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Nachrichten

Sonntag, 2. Juli 2006

Hier finden Sie die 10-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag.

GAZA-STADT: Nach dem israelischen Luftangriff auf seinen Amtssitz hat der palästinensische Regierungschef Ismail Hanija die internationale Gemeinschaft zum Einschreiten gegen die israelischen Militäraktionen aufgerufen. Der Beschuss seines Büros in Gaza sei ein Angriff auf ein Symbol der Autonomiebehörde. Israelische Kampfhubschrauber hatten Hanijas Amtssitz in Brand geschossen. Der Hamas-Politiker war nicht in dem Gebäude in Gaza-Stadt. Bei weiteren israelischen Angriffen wurde ein Hamas-Aktivist getötet, mehrere Menschen wurden verletzt. Israel hatte die Militäraktion nach der Entführung eines Soldaten vor einer Woche begonnen.

BAGDAD: Im Irak dauern die Gewaltakte an. Im Zentrum Bagdads wurden bei einem neuen Autobombenanschlag mindestens zwei Zivilisten getötet und mehrere weitere verletzt, wie die Sicherheitskräfte mitteilten. Erst am Samstag waren bei einem verheerenden Bombenanschlag in der Nähe eines Marktes im Stadteil Sadr City mindestens 66 Menschen getötet und mehr als 100 verletzt worden. Eine bislang unbekannte sunnitische Gruppe hatte sich zu dem Blutbad in dem Bagdader Stadtteil bekannt, der eine Hochburg der Miliz des radikalen schiitischen Geistlichen Moktada el-Sadr ist. Die Extremisten drohten im Internet mit weiterer Gewalt.

KABUL/LONDON: Bei einem Angriff in Afghanistan auf einen Stützpunkt der Internationalen Schutztruppe -ISAF- sind zwei britische Soldaten getötet worden. Ein Armeesprecher erklärte, der Anschlag sei in der Provinz Helmand verübt worden. Wenige Stunden zuvor hatte sich das britische Parlament zunehmend besorgt über die Sicherheitslage in Afghanistan geäußert. In einem Bericht heißt es, es gebe Anzeichen, dass die von Aufständischen im Irak eingesetzen Taktiken nun auch in Afghanistan angewendet würden. Ähnlich hatte sich zuvor auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung geäußert. In diesem Jahr habe es bereits so viele Anschläge auf deutsche Soldaten gegeben, wie im gesamten vergangenen Jahr, sagte Jung weiter.

DUBAI: Einen Tag nach der Veröffentlichung einer Internet-Botschaft des Terroristenführers Osama bin Laden hat sich der El Kaida-Chef mit neuen Drohungen gegen die irakischen Schiiten und die USA zu Wort gemeldet. Den Schiiten warf er Völkermord an den Sunniten vor und drohte mit Vergeltung. Ministerpräsident Nuri el Maliki und seine schiitischen Regierungsmitglieder bezeichnete bin Laden als Verbrecher, da sie gemeinsam mit den USA agierten. Die Tonband- Aufnahme wurde vom arabischen Nachrichtensender Al Dschasira verbreitet. Der Terroristen-Chef wandte sich auch an die Bevölkerung in Somalia. Er rief die Menschen dort auf, die militanten Moslem-Gruppen zu unterstützen, die seit Juni weite Teile des Landes am Horn von Afrika kontrollieren.

BERLIN: Verteidigungsminister Franz Josef Jung reist zu einem dreitägigen Besuch in den Kongo und nach Gabun. In beide Länder werden derzeit deutsche Soldaten verlegt, um als Teil einer Truppe der Europäischen Union Ende Juli die ersten freien Wahlen im Kongo seit Jahrzehnten abzusichern. Jung will in den Hauptstädten Kinshasa und Libreville die Standorte besichtigen und politische Gespräche führen. Der Kongo-Einsatz gilt als riskant und ist in Deutschland
trotz der deutlichen Zustimmung des Bundestages umstritten.

BERLIN: Die Spitzen von CDU/CSU und SPD kommen an diesem Sonntag zur möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde über die Gesundheitsreform zusammen. Nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel zuletzt baldige Steuererhöhungen für das neue Gesundheitssystem abgelehnt hatte, ist die Frage der künftigen Finanzierung weiter offen. Strittig ist auch die Einbeziehung der privaten Kassen, mögliche Maßnahmen gegen das Finanzloch von geschätzten sieben Milliarden Euro der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2007 und die Gestaltung des geplanten Fondsmodells.

DÜSSELDORF: Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat die deutsche Gesellschaft aufgefordert, für eine erfolgreiche Integration von Zuwanderern zu sorgen. Aus demografischen Gründen drohe in der Bundesrepublik bis 2050 ein Rückgang von zehn Millionen Erwerbstätigen, sagte Hundt in einem Interview der 'Wirtschaftswoche'. Die Wirtschaft sei daher auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen - gleich welcher Herkunft. Auch sei es ein Irrglaube anzunehmen, dass die Abschottung des Arbeitsmarktes gegen ausländische Fachkräfte zu mehr Stellen für Einheimische führe, so Hundt weiter.

CAPE CANAVERAL: Die US-Raumfähre Discovery soll an diesem Sonntag einen neuen Startversuch zur Internationalen Raumstation -ISS- unternehmen. Gestern hatten drohende Gewitter den Start des Space Shuttles vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral verhindert. Die sieben Astronauten, unter ihnen der Deutsche Thomas Reiter, saßen bereits angeschnallt in ihren Sitzen. Die Discovery soll unter anderem rund 14 Tonnen Ausrüstung und Nachschub zur Raumstation bringen.

ZUR FUßBALL-WELTMEISTERSCHAFT: Frankreich hat Titelfavorit Brasilien mit einem 1 : 0-Sieg aus dem WM-Turnier geworfen und steht im Halbfinale. Dort trifft der ehemalige Welt- und Europameister auf Portugal, das England nach Elfmeterschießen mit 3 : 1 bezwang. Reguläre Spielzeit und Verlängerung hatten 0 : 0 unentschieden geendet. Für das zweite Halbfinalspiel hatten sich bereits Deutschland und Italien qualifiziert.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Viel Sonne. Im Südosten Quellwolken, aber auch dort trocken. Tageshöchstwerte von 27 bis 32 Grad. An den Küsten etwas kühler.

Am Vormittag meldeten bei weitgehend wolkenlosem Himmel:

Hamburg und Berlin: 22 Grad;
Dresden: 21 Grad;
Köln/Bonn: 23 Grad;
Frankfurt am Main: 22 Grad und
München: 18 Grad.

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