1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Sonntag, 2. Dezember 2007

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die 11-Uhr Nachrichten der Deutschen Welle vom Sonntag- als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

MOSKAU: In Russland wird ein neues Parlament gewählt. Wegen der unterschiedlichen Zeitzonen waren zunächst nur die Wähler im fernen Osten des Landes aufgerufen, zur Abstimmung zu gehen. Inzwischen wird auch im Westen Russlands gewählt. Die Partei 'Geeintes Russland' mit Präsident Wladimir Putin als Spitzenkandidat kann mit einer überwältigenden Mehrheit rechnen. Umfragen sehen von den elf zugelassenen Parteien außerdem nur noch die Kommunistische Partei mit Sicherheit in der neuen Duma vertreten. Die Opposition hat eine monatelange Unterdrückung und Benachteiligung durch Sicherheitsbehörden und Medien beklagt. Putin hatte mit scharfen Angriffen auf den Westen versucht, seine Anhängerschaft zu mobilisieren.

BERLIN: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Umgang der russischen Führung mit Oppositionellen im Vorfeld der Parlamentswahl kritisiert. Dem Deutschlandfunk sagte sie, sie bedauere es, dass Bürgerrechtler sich nicht frei hätten äußern dürfen. Schade sei auch, dass die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa keine Wahlbeobachter entsende. Sie habe mit Präsident Wladimir Putin mehrfach darüber diskutiert, er müsse keine Sorge davor haben, Menschenrechtspolitik zu betreiben und unterschiedliche Parteien zuzulassen. Es müsse aber, so Merkel, hier noch viel argumentiert werden. Man sei zwar in dieser Welt aufeinander angewiesen; Kritik an Dingen, die man anders sehe, müsse jedoch erlaubt sein.

PEKING: Im Streit über Rechte an Erdgas-Vorräten unter der Ost-Timor-See haben China und Japan trotz der jüngst verbesserten Beziehungen noch keinerlei Annäherung erzielt. Gespräche einer japanischen Delegation von sechs Ministern mit ihren chinesischen Kollegen brachten nach Angaben beider Seiten aber Fortschritte. Unter anderem kam man überein, bei der Schaffung einer regionalen Freihandelszone zu kooperieren. Für den noch im Dezember oder Anfang 2008 geplanten Besuch von Staats- und Parteichef Hu Jintao in Tokio schlug die japanische Delegation Anfang April vor. Es wäre die erste Reise eines chinesischen Staatsoberhauptes nach Japan nach zehnjähriger Unterbrechung.

BERLIN: Kanzlerin Angela Merkel sieht in dem Empfang des Dalai Lama weiter keinen Fehler. Dem Deutschlandfunk sagte sie, die Bundesregierung unterstütze die Ein-China-Politik der chinesischen Führung. Der Dalai Lama wolle lediglich eine kulturelle Unabhängigkeit und keine politische. Man wolle Freundschaft mit der Volksrepublik, diese müsse aber auch unterschiedliche Ansichten zulassen. Nach dem Empfang im September hatte die chinesische Seite verstimmt reagiert. Mehrere Termine wurden abgesagt oder verschoben. Zuletzt hatte Regierungschef Wen Jiabao am Mittwoch die Kanzlerin erneut aufgerufen einzugestehen, dass sie einen Fehler gemacht habe.

HANNOVER: Die Christdemokraten treffen sich an diesem Sonntag in Hannover zu ihrem diesjährigen Parteitag. Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel bezeichnete in einem Interview den Parteitag als -so wörtlich- ersten Aufgalopp für die im kommenden Jahr anstehenden Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg. In Hannover werde man noch einmal die Grundwerte der Christdemokraten - Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität - verdeutlichen. Lebhafte Diskussionen erwarte sie bei den Themen Familien- und Schulpolitik.

POTSDAM: Innenminister Wolfgang Schäuble sieht bei der grenzüberschreitenden Bekämpfung des internationalen Terrorismus weiterhin Handlungsbedarf. Bei der Beurteilung der Gefahren gebe es mit den europäischen Staaten und den USA ein großes Maß an Übereinstimmung. Bei der Art der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus seien die bisherigen Antworten nicht in jeder Beziehung ausreichend, sagte Schäuble im brandenburgischen Werder bei einer Tagung zur vorbeugenden Bekämpfung des Terrorismus. Der Innenminister hatte dazu fünf europäische Kollegen und US- Heimatminister Michael Chertoff eingeladen. Mit Wissenschaftlern wurde bei der zweitägigen Veranstaltung die langfristige Weiterentwicklung einer vorbeugenden und abgestimmten Bekämpfung des internationalen Terrorismus beraten.

JAKARTA: Einen Tag vor Beginn der UN-Klimakonferenz im indonesischen Bali haben die Vereinten Nationen ein entschlossenes Vorgehen der 190 teilnehmenden Staaten angemahnt. Viele Folgen des Klimawandels seien bereits zu spüren, sagte der Chef des UN-Klimasekretariats, Yvo de Boer. Auf Bali erwartet werden mehrere tausend Delegierte, darunter hochrangige Regierungsvertreter, und zum Abschluss der bis zum 14. Dezember dauernden Gespräche die Umweltminister der beteiligten Staaten. Ziel der Konferenz ist es, Verhandlungen über einen breit angelegten Klima-Vertrag zu eröffnen, der das 2012 auslaufende Kyoto-Abkommen ablösen soll.

JOHANNESBURG: In Südafrika hat der ehemalige Präsident Nelson Mandela dazu aufgerufen, offen über Aids zu sprechen. Bei einem internationalen Popkonzert am Welt-Aids-Tag warnte Mandela zugleich vor beschönigenden Bilanzen und Statistiken. Auch wenn immer mehr Aids-Kranken eine Behandlung ermöglicht werde, dürfe man nicht die große Zahl von Neuinfektionen übersehen. Vor 50.000 Menschen forderte er ehrgeizige Pläne, um den Zyklus neuer Infektionen durch das HI-Virus zu durchbrechen. Allein in Südafrika ist nach Schätzungen jeder Neunte infiziert, insgesamt etwa 5,4 Millionen Menschen.

MAINZ/MARBURG: Die diesjährigen Spendenaktionen der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland sind mit Gottesdiensten gestartet worden. Die katholische Aktion 'Adveniat' stellt die Notsituation der indianischen Bevölkerung in Lateinamerika in den Mittelpunkt, die evangelische Aktion 'Brot für die Welt' sammelt für Kleinbauern in Entwicklungsländern. Unterstützt werden soll unter anderem ein Selbsthilfenetzwerk von Kleinbauern in Mittelamerika. Am Gottesdienst der katholischen Kirche im Mainzer Dom nehmen neben dem Vorsitzenden der deutschen Bischofskonferenz, Karl Kardinal Lehmann, auch Bundespräsident Horst Köhler und Gäste aus Lateinamerika teil. Der zentrale Festgottesdienst der Evangelischen Kirche in Deutschland findet in Marburg statt.

BERLIN: Das rumänische Abtreibungs-Drama 'Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage' ist mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet worden. Für Regisseur Cristian Mungiu war es nach der Goldenen Palme von Cannes bereits die zweite Auszeichnung für sein Werk. Erzählt wird die Geschichte einer Frau, die unter der Ceausescu-Diktatur eine streng verbotene Abtreibung vornehmen lässt. Als bester weiblicher und männlicher Hauptdarsteller wurden Helen Mirren für 'The Queen' und Sasson Gabai für 'The Band's Visit' ausgezeichnet. Den Drehbuchpreis erhielt der Deutsch-Türke Fatih Akin für seinen jüngsten Film 'Auf der anderen Seite'.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Im Osten und im Süden Auflockerungen, sonst meist stark bewölkt und von Westen aufkommender Regen. Tageswerte zwischen sieben und 12 Grad.

Audio und Video zum Thema