auf einen Armeeposten im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan sind mindestens acht pakistanische Soldaten getötet worden. Nach offiziellen Angaben raste der Attentäter mit seinem mit Sprengstoff beladenen Fahrzeug in einen Kontrollposten in der Nähe von Wana, der wichtigsten Stadt Süd-Waziristans. Diese Region ist als Zufluchtsort für die radikalislamischen Taliban und Kämpfer des Terrornetzwerks El Kaida bekannt.

DIYARBAKIR: Bei Demonstrationen gegen einen Besuch von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ist es im Südosten der Türkei zu Zusammenstößen zwischen Polizisten und kurdischen Demonstranten gekommen. In der Stadt Van setzten Polizisten Tränengas ein und gaben Warnschüsse ab, um die Menge aufzulösen. Die Demonstranten hatten Steine und Molotowcocktails auf die Polizisten geworfen. Bei den Unruhen wurden mehrere Beamte und Demonstranten verletzt. In Diyarbakir forderten 4.000 kurdische Demonstranten die Regierung auf, Verhandlungen mit den kurdischen Rebellen aufzunehmen.

STUTTGART: Nach etlichen anderen Autobauern drosselt nun auch der Sportwagenhersteller Porsche die Produktion. Das Werk in Stuttgart bleibe vom 22. Dezember bis zum 9. Januar geschlossen, erklärte ein Unternehmenssprecher. Zugleich bestätigte er, dass der Konzern seinen Anteil an Volkswagen im nächsten Jahr auf 75 Prozent aufstocken wolle. Auf seinem Weg zur Übernahme der Mehrheit von VW hatte Porsche vor einigen Tagen seinen Anteil am Wolfsburger Autobauer auf knapp 43 Prozent ausgeweitet.

SEATTLE: Der Tarifkonflikt beim US-Flugzeugbauer Boeing ist beendet. Die Mitglieder der Mechaniker-Gewerkschaft IAM stimmten dem Angebot des Konzerns mehrheitlich zu. Damit ist der längste Streik beim Airbus Konkurrenten seit 13 Jahren beendet. Das Boeing-Angebot sieht unter anderem Arbeitsplatzgarantien sowie eine begrenzte Vergabe von Aufträgen an Subunternehmer vor. Die Mechaniker befanden sich seit dem 6. September im Ausstand. Pro Tag musste der Flugzeugbauer Umsatzeinbußen von rund 100 Millionen Dollar hinnehmen.

SEOUL: Nach weiteren Spekulationen über den Gesundheitszustand des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Il haben die staatlich kontrollierten Medien des Landes erneut Bilder von ihm während eines Auftritts veröffentlicht. Der 66-jährige Kim habe sich ein Fußballspiel zwischen zwei Armee-Mannschaften angeschaut, berichtete die Nachrichtenagentur KCNA, die auch ein Bild des Machthabers publizierte. Nach Angaben des südkoreanischen Geheimdienstes hat Kim Mitte August einen Schlaganfall erlitten.

DARMSTADT: Der österreichische Schriftsteller Josef Winkler ist mit dem renommierten Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet worden. Der 55-Jährige habe mit 'unerhörter Radikalität die Katastrophen seiner katholischen Dorf-Kindheit in Prosa von dunkler Schönheit verwandelt', erklärte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung. Der mit 40.000 Euro dotierte Büchner-Preis ist die bedeutendste Literaturauszeichnung in Deutschland.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viele Wolken, vor allem im Norden und Westen vereinzelt Regen. An den Alpen und am Nordrand der Mittelgebirge längere Aufheiterungen. Höchstwerte acht bis 17 Grad.

Am Morgen meldeten:

Hamburg: 6 Grad, stark bewölkt;
Berlin: 4 Grad, bedeckt;
Dresden: 4 Grad, Nebel;
Köln/Bonn: 10 Grad, wolkig;
Frankfurt am Main: 8 Grad, wolkenlos und
München: 7 Grad, leicht bewölkt.

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