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Nachrichten

Sonntag, 19. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Sonntag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

WASHINGTON: Die USA und die EU haben vorgeschlagen, auf einer Serie von internationalen Gipfeltreffen über die Bekämpfung der Finanzkrise zu beraten. Ein erstes Treffen auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs soll es kurz nach der Präsidentschaftswahl in den USA am 4. November geben, erklärten US-Präsident George W. Bush, der EU-Ratsvorsitzende und französische Staatschef Nicolas Sarkozy und EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso nach einem Treffen in Camp David. - Bei den Konferenzen sollten die Fortschritte bei der Eindämmung der Finanzkrise bewertet und außerdem Richtlinien einer Reform der Finanzmärkte vereinbart werden, um eine Wiederholung der Ereignisse zu verhindern, hieß es weiter.

SEOUL: Nach mehreren europäischen Ländern und den USA hat nun auch Südkorea ein milliardenschweres Rettungspaket für die Finanzbranche aufgelegt. Die Regierung der viertgrößten asiatischen Volkswirtschaft kündigte an, sie werde insgesamt 130 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, davon 100 Milliarden in Form von Bürgschaften für den Geldhandel der Banken. Für Finanzinstitute und Exporteure seien zudem Finanzspritzen in Höhe von 30 Milliarden Dollar vorgesehen.

BERLIN: Die Bundesregierung plant bei der Umsetzung des Rettungspaketes nach Medien-Informationen weiterreichende Auflagen für die Banken als bisher bekannt. Wie die Zeitung 'Welt am Sonntag' berichtet, könne das Bundesfinanzministerium auch Stammaktien von Banken kaufen, die an dem Rettungsplan teilnehmen und sich damit großen Einfluss auf die Kreditinstitute sichern. Auch solle Finanzminister Peer Steinbrück das Recht erhalten, Gehälter von Bank-Vorständen auf 500.000 Euro jährlich zu kürzen. Dies gehe aus dem Entwurf für eine Verordnung zum Finanzrettungspaket hervor, die vom Kabinett am Montag verabschiedet werden soll, schreibt die Zeitung weiter.

BERLIN: Der neue SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hat eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei auf Bundesebene noch einmal ausgeschlossen. Es bleibe bei einem klaren Nein, sagte Müntefering im Zweiten Deutschen Fernsehen. Dafür stünden er, Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und der gesamte Parteivorstand. - Müntefering war am Samstag von einem Sonderparteitag mit 85 Prozent der Stimmen zum neuen SPD-Chef gewählt worden. Außenminister Steinmeier erhielt 95 Prozent der Stimmen bei seiner Nominierung zum Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl 2009.

ALGIER: Der amtierende Präsident der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC), Chakib Khelil, hat eine beträchtliche Reduzierung der Erdölfördermenge seines Kartells angekündigt. Der algerische Minister für Energie und Bergbau sagte, dies werde auf der außerordentlichen OPEC-Konferenz am kommenden Freitag in Wien beschlossen. Der Ölpreis war am Donnerstag auf unter 70 Dollar pro Fass gesunken. Im Juli hatte er noch bei 147 Dollar pro Barrel gelegen.

WASHINGTON: Der Internationale Währungsfonds hat eine Untersuchung eingeleitet, ob IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn im Zusammenhang mit einer Affäre mit einer Mitarbeiterin sein Amt missbraucht hat. Eine Anwaltskanzlei sei damit beauftragt, den Vorgang zu prüfen, teilte der IWF mit. Nach einem Bericht des 'Wall Street Journal' besteht der Verdacht, dass Strauss-Kahns angebliche Geliebte vom IWF höhere Zulagen erhalten hat als üblich. Der frühere französische Finanzminister wies den Vorwurf des Amtsmissbrauchs zurück.

ISLAMABAD: Bei einem Bombenanschlag auf einen pakistanischen Parlamentarier ist ein Passant getötet worden. Die Bombe habe das vorbeifahrende Auto des Abgeordneten Ahmadan Bugti jedoch verfehlt, sagte ein Polizeisprecher. Der Anschlag ereignete sich in Dera Bugti in der von Gewalt geprägten südwestpakistanischen Provinz Baluchistan nahe den Grenzen zum Iran und zu Afghanistan. - Im ebenfalls unruhigen Nordwesten des Landes tötete die pakistanische Armee nach eigenen Angaben durch einen Luftangriff mehr als 30 Taliban-Anhänger einschließlich einen ihrer Führer.

PEKING: In China ist der für die Olympiabauten zuständige frühere Pekinger Vizebürgermeister Liu Zhihua von einem Gericht wegen Korruption verurteilt worden. Gegen Liu wurde eine vom Vollzug ausgesetzte Todesstrafe verhängt, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua. Nach gängiger Praxis wird ein solches Urteil bei guter Führung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe umgewandelt. Liu wurde für schuldig befunden, für die Vergabe von Aufträgen umgerechnet rund eine Million Dollar an Bestechungsgeldern kassiert zu haben.

KHARTUM: Nach einer neuen Gewaltwelle in der sudanesischen Krisenprovinz Darfur sind nach UN-Angaben etwa 40.000 Menschen auf der Flucht. Es mangele vor allem an Trinkwasser, sagte der UN-Mitarbeiter Gregory Alex, der von der Stadt El Fascher aus die Hilfe koordiniert. Im Norden Darfurs waren vor sechs Wochen heftige Kämpfe zwischen Rebellen und der Armee ausgebrochen. Zu der Fluchtwelle haben auch Stammeskämpfe beigetragen. In Darfur kämpfen seit 2003 Rebellengruppen gegen die sudanesische Armee und arabische Reitermilizen. Dabei kamen nach UN-Schätzungen etwa 300.000 Menschen zu Tode.

PRAG: Bei den Regional- und Senatswahlen in Tschechien hat die konservative Bürgerpartei des tschechischen Ministerpräsidenten Mirek Topolanek eine schwere Niederlage erlitten. Die oppositionellen Sozialdemokraten setzten sich in allen 13 Regionen durch, wie die Wahlbehörde mitteilte. Auch bei der ersten Runde der Senatswahlen gewannen die Sozialdemokraten die meisten Wahlkreise. Ihr Chef, Jiri Paroubek, forderte Topolanek auf, vor Übernahme der EU-Ratspräsidentschaft am 1. Januar 2009 zurückzutreten.

NUKU'ALOFA: Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat den südlichen Pazifik im Bereich des Inselstaats Tonga erschüttert. Wie die Erdbebenzentrale der USA weiter mitteilte, lag das Zentrum des Erdstoßes rund 150 Kilometer südöstlich der Tonga-Hauptstadt Nuku'alofa in etwa 33 Kilometern Tiefe. - Berichte über mögliche Opfer oder Schäden liegen bislang nicht vor. Warnungen vor einem Tsunami wurden nicht herausgegeben.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: In der Nordhälfte viele Wolken aber weitgehend trocken. In der Südhälfte vermehrt Auflockerungen und trocken. Tagestemperaturen zehn bis 16 Grad Celsius.

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